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Gerhard Zwerenz
Die Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte

Sächsische Autobiographie in Fortsetzung | Folge 99

Dies ist eine sächsische Autobiographie als Fragment in 99 Fragmenten. Schon 1813 wollten die Sachsen mit Napoleon Europa schaffen. Heute blicken wir staunend nach China. Die Philosophen nennen das coincidentia oppositorum, d.h. Einheit der Widersprüche. So läßt sich's fast heldenhaft in Fragmenten leben.

99

Das Unvergessene im Blick und erstes Nachwort

 
Intellektuelles Proletariat?
Hannah Ahrendt und Günther Anders


Die Frage lautet: „Warum so viele Berater um Bush so große Probleme hatten, die vielen Lügen – über den Irakkrieg etwa – öffentlich einzu­gestehen.“ Die Antwort darauf lautet: „Nach dem Verständnis ihrer Schule, die Strauss, der von 1949 bis 1969 in Chicago politische Philosophie lehrte, begründet hat, taten sie nur, was notwendig ist, wenn man regieren will.“
Das luzide Frage-Antwort-Spiel ist in der Frankfurter Allge­meinen Sonntags­zeitung vom 11.10.2009 nach­zulesen. Über den genannten Strauss, gemeint ist Leo Strauss, weiß FAS-Autor Cord Riechelmann mit­zuteilen: „Offen Faschist konnte man in Amerika nach 1941 nicht mehr sein. Wie man aber Faschist bleibt, ohne es zu schreiben, davon handelt Strauss' Kunst des Schreibens auch. Und es ist wirklich interessant, wie ein in Deutschland geborener jüdi­scher Philosoph zum Faschisten werden konnte. In Briefen hat Strauss davon erzählt. In einem Brief, den er aus dem Pariser Exil 1933 an den noch in Deutschland lebenden Philosophen Karl Löwith schickte, hieß es: ›Das ganze deutsch-jüdische intel­lektuel­le Prole­tariat befindet sich hier.‹ Es sei furchtbar, fügte er hinzu, ›am liebsten liefe ich fort nach Deutschland.‹ Das deutsch-jüdische intel­lektuelle Proletariat bestand in Paris u.a. aus Hannah Arendt, Walter Benjamin und Günther Anders. Für den Geistes­aristo­kraten hieß bis 1941 die Alter­native zu diesen Proleten Mussolini.“
Die Tatsache, dass der jüdische Mussolini-Faschist und Philosoph Strauss als Hochschullehrer der Kriegs­verbrecher­gruppe um Bush junior noch im 21. Jahrhundert weithin wirksam sein konnte, wird in der FAS mit einer Rezension der Strauss-Schrift Kunst des Schreibens (Merve Verlag 2009) legitimiert, was uns weniger interes­sieren muss, obgleich es als Spezial­fall faschis­tischer Sklaven­sprache nicht nur für die USA relevant ist. Das deutet Rieschelmann in seinem Schluss­satz über Strauss auch an: „Dass heute viele seiner politischen Ideen in liberalen Programmen für Staat und Aus­bildung wieder auftauchen, macht seine Kunst des Schreibens zur lohnenden Lektüre.“
Was sagt uns das? Erstens ist es für Wissende keine Neuigkeit. Zweitens wird im Organ der Frankfurter Neokonservativen selten so offen über die Kameraden vom rechten Flügel der US-Republikaner geurteilt. Drittens war Strauss mit Arendt, Benjamin, Anders u.a. befreundet. Seine schroffe Abwendung von diesem linken, „deutsch-jüdischen intellek­tuellen Proletariat“ konstatiert einen inner­jüdischen Konflikt, den wir nur deshalb nicht als letzten jüdischen Krieg bezeichnen, weil es zu den heute üblichen verbalen Über­treibungen gehörte. Eher könnte es der vorletzte jüdische Krieg sein. Der letzte deutet sich offensichtlich im Konflikt um Israel und Palästina an, eingrenzbar auf Israel selbst, wo die Macht von der Art der Straussianer in den USA ist, während die schwächelnde Krtitik den jüdisch-deutschen Links­intellek­tuel­len vor 1933 ähnelt, wo nicht gleicht.
Im Gegensatz zur Chicagoer Leo-Strauss-Schule, die den US-Präsidenten rechte Ideologen und Kriegspraktiker lieferte, bildeten sich in den USA nach 1945 verschiedene links- und liberalintellektuelle Kreise heraus. In der Bonner Republik wurden außer den Theorien von Anders, Benjamin und Arendt auch andere Linke, meist jüdische Remigranten aktiv. Spiegelbildlich zu Adorno-Horkheimer in Frankfurt am Main entstanden in Ostberlin und Leipzig linksintellektuelle Zentren. Meine 99 Folgen zur Verteidigung Sachsens im poetenladen sind auch Teil einer Marx-Verteidigung, denn der links­intellek­tuelle Klassiker wurde in Leipzig erst von seinen entfremdeten Nachfolgern missbraucht und dann von deren bürgerlichen Nachfolgern verleugnet, indem sie der Leipziger Universität seinen Namen entrissen. Der Chemnitzer Marx-Kopf erinnert als „Nischel“ daran. Die innerdeutsche Völker­schlacht ist nicht beendet.
Die letzten zweihundert Jahre ließen Sachsen analog zu Belgien zum kontinentalen Glücksfall einer kontinu­ierlichen sozial­revolutionären Entwick­lung heranreifen. Industrie wie Arbeiter­bewegung brachten das Land voran. Störungen kamen nur von außen. Sachsen war rot, bevor es braun wurde, und es war rot, bevor es schwarz wurde. Walter Ulbricht als König der DDR und Herbert Wehner als Kurfürst von Bonn sind nur die Konse­quenzen und Deformationen der Tatsache, dass die deutsche Sozialdemokratie 1914 mit ihrem Kaiser in die Schlacht gezogen ist, 1918 ihre eigene Revolution verriet (Sebastian Haffner) und 1933 erneut versagte. Und dieser sozial­demo­kratische Neandertaler müsste heute nicht nur hinter Godesberg zurück, sondern bis ins Jahr 1914 zurückgehen, bevor er wieder vorankommen könnte.
In der DDR sammelten sich nach 1945 von Hitler verfolgte Genossen. Aus den USA kamen Linke wie Kantorowicz, Bloch, Brecht, Eisler, aus der Bundes­republik bedrängte Wissen­schaftler und Schrift­steller. Gemeinsam war allen ihr Anti­faschismus, ob jüdisch oder nicht. An der Leipziger Uni­versität entstand ein linkes loses Netzwerk, das 1957 von der Partei­führung zerschlagen wurde, weil sie Konter­revolution bis hin zum Erbfeind Trotzkismus fürchtete.
Im pervers ideologisch-politischen Sinn traf das sogar zu. Im Sinne des Karl Marx handelten die Partei­oberen unmarxistisch. Die erzwun­gene Rückkehr zu Stalin programmierte das Ende. Dass es sich erst drei Jahrzehnte später realisierte, ist entweder ein göttliches Wunder oder der unver­gleichlichen Energie und Leidens­bereit­schaft der Ost­deutschen zu verdanken. Dennoch oder gerade deshalb respektiere, nein liebe ich meine Genossen und Landsleute inklusive der aparten Stalin-Gläubigen. Sie taten eben, wie und was Prof. Strauss seine Boys in Chicago lehrte, nämlich alles „was notwendig ist, wenn man regieren will.“ Dabei kam nur der verteidigte Sozialismus abhanden wie in den USA unter Bush junior Freiheit und Demokratie.
Im schönen Vorschul­alter wurde ich von meinem Vater oft in die Kantine der unweit gelegenen Schreber­gärten mit­genommen, wo die Arbeits­losen ein­an­der zum Skat­spiel trafen, den letzten Pfennig in Bier umsetzten und auf die Revolution oder einfach bessere Zeiten hofften.
Von den politi­sierenden Männern ein Stück abgetrennt hockten zwei junge Typen, über die es anzüglich hieß, sie seien Trotzkisten. Was in einer Mischung von lauernder Distanz und Verwun­derung behauptet wurde, meist leise. Mir gefielen die beiden, sodass ich in ihrer Nähe das spielende Kind vortäuschte, das die Erwachsenen erwarteten. Was die zwei beredeten, verstand ich nicht. Doch gefielen sie mir desto mehr. Der eine beeindruckte durch selne dunklen Augen, der andere, ein Boxer mit dem Spiel seiner Muskeln, die den gebräunten Oberkörper einfassten und nie stillhielten, sodass eine Vielzahl Leberflecke zu Gruppen antraten und tanzten.
1936, im Jahr der Berliner Olympischen Spieler kam meine Tante Hilde aus New York zu uns in die Ziegelei auf Besuch. Ihre neugierige Frage, was ich denn einmal werden wolle, beantwortete ich kurz und freudig mit dem Ausruf:
„Trotzkist!“ Ich erinnere mich nicht genau, wie ich darauf verfiel. Wahr­schein­lich stieg die frühere Kindheits­szene in mir auf, und der Zehnjährige tat Bescheid mit der Erfahrung des Fünfjährigen. Es war meine besorgte Mama, die, vom Sippenrat beauftragt, mich anschlie­ßend darüber aufklärte, dass Trotzkist kein Beruf sei, überdies gefährlich und verboten, denn wir lebten bereits im dritten Jahr des Dritten Reiches.
So erfuhr ich ganz nebenbei von der aus­schweifenden Existenz der Unworte und Unpersonen. Es dauerte nochmal fünf Jahre, bis ich 1940 in der Zeitung die kurze Notiz las: Trotzki in Mexiko ermordet. Ich zählte jetzt fünfzehn Jahre, stellte mir die beiden Trotz­kisten meiner frühen Kindheit als Tote vor und betrauerte sie in Ermangelung genauerer Kennt­nisse.
Im August 1944, auf meinem langen Marsch von der deutschen Wehrmacht durch die Fronten in Ostpolen und Weißrussland war mir als müsste ich den in Mexiko Erschlagenen in Moskau lebend auffinden und besuchen, sei es auch nur, um ihm zu berichten, dass ich ihm vierzehn Jahre früher in Gestalt zweier junger sächsischer Arbeits­loser begegnet war. Tage lang marschierte ich nächtens ostwärts Richtung Moskau, das ich mir immer heftiger als Trotzkis Heimat vorstellte, denn fixe Ideen begründen wunderbare Reiche.
In fast fünf Jahren Lagerleben erfuhr ich über Trotzki nur, dass er der ärgste Feind Stalins gewesen sei, ein Renegat, Verbrecher und Faschist, ja noch schlimmer, ein Trotzkist,  d e r  Trotzkist eben. Du bist ihm auf dem Weg nach Moskau nicht nähergekommen, dachte ich enttäuscht, entfernt hast du dich von ihm, und nichts schmeckt bitterer als selbstverschuldeter Irrtum, denn du musst befürchten, das alles sei ein überflüssiger Umweg gewesen. Die folgenden neun Jahre in der DDR fügten meiner Trotzki-Kenntnis nichts hinzu, außer dass der Teufel nun Kinder bekommen hatte, die hörten auf Namen wie Renegat, Verräter und, natürlich und immerzu: Parteifeind. Ab 1957 im Westen lebend nahm das Bild Konturen an. Freunde der 4. Internationale legten den Beitritt nahe. Ich beschloss keiner Partei mehr beizutreten und meinen SED-Ausschluss von 1957 als endgültig zu bewerten. Lernte jedoch bei Trotzki die Idee der permanenten Revolution sowie die Pflicht zur unbedingten Analyse kennen, bis hin zur Fein­analyse, wo die Zustands­erkennt­nis zur Prognose­fähigkeit führt. Den Endpunkt aber setzte der Agent Stalins mit dem Eispickel, der den Kopf Trotzkis zertrümmerte, denn der Mensch des scharfen Gedankens muss sterben, erinnert er doch, solange er atmet, an das Ziel, das verfehlt wurde und nun durch Mord vernichtet werden muss. Auf dass die gefälschte Revolution weiterfahre, bis sie endgültig entgleist.

  Jakob Moneta
  Der letzte Trotzkist?
Im Bildungszentrum Oberjosbach/Taunus wurde am 13. November 2004 der 90. Geburtstag des vormaligen Chefredakteurs der Mitglieder­zeitung Me­tall, Presseorgan der IG METALL, Jakob Mo­neta, gefeiert. In den Artikeln und Reden für den Jubilar gab es Verweise auf Trotzki, gewürdigt und nicht wie üblich beschimpft. Zu hören war ein mit viel Beifall auf­genommenes Gruß­wort Wolfgang Rho­des vom IG-Metall­vorstand, danach hielt der Marburger Professor Frank Deppe sein Refe­rat mit metal­lischem Unter­grund, an dem es der schwäch­lich regie­renden Tante SPD mangelt, wie beide Redner zur Freude des Publikums konsta­tierten. Man sah aller­hand Vorständler, schwelgte ein wenig in Nostal­gie und fühlte sich inmitten von ca. 180 Gewerk­schaftern, heimatlos gemachten Linken und sonstigen Aka­demikern an gute alte Zeiten erinnert.
Auf der Heimfahrt von Niedern­hausen mit der Regionalbahn zog jemand kurz vor dem Frankfurter Haupt­bahnhof die Not­bremse, die Wagen hielten außer­halb und wir gingen zu Fuß wie einst bei unseren Oster­märschen.
Im Bildungszentrum verkauften sie für 3 € die Broschüre Jakob Moneta – Solidarität im Zeitalter der Skepsis. Ich entrichtete brav den Preis, später wollte mir ein netter Mensch das Druckwerk schenken, weil ein kurzer Text von mir darin enthalten sei. Ich schlage nach und finde, was ich 10 Jahre früher für den damals 80jährigen Jakob dichtete und die SOZ in Nr. 23 des Jahres 1994 veröffentlichte:
Unbeugsam aufrecht die Lust zu
leben 80 Jahre lang und weiter
die Stirn nicht gesenkt. Da ist
einer, hat nichts zu verbergen
und trügt nicht, klagt nicht.
Die Wunden nicht mit Klagen
zu beantworten, die Künste der Listigen,
sie haben Dauer, wenn die Affen
öffentlicher Gewalt längst in
alle Winde verstreut. Keinen
Menschenfeind unbenannt lassen,
die Tür offen, kein Eintritt
verboten. Kein Freund soll im
Regen stehen zu Ende des brutalsten
Jahrtausends. Auf den ist Verlass.
Das ist einer von den Seltenen,
der Letzten EINER. Oder der ERSTEN.
Das Prosagedicht hatte ich vergessen. Beim Wiederlesen gefällt es mir trotzdem. Ich beschließe, es auch dem 90jährigen Jakob zu widmen. In 10 Jahren sollte es auf den dann hundertjährigen letzten trotz­kistischen deutsch-jüdischen unver­drossen aktiven Moneta noch passen und auf eine hoffentlich unver­wüstliche IG Metall. Im Getümmel traf Ingrid die ewig jungen Altmetaller Friederike Heinzel und Günter Sanné, sie fanden heraus, in Kürze schwömmen wir alle vier vor der Insel Lanzarote herum. Früher war es Jugos­lawien, das ist dank deutscher Beihilfe abgebrannt, Mallorca von schweißhirnigen tv-Moderatoren samt kamera­verseuchten Moderierten besetzt, außerdem im Winter zu kalt zum Schwimmen, was bleibt, sind die Kanaren, wo wir Weihnachten uns ersparen.
Zurück zur Geburtstagfeier. Ein junger Schwarz­haariger will mir das Büchlein Trotz­kismus-Ein­füh­rung in seine Grundlagen – Fragen nach seiner Zukunft geben.
Ist es der Autor Manuel Kellner selbst? Ich kenne den Text, hab ihn gerade kritisch und beifällig gelesen. Dazu noch: Was ist Trotzkismus? vom französischen Autor Daniel Bensaid. Seine Schriften sind kurz und bündig, in kluger moderner Distanz, doch engagiert. Die Neu­erschei­nungen verdanken wir Jakob, der sie uns zukommen ließ, nachdem wir ihm unser Buch Sklavensprache und Revolte geschickt hatten. In der Frankfurter Rundschau wurde mitgeteilt, Moneta lese unseren 550-Seiten-Wälzer ohne Brille. Das ist keine Anti-Sehhilfen-Werbung. Es geht um das Rätsel, weshalb Bloch so lange für den bösen Wissarionowitsch votierte. Dagegen hilft Trotzki-Lektüre. Selbst die werten letzten KP-Genossen loben jetzt ihren (unseren) Moneta. An­näherung an Trotzki, den Väterchen Stalin fürsorglich ermorden ließ? Der Schlag mit dem Eispickel, mitten in den Schädel, das Gehirn spaltend. Wie die Arbeiter­bewegung. Daran aber ist Stalin nicht allein schuld.
Jakobs 90. wurde erstaunlich breit an promi­nenter Stelle abgefeiert, mit Aus­nahme der FAZ, die versteckte ihren Artikel vom 10.11.04 so sorgfältig, dass ihn kaum jemand aufspüren kann. In FR, taz, junge Welt, im ND und Tages­spiegel fanden sich hervorragend plazierte Würdi­gungen. Moneta, Trotzki und die liebenswerte IG-Metall stecken den fleißigen Ex-Sieburg- und Ex-Adorno-Adepten im FAZ- Feuilleton eben quer im Hals. Sie kotzen mit Verhaltung.
Die 99 Folgen unserer Sächsischen Auto­bio­graphie sind frag­mentierte Erlebnisse, Vorlesungen, Märchen, Träume und Verfluchungen. Anfang 1954 hatte ich für die Ostberliner Weltbühne zu schreiben begonnen. Da ich im September 1957 von hinnen musste, darf ich seit dem 10. September 2007 jeden Montag über den Leipziger poetenladen wiederkehren. Dazwischen erstreckt sich exakt ein kleines halbes Jahrhundert. Heute, am 26.10.09 liegt die letzte der zugesagten 99 Folgen vor. Da bleiben nur ein paar lässliche Fragen offen, z.B. die nach dem Tode. Stirbt weiterhin jeder für sich allein oder gelingt es den herrschenden Universal-Regierungs-Chaoten, die bedrohte Tierart Mensch noch in diesem Jahrhundert auszulöschen? Mühe geben sie sich gewiss. Die westliche Werte­gesellschaft zieht tüchtig mit. Warum soll sie wie das alte Rom separat untergehen. Wenn schon, darf die ganze Welt in Scherben fallen. Der Müll wird dann von Marsmenschen für ihre Museen eingesammelt. Kurzum, es gibt allerhand laszive Argumente dafür und dagegen.
Drohend drücke ich das Bajonett auf den Bauch des alten Mannes. Ich bekomme Brot, greife zu, laufe davon. Zwei Schüsse fallen. Zum Wald hetze ich, brotkauend, mein Gewehr schwenkend. Im Unterholz such ich nach Beeren. Ich höre Schritte. Ein russischer Soldat nähert sich. Vielleicht hatte er mich bemerkt und sucht nach mir. Keine zehn Schritt entfernt, unter einer ausladenden Eiche, zieht der Soldat seine Litewka über den Kopf, breitet sie sorgfältig am Boden aus und setzt sich still, den Rücken zu mir, nieder. Ich seh seine Nackenmuskeln spielen. Der Mann kaut. Irgend etwas in mir ist dafür, ihm eine Chance zu geben. Aber wenn ich ihn anriefe, wendete er sich um, und ich müsste schießen. Er könnte schreien. Es müsste lautlos zugehen. Er hört noch etwas, zieht die Schultern hoch und will sich umwenden, ich stolpere auf dem letzten Stück und renne ihm im Fallen das Bajonett in den Rücken; knirschend bohrt es sich in die linke Seite und zerschneidet durch die Rippen das Herz.
Du glaubst nicht, wie lautlos es zugehen kann, wenn Menschen einander töten. Er sagt nur laut und erstaunt: Warum. ... – und wie ich seine Litewka untersuche, find ich das deutsche Soldbuch, die Erkennungsmarke und eine Brieftasche mit Bildern. Auf den Bildern erkenne ich den Toten. Er steht, mit Frau und Kindern – zwei Töchtern – vor einer Laube, den Hut schwenkend. Auf einem andern Foto sitzt er am Steuer eines DKW, lacht mit blitzenden Zähnen. Ich ziehe ihm Hosen und Stiefel aus. Das blutige Hemd wasche ich am See. So als eingekleideter Russe wage ich mich nun offener hervor. Dabei ist es mir unangenehm, dass ich einen Deutschen umgebracht habe. Anderer­seits konnte ich es ihm nicht ansehen, er hatte einem Russen ge­gli­chen. Nun glich ich einem Russen. Es ist eine Verwechslung. Das ganze war ein Unglücksfall. In ruhigen Zeiten kannst du lange darüber philosophieren; wenn es erst um deinen eigenen Kopf geht, wehrst du dich deiner Haut, und die ange­spannten Dinge wie Schuld und Unrecht machen dich nur wehrlos. Die Frage ist nur, ob ich den Vorfall melde, wenn ich zurückkomme. Aber es ist wohl nicht gut für die Familie, wenn sie hört, er wurde von den eigenen Leuten umgebracht. Ich werde nichts sagen, oder ich werde bloß melden, dass ich ihn hab liegen sehen; er war tot. Nach dem Krieg werden sie seinen Namen daheim ins Kriegerdenkmal stemmen, und alljährlich zum Helden­gedenktag werden die Angehörigen Blumen und Kränze an das Denkmal legen. Ich werde nicht sagen, wie er gestorben ist. Übrigens habe ich ihn mit meinen eigenen Sachen bekleidet und ihm im Gebüsch ein notdürftiges Loch gegraben, damit wenigstens nicht die Ratten an ihm fräßen. Auch ein Gebet wollte ich sprechen. Doch fiel mir keins ein. Was lehrt uns das? Soldaten sind Mörder und Ermordete. Der Rest sind Kollaterale.

Arthur Schopenhauer: Meister der melancholischen wie polemischen Nachworte

Der fulminante Meister­schimpfer Scho­pen­hauer schickte seinem Lebens­werk Die Welt als Wille und Vorstellung (im linken Spott Villa und Verstellung) ein zweites hinter­drein: Parerga und Paralipomena. Das sind An­hän­ge, Bei­werke, Ergän­zungen, Nach­träge. Der klein­wüchsige Außenseiter, der mit Pudel in Frankfurt am Main über­winterte, wuchs mir durch die Nähe der Stadt so ans Herz, dass ich mir einen Chow Chow anschaffte, der unser Überleben im Taunus ver­freund­lichte, was ich Schopenhauer gutschrieb ohne ihn persi­flieren zu wollen. Und so statte ich meinen Dank ab mit Nach­worten, auf deren paro­distische Beweis­lagen ich mich schon freuen darf. Ob's 9 oder 99 Nachworte werden, kann ein Methu­salem nicht beschwö­ren, selbst wenn er mit Pleißen­wasser getauft ist. Dennoch und zur Probe sei das erste Nachwort hier gleich angefügt:
Am 18. Februar 1996 gab ich in Bonn als Bun­destags­abgeordneter und Mit­glied im Ver­tei­di­gungs­aus­schuss fol­gende Kriegs­warnung als Pres­se­erklä­rung heraus:
Der CSU-Abge­ordnete und Oberst der Re­ser­ve Kurt J. Rossmanith wurde als Nach­folger des in den Staats­sekre­tärs­rang aufge­rückten CSU-MdB Dr. Klaus Rose zum Vor­sitzenden des Ver­teidi­gungs­aus­schusses im Deutschen Bundes­tag bestellt. Damit wird die ver­häng­nisvolle An­näherung der Bundeswehr an die Wehrmacht weiter­betrieben, denn für Rossmanith ist und bleibt z.B. der Hitler­freund und Hitler­protege General­oberst Dietl ein „Vorbild in mensch­li­chem und solda­tischem Handeln“.
Dies ist ein weiteres Indiz für die Gefahr, vor der ich in meinem Brief vom 26.08.1996 an den Bundeskanzler warnte und in dem ich auf 38 Seiten die Belege für den verhängnis­vollen Kurs zurück zu Wilhelm II und vorwärts zu kriegerischen Aktionen in aller Welt dokumentierte: „Es wäre ...unklug, sie (die Bundeswehr ist gemeint) nicht für den brutalen kleinen Krieg gegen die kleinen bösen Männer auszubilden. Deutschland wird um eine Betei­ligung an diesen Kriegen gebeten werden.“
(Oberst­leutnant Reinhard Herden in Truppen­praxis I Wehr­aus­bildung 2 und 3/96) So militaristisch also soll die deutsche Zukunft aussehen, die polit­psychologische Vorbe­reitung darauf wird bereits programmiert.
Da der Bundeskanzler das Angebot, meinen Brief an ihn „intern“ zu halten, über ein Vierteljahr unbeantwortet ließ, gab ich ihn am 1. Dezember 1996 für die Zeitschrift UTOPIE/kreativ zum Abdruck frei. Inzwischen liegt das Schreiben in den Heften Januar und Februar 1997 öffentlich vor. Die verspätet am 06.12.1996 eingetroffene Antwort des Bundeskanzlers, die deshalb nicht mehr berücksichtigt werden konnte, ging überdies leider auf die gestellten konkreten Fragen und Belege nicht ein.
Weil eine öffentliche Diskussion über die neue Militär­politik dringend notwendig wäre, wiederhole ich die Sätze aus dem Brief, auf die ich eine Auskunft erwarte:„Gibt es eine Alternative zu dem Kriegsdrama, das einige Ihrer Politiker, Militärs, Professoren an die Wand malen und das alle Züge einer sich selbst verwirklichenden Prophezeiung aufweist? Wenn ja, müsste jedes Parteiinteresse vor der Friedens- suche zurückstehen. Wenn nein, artikulierte sich zum Ausgang des Jahrhunderts eine neue Existenzfrage, deren tendenzielle Analogie zu den dreißiger Jahren eine Entscheidung zwischen Widerstand und Kriegsschuld verlangte.“
Als Tucholsky Mitte der zwanziger Jahre vor einem neuen Krieg zu warnen begann, blieb das unerhört. Wenn heute einer seiner dringlichsten Warnsätze zensiert, verboten und bestraft werden soll, deutet sich ein krimineller Wiederholungszwang an, dem nicht zu begegnen neue Kriegsschuld begründen kann. Wer sich jetzt vor der offenen Diskussion drückt, der kann tatsächlich bald „um eine Beteiligung an diesen Kriegen gebeten werden“, die der eingeschlagene Kurs mit Sicherheit produziert.
Mit dem Oberst d.R. Rossmanith jedenfalls hat jemand den Vorsitz im Verteidigungs- ausschuss eingenommen, der, indem er dem Hitler­general Dietl menschliche und solda­tische Vorbild­funktion bescheinigt, den Gehorsam gegenüber Hitlers Kriegs­befehlen legitimiert. Da der vormalige BW-Genera­linspek­teur Naumann seinerseits die deutsche Beteiligung 1900 an der Niederschlagung des Boxeraufstandes in China und den Völkermord 1904 an den Hereros in Deutsch-Südwest-Afrika als legitime Befrie­dungs­aktion bewertete, schließt sich damit ein verhängnis­voller Kreis. In seiner letzten Ausgabe vom 17.02.1997 ließ der Spiegel, sonst recht regierungsfromm geworden, den Washingtoner Historiker Gerald Livingston die Bundes­deutschen vor US-Kriegs­wünschen warnen: „Washington drängt die deutschen Verbündeten zu größerem Engagement – auch durch häufigere Militäreinsätze“. Wenn es soweit sein wird, soll niemand sagen, er habe davon nichts gewusst. Es ist alles in klarer deutscher Kommando­unter­nehmens­sprache vorbereitet worden.
Soweit die Bonner Presse­erklärung vom 18. Februar 1996, mit der das erste Nachwort schließen sollte. In der vorangehenden Folge 99 aber ist zum Ende hin eine Kriegsszene eingebaut, zu der ein Nachwort zum Nachwort taugt, weil der eine Soldat den Mörder und der zweite den Ermordeten gibt. Gefragt, ob die Story autobiographisch sei, antwortete ich, ja, ich sei der Ermordete. Tatsache ist, jeder Leser fühlt sich im ersten Schrecken als Täter wie Opfer, und jeder Soldat ist beides zugleich und möchte doch allein Täter sein, um zu siegen. Es siegen nur die Toten.
Da ich dies schreibe, melden Fernsehen und Presse, nahe Kursk wurde eben ein neuer deutscher Soldatenfriedhof eingeweiht. Von der deutschen Groß­offensive „Zitadelle“ am Kursker Bogen 1943 liegen dort 21. 000 Gefallene, es sollen bald 40.000 sein. Wie viele Opfer die Rote Armee bringen musste, ist nicht exakt fest­zustellen. Kann sein Hundert­tausende. Die Kriegs­gräber­fürsorge kümmert sich um den Friedhof.
Wer kümmert sich um die künftigen Gefallenen? Zuerst fallen die Politiker und Generäle aus der friedfertigen Nachkriegsrolle in die tapfren Vorkriegsrollen. Meine Kriegs­warnung von 1996 ging als Presse­erklärung eines MdB ihren Weg ins übliche Vergessen. Für mich bleibt sie das schwer genug errungene Resultat der Erfah­rungen im Vertei­digungs­ausschuss. Im Abstand von andert­halb Jahrzehnten ist die Trans­formation der Bundes­wehr von einer Ver­teidigungs­armee in eine Inter­ventions-, also Angriffs­truppe für jeden er­kenn­bar. Im Grund­gesetz las sich's anders. Erst die deutsche Einheit von 1989/90 führte zu neuen Kriegs­betei­ligungen. Die Sowjet­union kommandierte die Volks­armee nicht zu ihrem Krieg in Afghanistan. Anders die USA/NATO. Der Bundes­tag billigt brav den Ruf an die fernen Fronten.
Jeder ist nur für sich selbst ver­ant­wortlich. Als Ober­gefreiter verließ ich 1944 die Wehrmacht. Als kleiner Schrift­steller verließ ich 1957 die DDR. Als gealterter und nach wie vor machtferner und machtloser Autor distanziere ich mich von jenem Einheits-Deutschland, das erneut Kriege führt. Meine Heimat ist die DDR bis zum Jahr 1957, als sie mich verstieß. Trotzdem sagt mir ihre fried­fertige Hymne heute noch zu.
Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt,
lass uns Dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint,
denn es muss uns doch gelingen, dass die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.
Glück und Friede sei beschieden Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind.
Lasst das Licht des Friedens scheinen, dass nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint.
Lasst uns pflügen, lasst uns bauen, lernt und schafft wie nie zuvor,
und der eignen Kraft vertrauend steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben unsres Volks in dir vereint,
wirst du Deutschlands neues Leben. Und die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.

Für Feinde führt kein Weg nach Moskau ... (Winterschlacht – Eine deutsche Tragödie)

Der Text von Johannes R. Becher wurde nach dem Mauerbau nicht mehr gesungen. Die erste Strophe des Deutschlandliedes wird offiziell auch nicht mehr gesungen. Deutschland deine Hymnen. Ist nun ein träumerischer Utopist, wer sich damit nicht abfindet? Die letzte Alternative heißt: Welt­revolution oder Welt-Ende.
Es waren einmal 12 kleine Sachsen. Der erste blieb in Wilhelms Krieg. Der zweite machte Revo­lution und wurde er­schossen. Der dritte wählte Hitler und ver­reckte in Stalingrad. Der vierte ging ins Exil. Der fünfte kehrte aus der Gefangen­schaft zurück und wollte alles besser machen. Der sechste machte alles besser und siegte unver­drossen bis zur nächsten Nieder­lage. Der siebte protestierte heldenhaft bis zum Verlust seines Arbeits­platzes. Der achte arbeitet seither in der Fremde. Der neunte hockt daheim bis zur Rente und gibt an allem den Nazis die Schuld. Der zehnte den Kommunisten. Der elfte hat den Durch­blick, doch nimmt er, weil ihm keiner glaubt, solange am tv-Ratespiel teil, bis er Millionär wird. Anschließend versäuft er die ganze Kohle. Der zwölfte schafft als Politiker die Ver­hält­nisse, unter denen alle leiden.
Jetzt sagen wir die Sätze nochmal auf, nehmen aber statt der 12 kleinen Sachsen 12 kleine Gesamtdeutsche. Wer dann noch an Deutschland über alles denkt, statt an Auferstanden aus Ruinen, hat den 3. Weltkrieg schon begonnen und verloren, denn, heißt es in der Presseerklärung vom 18.2.1996, es gibt erneut „eine Entscheidung zwischen Wider­stand und Kriegs­schuld“. Legitimiert der Bundes­tag weiterhin Kriege, werden deutsche Mütter ständig neue kleine bewaff­nete Heldenbabys produzieren, wie wir sie in großen Zeiten schon mal in die weite Welt schickten.

Ein zweites Nachwort ist für Montag, den 02.11.2009, angekündigt.

Lesung mit Gerhard Zwerenz aus der Sächsischen Autobiographie in Leipzig am 19.11.2009, Haus des Buches, 19 Uhr.

Gerhard Zwerenz   26.10.2009    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
Gerhard Zwerenz
Serie
  1. Wie kommt die Pleiße nach Leipzig?
  2. Wird Sachsen bald chinesisch?
  3. Blick zurück und nach vorn
  4. Die große Sachsen-Koalition
  5. Von Milbradt zu Ernst Jünger
  6. Ein Rat von Wolfgang Neuss und aus Amerika
  7. Reise nach dem verlorenen Ich
  8. Mit Rasputin auf das Fest der Sinne
  9. Van der Lubbe und die Folgen
  10. Unser Schulfreund Karl May
  11. Hannah Arendt und die Obersturmbannführer
  12. Die Westflucht ostwärts
  13. Der Sänger, der nicht mehr singt
  14. Ich kenne nur
    Karl May und Hegel
  15. Mein Leben als Prophet
  16. Frühe Liebe mit Trauerflor
  17. Der Schatten Leo Bauers
  18. Von Unselds Gegner zu Holtzbrincks Bodyguard
  19. Karl May Petrus Enzensberger Walter Janka
  20. Aus dem Notizbuch eines Ungläubigen
  21. Tanz in die zweifache Existenz
  22. General Hammersteins Schweigen
  23. Die Pleiße war mein Mississippi
  24. Im Osten verzwergt und verhunzt?
  25. Uwe Johnson geheimdienstlich
  26. Was fürchtete Uwe Johnson
  27. Frühling Zoo Buchmesse
  28. Die goldenen Leipziger Jahre
  29. Das Poeten-Projekt
  30. Der Sachsenschlag und die Folgen
  31. Blick zurück auf Wohlgesinnte
  32. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (I)
  33. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (II)
  34. Brief mit Vorspann an Erich Loest
  35. Briefwechsel mit der Welt der Literatur
  36. Die offene Wunde der Welt der Literatur
  37. Leipzig – wir kommen
  38. Terror im Systemvergleich
  39. Rachegesang und Kafkas Prophetismus
  40. Die Nostalgie der 70er Jahre
  41. Pauliner Kirche und letzte Helden
  42. Das Kickers-Abenteuer
  43. Unser Feind, die Druckwelle
  44. Samisdat in postkulturellen Zeiten
  45. So trat ich meinen Liebesdienst an …
  46. Mein Ausstieg in den Himmel
  47. Schraubenzieher im Feuchtgebiet
  48. Der Fall Filip Müller
  49. Contra und pro Genossen
  50. Wie ich dem Politbüro die Todesstrafe verdarb
  51. Frankfurter Polzei-buchmesse 1968
  52. Die Kunst, weder Kain noch Abel zu sein
  53. Als Atheist in Fulda
  54. Parade der Wiedergänger
  55. Poetik – Ästhetik und des Kaisers Nacktarsch
  56. Zwischen Arthur Koestler und den Beatles
  57. Fragen an einen Totalitarismusforscher
  58. Meine fünf Lektionen
  59. Playmobilmachung von Harald Schmidt
  60. Freundliche Auskunft an Hauptpastor Goetze
  61. Denkfabrik am Pleißenstrand
  62. Rendezvous beim Kriegsjuristen
  63. Marx, Murx, Selbstmord (der Identität)
  64. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (I. Teil)
  65. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (II. Teil)
  66. Der Bunker ...
  67. Helmut auf allen Kanälen
  68. Leipzig anno 1956 und Berlin 2008
  69. Mit Konterrevolutionären und Trotzkisten auf dem Dritten Weg
  70. Die Sächsischen Freiheiten
  71. Zwischen Genossen und Werwölfen
  72. Zur Geschichte meiner Gedichte
  73. Poetenladen: 1 Gedicht aus 16 Gedichten
  74. Der Dritte Weg als Ausweg
  75. Unendliche Wende
  76. Drei Liebesgrüße für Marcel
  77. Wir lagen vor Monte Cassino
  78. Die zweifache Lust
  79. Hacks Haffner Ulbricht Tillich
  80. Mein Leben als Doppelagent
  81. Der Stolz, ein Ostdeutscher zu sein
  82. Vom Langen Marsch zum 3. Weg
  83. Die Differenz zwischen links und rechts
  84. Wo liegt Bad Gablenz?
  85. Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht
  86. Der 3. Weg eines Auslandssachsen
  87. Kriegsverrat, Friedensverrat und Friedenslethargie
  88. Am Anfang war das Gedicht
  89. Vom Buch ins Netz und zur Hölle?
  90. Epilog zum Welt-Ende oder DDR plus
  91. Im Hotel Folterhochschule
  92. Brief an Ernst Bloch im Himmel
  93. Kurze Erinnerung ans Bonner Glashaus
  94. Fritz Behrens und die trotzkistische Alternative
  95. 94/95 Doppelserie
  96. FAUST 3 – Franz Kafka vor Auerbachs Keller
  97. Rainer Werner Fassbinder ...
  98. Zähne zusammen­beißen ...
  99. Das Unvergessene im Blick
    1. Nachwort
Nachworte
  1. Nachwort
    siehe Folge 99
  2. Auf den Spuren des
    Günter Wallraff
  3. Online-Abenteuer mit Buch und Netz
  4. Rückschau und Vorschau aufs linke Leipzig
  5. Die Leipziger Denkschule
  6. Idylle mit Wutanfall
  7. Die digitalisierte Freiheit der Elite
  8. Der Krieg als Badekur?
  9. Wolfgang Neuss über Kurt Tucholsky
  10. Alter Sack antwortet jungem Sack
  11. Vor uns diverse Endkämpfe
  12. Verteidigung eines Gedichts gegen die Gladiatoren
  13. Parademarsch der Lemminge und Blochs Abwicklung
  14. Kampf der Deserteure
  15. Fritz Bauers unerwartete Rückkehr
  16. Der Trotz- und Hoffnungs-Pazifismus
  17. Als Fassbinder in die Oper gehen wollte
  18. Was zum Teufel sind Blochianer?
  19. Affentanz um die 11. Feuerbach-These
  20. Geschichten vom Geist als Stimmvieh
  21. Von Frankfurt übern Taunus ins Erzgebirge
  22. Trotz – Trotzalledem – Trotzki
  23. Der 3. Weg ist kein Mittelweg
  24. Matroschka –
    Die Mama in der Mama
  25. Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg
  26. Der Aufgang des Abendlandes aus Auerbachs Keller
  27. Jan Robert Bloch –
    der Sohn, der aus der Kälte kam
  28. Das Buch, der Tod und der Widerspruch
  29. Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingrad
  30. Bloch und Nietzsche werden gegauckt ...
  31. Hölle angebohrt. Teufel raus?
  32. Zwischen Heym + Gauck
  33. Von Marx über Bloch zu Prof. Dr. Holz
  34. Kafkas Welttheater in Auerbachs Keller
  35. Die Philosophenschlacht von Leipzig
  36. Dekonstruktion oder Das Ende der Ver­spä­tung ist das Ende
  37. Goethes Stuhl – ein Roman aus Saxanien
  38. Meine Weltbühne im poetenladen
  39. Von Blochs Trotz zu Sartres Ekel
  40. Die Internationale der Postmarxisten
  41. Dies hier war Deutschland
  42. Kopfsprünge von Land zu Land und Stadt zu Stadt
  43. Einiges Land oder wem die Rache gehört
  44. Schach statt Mühle oder Ernst Jünger spielen
  45. Macht ist ein Kriegszustand
  46. Dekonstruktion als Kriminalgeschichte I
  47. Damals, als ich als Boccaccio ging …
  48. Ein Traum von Aufklärung und Masturbation
  49. Auf der Suche nach der verschwundenen Republik
  50. Leipzig am Meer 2013
  51. Scheintote, Untote und Überlebende
  52. Die DDR musste nicht untergehen (1)
  53. Die DDR musste nicht untergehen (2)
  54. Ein Orden fürs Morden
  55. Welche Revolution darfs denn sein?
  56. Deutschland zwischen Apartheid und Nostalgie
  57. Nietzsche dekonstruierte Gott, Bloch den Genossen Stalin
  58. Ernst Jünger, der Feind und das Gelächter
  59. Von Renegaten, Trotzkisten und anderen Klassikern
  60. Die heimatlose Linke (I)
    Bloch-Oper für zwei u. mehr Stimmen
  61. Die heimatlose Linke (II)
    Ein Zwischenruf
  62. Die heimatlose Linke (III)
    Wer ist Opfer, wer Täter ...
  63. Die heimatlose Linke (IV)
    In der permanenten Revolte
  64. Wir gründen den Club der
    heimatlosen Linken
  65. Pekings große gegen Berlins kleine Mauer
  66. Links im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer
  67. Zweifel an Horns Ende – SOKO Leipzig übernimmt?
  68. Leipzig. Kopfbahnhof
  69. Ordentlicher Dialog im Chaos
  70. Büchner und Nietzsche und wir
  71. Mit Brecht in Karthago ...
  72. Endspiel mit Luther & Biermann & Margot
  73. Die Suche nach dem anderen Marx
  74. Wer ermordete Luxemburg und Liebknecht und wer Trotzki?
  75. Vom Krieg unserer (eurer) Väter
  76. Wohin mit den späten Wellen der Nazi-Wahrheit?
  77. Der Feind ist in den Sachsengau eingedrungen
  78. Die Heldensöhne der Urkatastrophe
  79. Die Autobiographie zwischen
    Schein und Sein
  80. Auf der Suche nach der verlorenen Sprache
  81. Atlantis sendet online
  82. Zur Philosophie des Krieges
  83. Deutsche, wollt ihr ewig sterben?
  84. Der Prominentenstadl in der Krise
  85. Der Blick von unten nach oben
  86. Auf der Suche nach einer moralischen Existenz
  87. Vom Krieg gegen die Pazifisten
  88. Keine Lust aufs Rentnerdasein
  89. Von der Beschneidung bis zur
    begeh­baren Prostata
  90. Friede den Landesverrätern
    Augstein und Harich
  91. Klarstellung 1 – Der Konflikt um
    Marx und Bloch
  92. Bloch & die 56er-Opposition zwischen Philo­sophie und Verbrechen
  93. Der Kampf ums Buch
  94. Und trotzdem: Ex oriente lux
  95. Der Soldat: Held – Mörder – Heiliger – Deserteur?
  96. Der liebe Tod – Was können wir wissen?
  97. Lacht euren Herren ins Gesicht ...
  98. Die Blochianer kommen in Tanzschritten
  99. Von den Geheimlehren der Blochianer
Aufsatz