Kritik
Romane, Erzählungen, Kurzprosa, Lyrik, Theorie, Literarisches
Serhij Zhadan – Hymne der demokratischen Jugend
Erzählungen | Suhrkamp 2010
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Dietmar Jacobsen 06.02.2010 |
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Chancenlos in Charkiw
Serhij Zhadan wirft mit Hymne der demokratischen Jugend einen satirischen Blick auf die Ukraine von heute
Serhij Zhadans (Jahrgang 1974) sechs neue Erzählungen, vereinigt unter dem ironischen Titel Hymne der demokratischen Jugend, bilden just diese Situation auf bissig-satirische Weise ab. Ihr Autor, neben Jurij Andruchowytsch der im Moment wohl international bekannteste ukrainische Schriftsteller, ist in seiner Heimat vor allem als Lyriker populär geworden.
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Michael Basse – skype connected
Ein Liebesbrevier | Verlag Ralf Liebe 2010
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Arnim Steigenberger 02.02.2010 |
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Ich ist ein anderes Du
Hier lieben sich zwei. Ein männliches Ich, ein weibliches Du – das ist vermutlich der älteste Topos überhaupt: In Michael Basses Neuerscheinung erfreuen wir uns an 42 Liebesgedichten, in denen es nicht nur um Liebe geht.
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Herta Müller – Atemschaukel
Roman | Hanser 2009
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Ulrich Bergmann 29.01.2010 |
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Eine Allianz mit der Seelen-Sprache der Leidenden
Iris Radischs Kritik in der Zeit vom 20.8.2009 ist nicht nur polemisch, sondern vernichtend.
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Radisch übersieht das surplus an Dialektik, das die metaphorische Sprache dieses Romans erzeugt: Die expressive Bildsprache zitiert eine Zeit, in der extreme Desillusionierung und Hoffnungslosigkeit umschlugen in neue Hoffnung.
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Weitere Kritik | W. F.Schmid: Atemschaukel  |
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Peter Sloterdijk – Philosophische Temperamente
Von Platon bis Foucault | Diederichs Verlag 2009
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Arnim Steigenberger 26.01.2010 |
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19 + 1 Vorwort zur Philosophie
Wer meint, er wisse doch bereits einiges über Philosophie und brauche deshalb dieses Buch nicht, liegt völlig falsch; wer meint, es handle sich hier um eine konventionelle Philosophiegeschichte, ähnlich der vor 40 Jahren erschienen Philosophischen Hintertreppe von Wilhelm Weischedel – nur eben aus Sloterdijkschem Blick –, liegt ebenso falsch.
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Ulrich Greiners Lyrikverführer
Lyrik/Theorie | C.H.Beck 20099
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Arnim Steigenberger 19.01.2010 |
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Ein Verführer alter Schule
Eine neue Einführung in die Lyrik? Eins ist klar: Ein solches Buch muss sich ganz besonders anstrengen. Wer heute einen Verführer zu etwas nicht wirklich Populärem wie Poesie auf den Markt bringt, braucht – damit dieser gelesen wird – gute Gründe.
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Georg Bydlinski – Jahrzehnteschnell
Gedichte | Edition Razamba 2009
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Christian Teissl 12.01.2010 |
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60 Gedichte aus 30 Jahren
Bei Angehörigen meiner wie auch der nachfolgenden Generation weckt der Name Bydlinski schöne Kindheitserinnerungen. Schließlich war es dieser Autor, von dem man gelernt hat, dass man „Lama“ auf „Pyjama“ reimen kann, dass jedes Ding, und sei es noch so unscheinbar, träumen kann und dass Freunde eigentlich immer wichtig sind.
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Matias Faldbakken – Unfun (u.a.)
Triologie | Blumenbar (u.a.) 2009
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Tillmann Severin 09.01.2010 |
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Slave of the system master of the flesh
Faldbakkens skandinavische Misanthropie in drei Romanen
„Schlagt euch die fucking europäischen Großstädte aus dem Kopf.“ Ist das nicht ein Stück nachvollziehbar? Angenommen man sitzt in einem Café in einer dieser Großstädte, um einen herum schlürfen schöne junge Menschen Latte macchiato und sprechen über ihre Kulturprojekte.
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Robert Littell – Das Stalin-Epigramm
Roman | Arche 2009
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Dietmar Jacobsen 07.01.2010 |
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„Sorgen Sie dafür, dass man Sie vergisst“
Robert Littells Roman Das Stalin-Epigramm wirft noch einmal einen Furcht erregenden Blick zurück ins Jahrhundert der Ismen
Dichter – und nicht nur die – wollen frei sein. Ist das zu viel verlangt? Sich ausdrücken, wie es einem beliebt: ein Menschenrecht, sollte man meinen. Loben und geißeln – die da unten genauso wie die da oben. Keine Rücksicht nehmen müssen. Auf niemanden und nichts.
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Clemens Meyer – Treffpunkt
Reihe Stich-Wort
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Mario Osterland 05.01.2010 |
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Neues von ihm?
Das erste Kapitel eines „noch unveröffentlichten Episodenromans“ versprach ein Flyer, der am 15. Dezember 2009 zur Lesung mit Clemens Meyer einlud. Nach den Erfolgen des Debutromans Als wir träumten (2006) und der Storysammlung Die Nacht, die Lichter (2008) ist es für den 32-jährigen ein Kinderspiel in seiner Heimatstadt einen Saal zu füllen.
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Lyrikstationen 2009
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Theo Breuer 22.12.2009 |
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Im Wortgestrüpp • Landen • usw.
Bereinigt um Bücher, deren nur scheinbar poetische Wortansammlungen ich auf keiner Seite lesenswert fand, versammle ich in der die Lyrikstationen 2009 abschließenden zwölften Station alle mir in diesem Jahr in die Hände gefallenen und gelesenen Lyrikeditionen mit der Zahl 2009 im Impressum, die ich in diesem Essay – exemplarisch – vorstelle und zum Abschluß einer jeder Station ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücke ...
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Jutta Voigt – Westbesuch. Vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht
Aufbau 2009
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Dietmar Jocbsen 15.12.2009 |
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Dicker Max und armer August
Jutta Voigt schaut zurück in die Zeit, als die Sonne für ein paar Jahrzehnte im Westen aufzugehen schien
Es waren immer die anderen und meist nicht einmal die intelligenteren Kinder, die untereinander Matchboxautos tauschten und in der großen Pause ihre Milchschnitte in den Dienst illegalen Wissenserwerbs stellten.
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Nancy Hünger – Deshalb die Vögel
Instabile Texte | Edition AZUR 2009
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Christophe Fricker 10.12.2009 |
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Befreit durchatmen Was sind „instabile Texte“? Als Cézanne zu malen begann, sagte man, seine luftigen, das Papier nicht deckenden Kombinationen von Farbflächen seien instabil, und das war kein Kompliment. Wegweisend war seine Betonung des Materiellen doch. Und schön, kenntlich. ...
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Christophe Fricker – Larkin Terminal
Reiseessays | Plöttner 2009
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Matthias Kehle 07.12.2009 |
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Von fremdem Ländern und Menschen „Freiheit besteht nicht nur darin, tun zu können, was man will, sondern auch darin, nicht verstehen zu müssen, was man tut. Bewegung kann sich selbst genügen.“ Der das schreibt, ist ein junger Dichter, Christophe Fricker, geboren 1978. Gerade erschienen ist sein neues, zweites Buch „Larkin Terminal“, gesammelte Essays eines leidenschaftlichen Reisenden. ...
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Marius Hulpe (Hg.) – Privataufnahme
Anthologie | Dahlemer Verlagsanstalt 2009
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Matthias Kehle 07.12.2009 |
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Junge deutschsprachige Lyrik Vor einiger Zeit – es waren gerade die Anthologien Lyrik von Jetzt 2 und Neubuch erschienen – wurde auf den einschlägigen und viel gelesenen Websites und Blogs heftig gestritten. Es ging um Sinn oder Unsinn von Anthologien mit Gedichten der „jungen Generation“, der ab 1970 geborenen Nachwuchsdichter. ...
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Ralf Rothmann – Feuer brennt nicht
Roman | Suhrkamp 2009
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Adrian Kasnitz 06.12.2009 |
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Zwischen Himmeln und Höllen
Zwei in den letzten Monaten erschienene Romane beschäftigen sich mit der prekären Lage, in der sich der Schriftsteller befindet. Diesmal jedoch nicht unter dem finanziellen sondern unter dem sozialen Aspekt. Während viele andere Berufstätige ein Netzwerk von Kontakten und Beziehungen aufbauen können, bleibt die selbst gewählte Isolation, in der ein Künstler agiert, zwar einerseits der Garant für Unabhängigkeit, andererseits offenbart sie die Schwachstellen des Systems, wenn er Gefahr läuft, durch die Maschen zu fallen. ...
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Axel Kutsch (Hrsg.) – Versnetze_zwei
Lyrikanthologie | Ralf Liebe 2009
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Theo Breuer 04.12.2009 |
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Versnetze über den Sprachraum legen
Es ist also auch bei der Lektüre von Versnetze_zwei wie immer: Ich will eigentlich bloß ein paar Seiten anlesen und stelle Stunden später fest, daß ich noch nicht gefrühstückt habe. Kutsch hält, was er im Vorwort verspricht ...
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Philippe Claudel – Brodecks Bericht
Roman | Kindler Verlag 2009
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Karen Lohse 02.12.2009 |
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„Der Mensch ist ein Tier, das immer wieder neu anfängt“
Mit „Brodecks Bericht“ beendet Phillip Claudel seine Trilogie über die Verführbarkeit des Menschen zur Gewalt
Es gibt eine Schmetterlingsart, die in größeren Gruppen zusammenlebt. In friedlichen Zeiten akzeptieren sie auch artfremde Exemplare. In bedrohlichen Situationen aber schließen sie diese aus der Gemeinschaft aus, um das eigene Überleben zu sichern ...
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Jo Lendle – Mein letzter Versuch die Welt zu retten
Roman | DVA 2009
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Tillmann Severin 24.11.2009 |
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Castorchaos vs. Eigenheim
Hinfahrt – Rückfahrt. Zwei Tage, ein Atemzug in den sich Jo Lendles neuer Roman Mein letzter Versuch die Welt zu Retten gliedert. Am Anfang steht Florian Beutler, genannt Flo, der uns zwei Dinge unmissverständlich klar macht: Das eine, dass er es ist, der uns seine Geschichte erzählt, und das andere, dass er bereits tot ist.
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Martin von Arndt – Der Tod ist ein Postmann mit Hut
Roman | Klöpfer & Meyer Verlag 2009
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Ewart Reder 01.12.2009 |
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Chapeau, Monsieur le facteur!
Findet einer da, wo im geordneten Weltbau seine Identität vorgesehen wäre, nichts vor, irritiert ihn das. Oder es inspiriert ihn. Seit Max Frisch (spätestens) ist die Leerstelle Identität ein Dauerthema der Literatur. Immer häufiger werden Romane geschrieben über das, was die Psychologie Ich-Schwäche nennt.
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Max Frisch – Antwort aus der Stille
Suhrkamp 2009
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Dietmar Jacobsen 23.11.2009 |
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Zwischen Tat und Tod
Max Frisch wollte von seiner zweiten Prosaarbeit später nichts mehr wissen – fast zwei Jahrzehnte nach dem Tod des Autors hat sein Verlag sie nun neu aufgelegt
Es ist schon raffiniert, wie der junge Max Frisch – 1911 geboren, ist er zum Zeitpunkt der Niederschrift von Antwort aus der Stille 25 Jahre alt – seinen Helden Stück für Stück Kontur gewinnen lässt.
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Hans-Jost Frey – Dante. Fünfundzwanzig Lesespäne
Urs Engeler Editor 2008
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Norbert Lange 19.11.2009 |
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Über Hans-Jost Freys: Dante
Wie geht das: Lesen? Erstaunt und naiv möchte ich diese Frage stellen. Besonders wenn ich ein Buch wie das von Hans-Jost Frey lese. Und einmal mehr, weil es zu den Büchern gehört, die in den vergangenen Jahren erschienen sind und denen offenbar nur wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde.
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A. Kramer u. J. V. Röhnert (Hg.): Die endlose Ausdehnung von Zelluloid
Anthologie | Edition Azur 2009
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Léonce Lupette 17.11.2009 |
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In gestochner Schärfe Flimmern
„Statt von allem, was jemals geblüht hat, eine Trockenprobe im Herbarium aufzubewahren und somit Vergangenes zu archivieren, sollte [die Anthologie] sich besser als meteorologisches Register bewähren; sollte dartun, was uns blüht.“ Felix Philipp Ingolds Anmerkungen zu Anthologien, jüngst in Volltext erschienen, bieten in ihrer vehementen Kritik an der grassierenden Archivierung sinnvolle Kriterien zur Beurteilung solcher Sammlungen.
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Auferstanden aus Ruinen?
Zwei neue Anthologien besichtigen die Lyrik der DDR
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Michael Braun 10.11.2009 |
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Auferstanden aus Ruinen?
Sie stand am Anfang einer neuen Zeit – und wagte es, die angeblichen „Errungenschaften“ dieser neuen Zeit mit poetischem Eigensinn in Frage zu stellen. Sie fragte nach der Haltbarkeit der neuen sozialistischen Utopien – und fand so viele skeptische Antworten, dass den politischen Administratoren dieser Utopie Hören und Sehen verging.
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Uljana Wolf – falsche freunde
Gedichte | kookbooks 2009
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W. F. Schmid 07.11.2009 |
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Bilinguale Kippfiguren
Als Uljana Wolf 2006 mit gerade einmal 26 Jahren der Peter-Huchel-Preis für ihr Debüt verliehen wurde, war die Überraschung groß im kleinen Lyrikbetrieb. Die Erwartungen auf den Nachfolgeband, für den sich die Dichterin vier Jahre lang Zeit gelassen hat, hingen entsprechend hoch.
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Siegfried Lenz – Landesbühne
Suhrkamp 2009
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Dietmar Jocbsen 05.11.2009 |
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Manchmal kann die Wahrheit nur erfunden werden
In seinem neuen Erzähltext Landesbühne übermalt Siegfried Lenz die Realität ganz im romantischen Stil
Eigentlich kennt man Siegfried Lenz mehr als handfesten Realisten. Seine Figuren stehen beidbeinig in der Wirklichkeit. Die Konflikte in die sie geraten, konfrontieren sie mit ihrer Zeit und ihrer Welt.
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Johannes Weinberger – Das kleine Tao der Tiere
Luftschacht 2009
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Roland Steinerr 04.11.2009 |
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Angst im Rohrschachtest
Weinbergers jüngstes Werk legte dem Verlag wohl ein Etikettierungsrätsel auf: Welcher Gattung könnte man diese 50 Traumsequenzen und Wirklichkeitskader eines einzigen, weil ewig dauernden Tages zuordnen? Die Rezeption aber funktioniert auch ohne Label.
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A. J. Weigoni – Vignetten
Novelle | Edition Das Labor 2009
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Theo Breuer 27.10.2009 |
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Lachfalten im Gesicht der Zeit
Ein schmaler Band – 64 Seiten einschließlich des Vorworts von Holger Benkel und des Nachworts von Enrik Lauer: Die Poesie des 21. Jahrhunderts ist synästhetisch. Eine Novelle, zwei Kapitel (Mäander und Uräus). 53 Seiten. Kurz, knapp, aber nicht lakonisch.
Eingehüllt in weißen festen Einband, von ranker Vignette geziert. Signiert und numeriert. Ein schmales Buch, ein schlichtes Buch, ein schönes Buch.
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Tom Schulz – Kanon vor dem Verschwinden
Gedichte | Berlin Verlag 2009
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Henning Heske 06.10.2009 |
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Zeilensprunghaft
Der Titel des neuen Buches von Tom Schulz kam mir irgendwie bekannt vor. Lag es daran, dass Kollegin Andrea Heuser im letzten Jahr einen Lyrikband mit der Aufschrift „vor dem verschwinden“ vorgelegt hatte oder weckte er Erinnerungen an Hans Magnus Enzensbergers Gedichtsammlung „Die Furie des Verschwindens“, die 1980 in sattem Orange in der legendären edition suhrkamp erschienen war?
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Thomas Brasch – Ich merke mich nur im Chaos
Suhrkamp 2009
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Madeleine Prahs 03.10.2009 |
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Der Seismograph
Interviews mit dem Lyriker, Schriftsteller, Filmemacher und Dramatiker Thomas Brasch
Der Schriftsteller Thomas Brasch konnte über das Erzählen und das Schreiben so präzise wie poetisch sprechen. Aber er konnte in Gesprächen ebenso scharfsinnig widersprechen, wenn versucht wurde, Literatur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen: den politisch-geographischen.
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Thomas von Steinaecker – Schutzgebiet
Roman | Frankfurter Verlagsanstalt 2009
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Dietmar Jocbsen 24.09.2009 |
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Unsicherheitsfaktor Mensch
Thomas von Steinaecker mischt in seinem neuen Roman deutsche Kolonialgeschichte mit Franz Kafka und Jules Verne
Es sind alles Gescheiterte, die sich da Anfang des zweiten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts in der fiktiven deutschen Kolonie Tola am westlichen Rand des afrikanischen Kontinents zusammenfinden. Henry Peters, wenn man so will die Zentralfigur des Romans, erleidet gleich zu Anfang Schiffbruch im wahrsten Sinne des Wortes.
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Roman Graf – Herr Blanc
Roman | Limmat 2009
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Johanna Hemkentokrax 19.09.2009 |
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Anleitung zum Unglücklichsein
Herr Blanc liebt die Schweiz, die Ruhe, Ordnung, Gemütlichkeit und feste Rituale. Er ist der perfekte Kleinbürger. Risiken, Abenteuer und Unberechenbarkeiten sind ihm ein Graus.
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Andreas Maier – Sanssouci
Roman | Suhrkamp 2009
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Tillmann Severin 14.09.2009 |
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Im Lustgarten von Sanssouci
„Für Anni Schmidt war der westdeutsche Regisseur ein sehr angenehmer Nachbar gewesen.“ Soviel erfahren wir im ersten Satz über Hornung, der zu Anfang des Romans Sanssouci in Frankfurt beerdigt wird; vielmehr aber auch bis zum Schluss nicht.
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Herta Müller – Atemschaukel
Roman | Hanser 2009
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Walter F. Schmid 05.09.2009 |
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Als die Hautundknochenzeit da war
„Wir waren alle in keinem Krieg, aber für die Russen waren wir als Deutsche schuld an Hitlers Verbrechen.“ Nicht weniger als 80.000 Rumäniendeutsche trieb diese auferlegte Schuld nach dem Sturz und der Hinrichtung des Diktators Antonescu ins russische Arbeitslager. Alle Männer und Frauen zwischen 17 und 45 sollten deportiert werden, um Russland beim „Wiederaufbau“ zu helfen.
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Nicolas Dickner – Nikolski
Roman | Frankfurter Verlagsanstalt 2009
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Carola Gruber 03.09.2009 |
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Eine herrliche Verschwendung
Am Anfang kann es helfen, Blatt und Stift bereitzuhalten. Denn hier scheint jeder mit jedem verwandt zu sein oder doch zumindest in enger Verbindung zu stehen – teils, ohne es selbst zu wissen. Und überhaupt hängt in Nicolas Dickners Debütroman Nikolski unwahrscheinlich viel mit unwahrscheinlich vielem zusammen ...
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Ruth Johanna Benrath – Rosa Gott, wir loben dich
Marc Degens – Abweichen
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Daniel Ketteler 29.08.2009 |
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Game over oder Reset?
Ammann und Engeler stellen den Betrieb ein, Kookbooks in Nöten und die Regale voll mit Fun und Fantasy. Dazu die aktuellsten Blut-und-Sperma-Operetten, Tankstellenliteratur nebst den neusten Spiessbürgerlichkeiten irgendeines einsam vor sich hindämmernden, selbsterklärten Kulturchefs. Was ist los in unseren Buchhandlungen? Game over in der Verlagslandschaft (Standard, Dante Andrea Franzetti, 21.08.09)? Oder Neustart?
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Walter Helmut Fritz – Gesamtwerk
Verlag Hoffmann und Campe 2009
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Matthias Kehle 26.08.2009 |
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Entwicklung von ruhiger Konsequenz
„Seine Gedichte kommen ohne großen Stimmaufwand aus, sie haben Behutsamkeit, Zartheit, Strenge, sind – trotz gelegentlicher Verschwiegenheit – offen für die Verständigung mit dem Leser.“ Was Walter Helmut Fritz über die Lyrik eines Kollegen schrieb, gilt auch für seine eigenen Gedichte. Heute wird der große Karlsruher Dichter achtzig Jahre alt.
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Tom Schulz (Hrsg.) – alles außer Tiernahrung
Neue politische Gedichte | Rotbuch 2009
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Walter F. Schmid 24.08.2009 |
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Wenn Dichter mit Flaggen wedeln
Wenn Lyrik und Politik aufeinander Kurs nehmen, ist fast immer ein Konflikt in der Gedichtpolitik vorprogrammiert. Die einen meinen, die Politik tauge nicht als Thema für die Lyrik, die anderen, dass Gedichte kein probates Darstellungsmittel für die Politik sind. Der Streitpunkt der Vereinbarkeit beider Bereiche wird sich nur schwer beseitigen lassen, und das ist gut so.
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Daniel Kindslehner – Das Leben der Wünsche
Roman | Hanser 2009
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Daniel Kindslehner 21.08.2009 |
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Durch den Raum und gegen die Zeit
„Eine Sekunde! Setzen wir uns auf die Bank vor diesem Brunnen! Ich möchte Ihnen ein Angebot machen.
Meinen Sie mich?
Ich meine Sie.“
Unmittelbarer könnte ein Einstieg in eine Geschichte wohl kaum vonstattengehen als in Thomas Glavinics neuem Roman.
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Valeria Parrella – Zeit des Wartens
Roman | C. Bertelsmann Verlag 2009
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Tillmann Severin 20.08.2009 |
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Zwischen Kopf und Zahl
Jeder kennt das: Was hätte ich antworten sollen? Und so verstrickt man sich in Tagträumereien, Fiktionen und flieht möglicherweise zu ihnen. Bei Maria, der 42jährigen Erzählerin in Valeria Parrellas neuem Buch „Zeit des Wartens“, wäre das zunächst nichts Ungewöhnliches:
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Olga Tokarczuk – Unrast
Schöffling 2009
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Adrian Kasnitz 14.08.2009 |
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Immerwährendes Boarding
„Mir scheint, dass für unsere Zeit Unrast ein solches Wort sein könnte“, schreibt Olga Tokarczuk über ihre Suche nach einer etikettierenden Bezeichnung für die heutige Gesellschaft, für den Zustand des äußerst mobilen Menschen.
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Selma Mahlknecht – Es ist nichts geschehen
Roman | Edition Raetia 2009
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Dietmar Jocbsen 10.08.2009 |
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Im Schatten der großen Mutter
Das Romandebüt der Südtiroler Autorin ist ein kraftvolles Familienporträt mit archaischen Zügen
Sie heißen Sandy und Bess – und sie sind Schwestern. Sandy, die um drei Jahre Jüngere, hat die Schule abgebrochen und versucht, als Mädchen für alles in einem Südtiroler Hotel Fuß zu fassen. Bess zählt zur so genannten Generation Praktikum und schreibt Bewerbung um Bewerbung, ohne auch nur in die Nähe eines akzeptablen Jobs zu kommen.
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Ludwig Steinherr – Kometenjagd
Gedichte | Lyrikedition 2000, 2009
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Walter F. Schmid 09.08.2009 |
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Ein Lichtstrahl von Arkadien nach Elysium
Am Anfang war das Wort. Falsch. Am Anfang der Kometenjagd steht die „selbstvergessene Schöpfung“. Das Wort dagegen führt bei Steinherr zur Auftrennung in Geist und Materie, weil es den unbenennbaren geistigen Rest nicht tragen kann.
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Johann Lippet – Im Garten von Edenkoben
Lyrikedition 2000, 2009
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Michael Wüstefeld 31.07.2009 |
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Gern liegen Dichter in Gärten herum
Erst tummelt sich William Blake im Garten „der Liebe“, dann verlängert Thomas Rosenlöcher seine Beine „im Garten bei Kleinzschachwitz“, nun begibt sich Johann Lippet „ins schöne Babylon“ von Edenkoben, wo es inmitten pfälzischer Weingärten ein Künstlerhaus gibt, in dem schon viele Dichter zu Gast waren.
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Anna Ditges – Begegnungen mit Hilde Domin
Dokumentarfilm
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Andreas Noga 26.07.2009 |
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Ich will dich – Begegnungen mit Hilde Domin
Am 27. Juli wäre Hilde Domin 100 Jahre alt geworden. Zum runden Geburtstag strahlen WDR, SWR, 3sat und RBB derzeit einen Dokumentarfilm aus, der die bei Drehbeginn 95jährige auf poetische, sehr persönliche und unkonventionelle Weise näher bringt.
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Jean Daive – Unter der Kuppel | Erinnerungen an Paul Celan
Urs Engeler 2009
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Walter F. Schmid 18.07.2009 |
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Der Schatten Paul Celans
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Lyrikern Jean Daive und Paul Celan beginnt mit der Übersetzung von Gedichten aus Sprachgitter. Die bis zur Verzweiflung treibende Schwierigkeit, Celan zu übersetzen, in die Unter der Kuppel hineinleuchtet, verhindert aber dennoch keine Entfaltung einer intensiven Freundschaft, und Celan entschließt sich im Gegenzug zu einer Übertragung des Gedichtbandes Décimale blanche;
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Karen Lohse – Der Flug der Libelle
Roman | Kein & Aber 2009
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Karen Lohse 15.07.2009 |
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Der Flug der Libelle
Drei aus Zeit und Raum gefallene Menschen treffen an einem Ort aufeinander, an dem es nicht nur eine Realität gibt, sondern viele. Matthias Bleuel, Logistiker aus Stuttgart besucht eine Filiale seiner Firma im für ihn entlegensten Winkel der Welt: Kemerowo, eine Stadt im Westen Sibiriens.
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Anton G. Leitner (Hg.) – power / relax / smile
Lyrik | dtv 2009
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Peter Kapp 12.07.2009 |
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Lyrik statt Schokolade
Trotz aller Begeisterung und dem großen Engagement kleiner und größerer Dichterzirkel kann nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Lyrik heute leider selten beim breiten Lesepublikum ankommt: Bekanntlich gibt es in Deutschland schon lange mehr Lyrikschreiber als Lyrikleser.
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Wulf Kirsten – Brückengang
Essays und Reden | Ammann 2009
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Dietmar Jacobsen 19.06.2009 |
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Die lange Brücke zum eigenen Werk
Mit einer Sammlung von Wulf Kirstens Essays aus den letzten 10 Jahren gratuliert ihm sein Verlag zum 75. Geburtstag
Der Dichter Wulf Kirsten macht es seinen Lesern nie einfach. Den am 21. Juni 1934 in Klipphausen nahe dem sächsischen Meißen Geborenen zu lesen, war und ist immer mit Anstrengung verbunden.
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Heiner Müller – Traumtexte
Bibliothek Suhrkamp 2009
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Walter F. Schmid 17.06.2009 |
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Er·träumt die Freiheit schizophrener Textruinen
„‚Ich habe kurz vor dem Aufstehen was geträumt.‘ Und er [Heiner Müller]: ‚Schreib's auf! So wie's dir in den Kopf kommt, schreib's auf!‘ Vor der Probe, während der Riesenstab sich sammelte und ich mich eigentlich umziehen mußte, saß ich und kritzelte auf ein Papier, was ich geträumt hatte, und das gab ich Heiner. Und Heiner gab es Bob Wilson.
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Rayk Wieland – Ich schlage vor, dass wir uns küssen
Roman | Antje Kunstmann 2009
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Dietmar Jacobsen 16.06.2009 |
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„Die DDR war nie mein Lieblingsfilm“
In Rayk Wielands Romansatire erlebt der Leser die Geburt eines Untergrunddichters wider Willen
Jahrelang haben die Feuilletons in den frühen 90ern nach dem ultimativen Wenderoman Ausschau gehalten, ohne ihn je zu bekommen. Dann hat sich ein gewichtiger Autor genau in der Mitte des ersten Jahrzehnts nach dem Beitritt an einem solchen versucht und ist gescheitert.
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C.-C. Elze – Gänge | C. Kreis – Nichtverrottbare Abfälle
Gedichte | mdv 2008, Connewitzer 2009
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Daniel Ketteler 12.06.2009 |
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Nichtverrottbare Jenseitspiloten
„gänge“ von Carl-Christian Elze, sein zweiter Gedichtband, beginnt mit einem „Aufgang“, genau genommen mit einem Aufstieg in höchste Höhen, mit einem Flug: „wenn menschen fliegen, ist das kein fliegen, // wenn vögel fliegen, ist das kein fliegen // fliegen ist gar nicht zu spüren auf erden“.
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Thomas Pynchon – Gegen den Tag
Roman | Rowohlt 2008
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Jens Kassner 08.06.2009 |
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Ein glitzernder Trümmerberg
Ein glitzernder Trümmerberg Die Romane des großen Unbekannten der amerikanischen Gegenwartsliteratur haben Gewicht – 1600 dichtbedruckte Seiten wie bei Gegen den Tag ignoriert man nicht so leicht. Thomas Pynchon muss niemandem mehr etwas beweisen, seinen Platz in der Literaturgeschichtsschreibung hat er sicher.
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Lutz Rathenow – Gelächter, sortiert
Gedichte | Ralf Liebe, Weilerswist 2009
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Matthias Kehle 05.06.2009 |
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Durchwachsen
Er nennt sich einen „etablierten Außenseiter“, der eher „merkwürdige Literaturpreise“ bekommen habe und 15.000 Seiten eigener Stasi-Akten zur Kenntnis habe nehmen müssen. Tatsache ist, dass Lutz Rathenow einer der wichtigen Gegenwartslyriker ist. Außerdem ist der vielseitige Schriftsteller mit einem bemerkenswerten Bildband über Ostberlin und einem hübschen Kinderbuch zum Bestsellerautor geworden.
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Ewart Reder – Verfasste Landschaft
Gedichte | axel dielmann – verlag 2008
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Gerald Brandt 28.05.2009 |
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Für Grenzgänger und Widerleser
Dass Ewart Reder schreiben kann, dürfte inzwischen hinreichend bekannt sein, muss nicht weiter ausgeführt werden. Und doch schafft er es immer wieder, seine Leserinnen und Leser zu überraschen. Mit Gedichten, die so gründlich gegen den Sprachstrich gebürstet sind, dass es gelegentlich beinahe schmerzt. Die sich dem Lesenlassen zunächst widerborstig verweigern, um einen dann überfallartig mit wunderbaren Assoziationen und sprachschöpferischem Eigensinn zu beeindrucken und innehalten zu lassen.
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Ludvik Kundera – do Ra Da (da)
Gedichte | Arco Verlag und Poesiealbum 2008
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Volker Sielaff 25.05.2009 |
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Sommerbuch der kleinen Wünsche
Schon auf dem Deckblatt stehen, als Name und Buchtitel, zwei Verse: „Ludvík Kundera / el do Ra Da (da)“. Sein Name dürfte auch wenig erfahrenen Lyriklesern ein Begriff sein, denn Kundera zählt heute zu den bekanntesten tschechischen Dichtern der Gegenwart, und vielmaschig ist inzwischen das Netz der Korrespondenzen zwischen ihm, dem 1920 im böhmischen Litomerice geborenen Poeten, und seinen (lebenden und toten) deutschen Freunden und Kollegen, die er fast alle auch ins Tschechische übersetzt hat: Peter Huchel, Franz Fühmann, Günter Kunert, Heinz Czechowski, Erich Arendt, Hanns Cibulka und viele andere.
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Eberhard Häfner – In die Büsche geschlagen
Gedichte | Lyrikedition 2000, 2008
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Michael Wüstefeld 23.05.2009 |
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Schön verquer
Wo andere Dichter
Das ist ja das geniale an der von Heinz Ludwig Arnold gegründeten „Lyrik Edition 2000“: den Lesern werden vergriffene Lyrikbände wieder zugänglich und abgegriffene Lyriker zu Novitäten gemacht. So hat sich diese Editionsreihe zu einer wahren Fundgrube mit inzwischen über 100 Bänden entwickelt.
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Michael Köhlmeier – Idylle mit ertrinkendem Hund
Prosa | Deuticke im Paul Zsolnay Verlag 2008
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Dietmar Jocbsen 22.05.2009 |
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„Worte sind das Werkzeug des Narren“
Michael Köhlmeiers Novelle Idylle mit ertrinkendem Hund ist große Kunst und berührende Trauerarbeit in einem
Kunst ist Kunst und Realität Realität. Wer Literatur macht, ist sich dessen in der Regel bewusst und genießt es, die tristen Gegebenheiten des Daseins auf ein paar Dutzend oder Hunderten von Seiten einmal beiseite lassen zu können, sich zum Demiurgen einer Parallelwelt aufzuschwingen, in der die Kontraste schärfer, die Figuren konturierter, die Konflikte tödlicher sind.
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100 Gedichte aus der DDR – Buchwald / Wagenbach (Hg.)
Anthologie | Wagenbach 2009
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Michael Wüstefeld 15.05.2009 |
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Merkwürdigkeiten einer Anthologie
Wo andere Dichter Der Jubiläumismus hat die Verlage fest im Griff. 20 Jahre Mauerfall und 20 Jahre Deutsche Einheit gestalten die Programme maßgeblich mit, auch im Wagenbach Verlag. Schon zu Zeiten des Kalten Krieges waren dort Bücher von DDR-Autoren wie Christa Reinig, Peter Huchel und Wolf Biermann erschienen, die zum Teil im „Leseland“ nicht gelitten waren.
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Erika Burkart – Geheimbrief
Gedichte | Ammannn 2009
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Walter F. Schmid 12.05.2009 |
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Jenseits der Menschen die Lieder
Wo andere Dichter schon aufgehört haben zu schreiben, weil sie vom ewigen Selbstzitieren genervt sind, schreibt Erika Burkart fleißig weiter. Der Vorwurf des Selbstzitierens trifft auf den ersten Blick wohl bei niemandem sonst so deutlich zu. Auf den ersten Blick.
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Volker Braun – Machwerk
Suhrkamp 2008
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Dietmar Jacobsen 07.05.2009 |
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Inmitten des „Großen Umsonst“
Volker Brauns Flick von Lauchhammer ist ein armer Schelm des anbrechenden dritten Jahrtausends
Mit seinem Gedicht Das Eigentum hat Volker Braun im Sommer 1990 als einer der ersten deutschen Autoren einen poetischen Kommentar zur Lage im östlichen Teil seines Vaterlands am Vorabend der Wiedervereinigung abgegeben. Es wird seither viel zitiert, doch leider auch nicht selten missverstanden. Denn nicht von jammersatter Ostalgie, eher von Paradoxie sollte wohl die Rede sein, wenn es heißt: „Was ich niemals besaß, wird mir entrissen. / Was ich nicht lebte, werd ich ewig missen.“
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Hélène Berr – Pariser Tagebuch 1942-1944
Hanser 2009
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Antonín Dick 24.04.2009 |
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Ein atemberaubendes Zeugnis
„Ich schreibe hier, weil ich nicht weiß, mit wem ich reden soll“. So eine der ersten Tagebuchnotizen einer Einundzwanzigjährigen im nazibesetzten Paris. Das Aufschreiben beruhigt sie. Nach Eintrag einer längeren Geschichte resümiert sie: „Es genügt, daß ich sie dir erzählt habe, mein Blatt Papier; schon ist alles besser.“
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Walle Sayer – Kerngehäuse
Prosagedichte | Klöpfer & Meyer 2009
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Matthias Kehle 23.04.2009 |
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Eine Innenansicht des Wesentlichen
„Stell einen Notenständer ins Freie, schon sammeln sich darauf Schwalben.“ Solche wunderbaren Bilder finden sich in dem neuen Buch des Horber Dichters Walle Sayer zu Hauf. „Kerngehäuse. Eine Innenansicht des Wesentlichen“ nennt er die Sammlung von kurzen Prosastücken, die meisten kaum länger, oft kürzer als eine halbe Seite.
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Antonin Artaud – Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft
Matthes & Seitz 2009
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Tobias Roth 18.04.2009 |
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Mit Kunst über den Ernst der Kunst
Antonin Artaud, über den es etwa bei Derrida irrwitzig komplizierte Dinge zu lesen gibt, hat selbst nicht leicht geschrieben, wie er auch nicht leicht gelebt hat. Die Leidenserfahrung der Psychiatrie als Ort des blanken Terrorismus, die etwa in Sylvère Lotringers Buch Ich habe mit Antonin Artaud über Gott gesprochen eindrucksvoll geschildert wird, und die ganz und gar nicht psychiatriebedürftige Beschäftigung mit Erzeugung von Kunst reihen Artaud in den martyrologischen Baum ... der genialen Wahnsinnigen (Derrida, Die soufflierte Rede) ein, den er selbst als erster skizzierte.
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Andre Rudolph – fluglärm über den palästen unsrer restinnerlichkeit
Gedichte | luxbooks 2009
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Walter F. Schmid 14.04.2009 |
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Es leuchten Buchstaben über der Stadt
wie verstreut aufgepinselt aus dem Restlicht verglühender Sterne, die in eingerosteter Himmelsmechanik gerade noch ein ausgefranst poröses Bild ausstrahlen: Die lyrische Person im geschundenen Morgen öffnet die Hitzekammer der unbewussten Schichten, die an der kalten Oberfläche ausglüht.
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Thomas Stangl – Was kommt
Roman | Droschl 2009
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Roland Steiner 10.04.2009 |
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„Die Wirklichkeit ist Lüge“
Mit Karsamstag endete die im österreichischen Parlament gezeigte Ausstellung zum Jubiläum „90 Jahre Republik Österreich“. Heikelster Zeitabschnitt in der nach großkoalitionärem Proporz erfolgten Konzeption dieser Schau waren die Jahre des austrofaschistischen „Ständestaates“ 1933/34-1938, die man offenbar wie jene der NS-Diktatur zu den republikanischen zählte.
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M. Schwitter, E. St. Aubyn, G. Adair, Z. Jenny, M. Cărtărescu, Ch. Herwartz
Sammelrezension
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Ewart Reder 09.04.2009 |
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Fremd im Eigenen
Sechs Häuser suchen sich ihren Roman
Wenn die Redensart recht hat und das Leben Straßen benutzt, sind Häuser deren Kreuzungen. Fragt man die Mode, scheinen zwar viele ein Outdoor-Dasein zu fristen. Ihre Autos sind so hässlich wie die Kleinwagen vor vierzig Jahren und so groß wie damals die Häuser. Aber das täuscht, der gegenwärtige Mensch verlässt sein Haus, außer um in ein anderes zu gehen, nur um allein zu sein oder der Autowerbung nachzuträumen.
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Natascha Wodin – Nachtgeschwister
Roman | Antje Kunstmann Verlag 2009
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Dietmar Jocbsen 06.04.2009 |
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Begegnung in der Wüste
Natascha Wodin schreibt nach Wolfgang Hilbigs Tod das Gegenstück zu seinem Roman Das Provisorium
„Er war hier angekommen wie in einer Hypnose. Hypnotisiert hatten ihn seine eigenen Gedanken, und diese kreisten um die Gestalt einer Frau. Sie kreisten um ihre Gestalt und um ihr Bild, und es war ihm absolut nicht gelungen, sie zu einer wirklichen Frau für sich werden zu lassen. Das war ihm bei noch keiner Frau gelungen.“ Die Sätze stammen aus Wolfgang Hilbigs (1941 – 2007) letzten Roman Das Provisorium (2000).
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Jan Wagner, Björn Kuhligk (Hg.) – Lyrik von JETZT zwei
Gedichte | Berlin Verlag 2008
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Alexander Nitzberg 02.04.2009 |
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Und weiter weiß man nicht ...
Junge Lyrik kann einiges bedeuten: zum Beispiel frisch, riskant und witzig. Oder auch unreif, schülerhaft und grün.
Der zuverlässigste Indikator für das poetische Können ist immer noch die Metaphorik, „that ocean where each kind / Does straight its own resemblance finde“ (Andrew Marvell): Hier spannt sich jenes feinmaschige Netz von Analogien, welches die sprachlichen Funde einfängt und ordnet.
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Leopold Maurer – Miller & Pynchon
Graphic Novel | Residenz 2009
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Roland Steiner 31.03.2009 |
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Humannumerik und wölfische Kommunikation
Rational bestimmte Obsessionen und ungesunde Verlustkompensationen schweißten die Welt vermessenden Helden in diesem exzellenten Comicroman zusammen, ein Werwolfjunge wird sie trennen. Die Helden, das sind Pynchon und Miller, ihre Helfer Hoffmann und Coraghessan. Freunde von literaturgeschichtlichen Anspielungen und Querverweisen werden so denn ihre doppelte Freude an dieser in hart kontrastiertem Schwarz-Weiß gehaltenen Graphic Novel haben ...
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Björn Kuhligk – Von der Oberfläche der Erde
Gedichte | Berlin Verlag 2009
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Marcus Roloff 28.03.2009 |
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Zwischen hier und der Fliehkraft
Björn Kuhligk gehört zur unprätentiösen Sorte Dichter, die sich von Dingen, die es nicht gibt, fernhalten. Für den der sagt, was er sieht, existiert zum Beispiel der Himmel (zumindest tagsüber) lediglich als Quelle von Licht. Schon gar nicht muss er als metaphorischer Kuppelbau herhalten, der dabei helfen soll, die Sprache wie einen geweihten Schluck Wasser rübergeschoben zu kriegen, aus dem die semantisch beladenen Blasen aufsteigen, mittels derer das so genannte Gemeinte dann ausgedrückt wird.
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Lukas Kollmer – Anomia
Luftschacht 2009
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Walter F. Schmid 25.03.2009 |
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Burroughs, W.S.: Frankenstein. Wien: Luftschacht 1984
Wo Anomie eigentlich die Diskrepanz zwischen kulturellen Zielen und institutionalisierten Mitteln meint, wo Orientierungslosigkeit, soziale Bindungslosigkeit und normativer Geltungsverlust entsteht; wo die Anomietheorie eigentlich eine konkrete Handlungsanleitungbegründung für abweichendes Verhalten liefert, verschiebt Kollmer den Begriff in eine funktionale Gesellschaftstheorie: die politische Maschine.
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Michaela Falkner – Kaltschweißattacken
Prosa | Residenz 2009
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Roland Steiner 23.03.2009 |
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Ein Kammerdrama des Devotionsschreckens
Ivan, der (begehrte) Schreckliche, Ivan, der (zwei Meter) Große: Diese Schläge austeilende und darin Euphorie auslösende monströs überhöhte Figur ist das Liebes- und Lebenszentrum von Michaela Falkners namenloser Ich-Erzählerin. Orientierte sich Michael Stavarič in seinem gewaltigem Roman Böse Spiele an griechischer Epik, erzählt die österreichische Radikalkünstlerin im Theatralikduktus einer griechischen Tragödie von sich unbedingt verausgabender Devotion.
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Kathrin Schmidt – Du stirbst nicht
Roman | KiWi 2009
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Walter F. Schmid 19.03.2009 |
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Life in a glasshouse
In raschen Wechseln der Erzählperspektive wirft Kathrin Schmidt den Leser in ihren neuen Roman. Erst im zweiten Kapitel entrollt sich der Protagonistin selbst ihre Identität und ihr Schicksal: Ihr platzte ein Hirnaneurysma, sie erlitt eine Amnesie, eine Aphasie. Kathrin Schmidt, Spezialistin erinnerter Geschichte durch individuelle Schicksale, verlässt auch in Du stirbst nicht ihr Sujet nicht.
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Francisca Ricinski – Zug ohne Räder
lyrische Prosa | Editura Fundatiei Culturale Poezia 08
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Andreas Noga 18.03.2009 |
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Texte sind Räume ...
Ricinskis Texte sind Räume. Räume, in denen Möbel aus Literatur, Musik, Theater, Kunst, autobiographischer Realität und Fiktion zu einem surrealen, melancholischen Ensemble verschmelzen. Im ersten Abschnitt des Buches sind diese Worträume als verspätete Briefe an längst verstorbene Dichterinnen und Dichter gerichtet.
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Bodo Kirchhoff – Erinnerungen an meinen Porsche
Roman | Hoffmann und Campe 2009
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Dietmar Jacobsen 11.02.2009 |
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Ursel, Selma und Helene, Bankenkrach und Penisnot
Bodo Kirchhoffs aktueller Roman präsentiert sich als unernstes Pandämonium unserer krisengeschüttelten Gegenwart
Daniel Deserno heißt der Held in Bodo Kirchhoffs neuem Roman Erinnerungen an meinen Porsche. Der 39-Jährige – ausgestattet mit sämtlichen Erkennungszeichen seines aktuell stark in Verruf geratenen Berufsstands – ist ein Hans Dampf in allen Gassen des Investmentbankings. Da der Leser ihm begegnet, treibt ihn allerdings mehr als die kollabierenden Fonds seiner Bank ein intimes Problem um: Sein Porsche röhrt nicht mehr und das macht ihm zu schaffen.
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Daniel Glattauer – Alle sieben Wellen
Roman | Deuticke 2009
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Dorothea Gilde 09.03.2009 |
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Gefühlsschrank und Berührungspunkt
Was wäre wenn… Shakespeare eine Homepage gehabt hätte? Nun, dann hätte Ephraim Kishon* vielleicht keine Fortsetzung mehr schreiben müssen. Sie wissen schon, Romeo und Julia. Weil Shakespeare sie, getrieben vom inter-netten Drängen der edlen Damen, selbst geschrieben hätte? Daniel Glattauer jedenfalls hat es getan. In seinem neuen Buch Alle sieben Wellen spinnt er die virtuelle Liebesgeschichte von Emmi und Leo aus Gut gegen Nordwind weiter.
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Michael Wüstefeld – Das AnAlphabeth
Seidl 2007
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Wolfgang Hädecke 05.03.2009 |
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Eine Schatztruhe voller Schaumkraut
Der Dresdner Dichter Michael Wüstefeld fischt kunstvoll nach Wörtern
Die berühmte dänische Lyrikerin Inger Christensen schrieb vor Jahren ein Langgedicht „Alphabet“, das mit dem Doppelvers beginnt: „Die Aprikosenbäume gibt es. Die Aprikosenbäume gibt es.“ Vom Buchstaben A führte sie, jeweils Wörter mit dem folgenden Anfangsbuchstaben häufend, den Text bis zum N und brach nach 321 N-Versen ab ...
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Jürg Halter – Nichts, das mich hält
Gedichte | Ammann 2009
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Konstantin Ames 01.03.2009 |
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Noch'n Tranzendentalbelletrist
Satt mattrot der Ballon, der den pechschwarzen Stockschirm in den stark bewölkten Coverhimmel trägt; oder wird der Schirm von einem Sturm in Richtung Wolkenfront getragen, und der Ballon klebt an ihm? Oder … Die rätselhafte Zeichnung ist das Cover des schmalen, properen Gedichtbands Nichts, das mich hält. Jürg Halter, sein Autor hat sich mit dieser Figura etymologica gleich selbst ein kleines Denkmal gesetzt ...
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Theo Breuer – Wortlos
Gedichte | Silver Horse Edition 2009
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Andreas Noga 28.02.2009 |
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du! (ruchu dur spruchu ust dus guducht)
In seinen jüngsten Essays (nachzulesen unter anderem in poetenladen) hat sich Theo Breuer mehrfach skeptisch über die Lyrikproduktion jüngerer Autorinnen und Autoren geäußert. Es mangele an Bänden, die unter die Haut gehen, im Kopf bleiben und auch im Bauch über die Lektüre hinaus nachwirken, weil sie Leben in sich aufgesogen haben.
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Wilhelm Genazino – Das Glück in glücksfernen Zeiten
Roman | Hanser 2009
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Dorothea Gilde 26.02.2009 |
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Halbtagsleben-Blues
Die Lektüre vom Glück in glücksfernen Zeiten kann, wie das Mittelmäßige Heimweh, Ratlosigkeit und Irritation hinterlassen. Die Hauptfigur Gerhard Warlich betreffend, ist das wohl Ziel des Romans gewesen. Woher aber kommt der unbequeme Grundton, der nachhallt.
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Jorie Graham – Region der Unähnlichkeit
Gedichte | Urs Engeler Editior 2008
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Jan Kuhlbrodt 24.02.2009 |
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Detail aus der Schöpfung
„und aus dem äußersten Ende der Nacht der blühende Weißdorn aufstand.“
Wenn es noch Argumente gebraucht hätte, mit diesem Vers hätte sie mich gehabt. Im antikisierenden Rhythmus bricht sich eine Erfahrung Raum die die Enden von Sinnlichkeit und Reflexion zusammenbiegt zu einer auf der Seite liegenden Acht, und der blühende Weißdorn ist geradezu zu riechen.
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Sibylle Lewitscharoff – Apostoloff
Roman | Suhrkamp 2009
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Dietmar Jacobsen 23.02.2009 |
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Kinder der deutsch-bulgarischen Freundschaft
Sibylle Lewitscharoffs neuer Roman ist die Geschichte einer Abrechnung
Ruben Apostoloff ist Chauffeur. Keiner aus Profession, sondern einer aus Freundschaft, später gar Liebe. An Bord seines klapprigen kleinen Daihatsu hat er zwei Schwestern. Eine davon ist die Ich-Erzählerin. Als die um zwei Jahre Jüngere sitzt sie hinten. Es ist zugleich ihre Lieblings-, weil die Position, aus der heraus sie die Dinge im Griff hat. Man reist durch Bulgarien, von Veliko Tarnovo nach Schumen, weiter nach Varna und Nessebar, schließlich über Plovdiv nach Sofia.
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Thomas Bernhard – Meine Preise
Eine Bilanz | Suhrkamp 2008
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Tobias Roth 21.02.2009 |
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Ich danke dieser Jury
Der Literaturbetrieb hat die mäzenatische Dauerförderung schon lange weitgehend durch den Literaturpreis ersetzt. Das hat den Nachteil, dass die Ehrungen und Besoldungen nun Glücksfälle und isolierte Karrieremomente sind, aber den großen Vorteil, dass man bei Belieben nicht nur Gutes über die Stifter zu reden und zu schreiben hat. Es bleibt überlebenswichtig in finanziellen Nahtoderfahrungen und verspricht gebündelte Aufmerksamkeit – was auch immer man in diese Aufmerksamkeit hineinstellt.
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