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Jason – Ich habe Hitler getötet
Comic | Reprodukt 2012
Mario Osterland   18.05.2012
 
Jason – der Profi

Der Protagonist in Jasons neuem Comic hat einen ziem­lich einfachen Job. Er tötet andere – für Geld. Und er tötet alle, die ihm aufgetragen werden. Ausnahms­los. Liebhaber, Liebhaberinnen, Kollegen, Chefs, Väter, Töchter, Adolf Hitler. Er macht kein Geheimnis aus seinem Job, ebenso wenig aus der Tatsache, dass der den Job nicht gern macht. Aber er bringt gutes Geld. 5000 pro Auftrag.

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Alexej Krutschonych – Phonetik des Theaters
Reinecke & Voß 2011
Jan Kuhlbrodt   15.05.2012
 
Endlich

Ein persönlicher Bericht angesichts der Phonetik des Theaters von Alexej Krutschonych herausgegeben von Valeri Scherstjanoi


Es ging ein Gespenst herum in Europa, zumindest hab ich das lange Jahre so empfunden. Es war das Gespenst des Futurismus. Und in meiner Jugend, also die Achtzigerjahre des ver­gangenen Jahr­hunderts hindurch, wollte ich Futurist sein wie in meiner Kindheit Indianer.

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Christine Hoba, Christian Kreis – Dummer August und Kolumbine
Gedichte | FIXPOETRY.Verlag 2012
Jürgen Brôcan   12.05.2012
 
Spiel der Paare – Christine Hoba und Christian Kreis werfen sich die Bälle zu.


Dummer August und Kolumbine, das sind zwei Gestalten, die ihren Ursprung in der Commedia dell'arte haben. Die Kolumbine war die kokette Partnerin des Harlekin, und auch der Dumme August, heute vor allem als Clowns­figur mit roter Knollen­nase im Zirkus bekannt, geht auf Figuren jener Commedia ebenso zurück wie auf die bunt­geklei­deten Spaßmacher der römischen Antike und mittel­alterliche Hof­narren.

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Wolfram Lotz – Fusseln
parasitenpresse 2012
Peggy Neidel   10.04.2012
 
Philosophischer Fusselsammler


In seinen Theaterstücken befasst sich Wolfram Lotz, letztes Jahr mit dem be­gehrten Kleist-Förder­preis aus­gezeichnet, über­wigend mit dem Sinn unseres Da­seins und was von diesem übrig bleibt. In seinem kürzlich bei der parasiten­presse erschie­nenen Bänd­chen Fusseln geht es ebenf­alls um ein großes Thema. Es ist ein Text, der weder Prosa noch Lyrik zu­zuordnen ist.

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Weitere Kritik von Mario Osterland   externer Link

Jürgen Buchmann – Memoiren eines Münsterländer Mastschweins
freiraum-verlag 2012
Jan Kuhlbrodt   07.05.2012
 
Schweinesk

Durch die Augen eines sprachmächtigen Schweines kommt die Welt in ihrer sprach­lichen Ver­fasst­heit ins Schillern.
  Jürgen Buchmann lässt uns an den Lehr- und Wander­jahren eines solchen Tieres, das letztlich das Tierische hin zum Humanen verlassen hat, teil­haben und lässt uns mit jenem jugend­lichen Eber eine der letzten Grenzen, die zwischen Tier und Mensch, überwinden. Im Grunde löst er so ein Ver­sprechen der Humanitas und der Auf­klärung ein, nach dem letztlich jedes vernunftbegabte Wesen dem Kate­gori­schen Imperativ unter­liegt.

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Irena Brežná – Die undankbare Fremde
Roman | Galiani 2012
Dietmar Jacobsen   05.05.2012
 
„Die Wohnung, die Sprache, die Arbeit ...“

Irena Brežná erzählt in ihrem poetischen kleinen Roman Die undankbare Fremde von Weg­gehen und Ankommen, Heimat und Fremde, Kälte und Geborgenheit

1968 kommt eine vierköpfige slowakische Flücht­lings­familie in der Schweiz an. Das gewalt­same Ende des Prager Frühlings hat sie zu Emigranten werden lassen. Nun stehen sie vor einem kompletten Neubeginn, den die Tochter, die Irena Brežná in ihrem kleinen Roman Die undankbare Fremde sprechen lässt, zunächst als einen Akt der Verstümmelung erlebt. Die vertrauten „Flügel und Dächlein“, also jene diakri­ti­schen Zeichen, die die Aus­sprache bzw. Betonung von Buchstaben regeln, werden ihrem Fami­lien­namen weg­genommen.

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Synke Köhler – waldoffen
Gedichte | Lyrikedition 2000, München 2011
Lars-Arvid Brischke   01.05.2012
 
Wenn der Wald weg ist, bleibt die Offenheit

Zum Lyrikdebüt waldoffen von Synke Köhler

Waldoffen. Seit wann ist Wald offen? Steht Wald nicht zu Recht für Geschlossenheit? Ziemlich dicht geschlossen sind die Reihen der Bäume in gesunden Wäldern. Wald ist meistens zu dicht, um offen zu sein. Wald ist oft sogar ein ziemliches Dickicht: Der sprich­wört­liche Wald, den man vor lauter Bäumen nicht zu sehen bekommt

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Heri Coltello – Einige Abenteuer ...
Roman | Salis Verlag 2012
Jan Kuhlbrodt   29.04.2012
 
Zu Heri Coltello, seiner Prosa und seiner Musik


Es gibt Menschen, denen man erst ein zwei mal begegnet ist, man bezeichnet sie dennoch als Freunde, nicht nur einfach so, man empfindet gewisser­maßen schon bei der ersten Begegnung so etwas wie eine tiefe Verbundenheit. Nicht dass man fortan wüsste, wie der andere konkret in bestimmten Situa­tionen handeln würde, aber man weiß, er handelt so, dass man es gut heißen kann, er ergreift eine der Möglichkeiten im Ensemble der Möglich­keiten, die man selber auch ergriffen hätte.

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Susanne Eules – ůbern růckn des atlantiks
Gedichte | FIXPOETRY.Verlag 2012
Jürgen Brôcan   26.04.2012
 
Jenseits des GehEules die LaserS.KA(H)LPelle


Die Befürworter der sprach­experimentellen Dichtung und deren Verächter stehen einander nicht selten unver­söhnlich gegenüber. Daß dies nicht notwendig so sein muß, zeigen nun in schönster Weise die Gedichte von Susanne Eules, denn sie sollten diesseits und jenseits des trennenden Grabens gefallen. Eules’ Gedichte sind nämlich allemal ansprechend, weil konkret, bildhaft und inhalts­schwer ...

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Wolfram Lotz – Fusseln
parasitenpresse 2012
Mario Osterland   21.04.2012
 
Zweimal gedachte Gedanken


Besondere Texte benötigen nun mal besondere Verlage und so ist es nur folge­richtig, dass die parasiten­presse als Herausgeber der „Fusseln“ von Wolfram Lotz fungiert. Seit dem Jahr 2000 gibt es den Kölner Kleinst­verlag, der Kleinst­bücher produziert, die fast immer als 16-seitige Hefte aus recycelten Brief­umschlägen daher kommen.

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Ralph Grüneberger – Bunte Pleite
Gedichte | Edition Ornament, quartus-Verlag
M. Biskupek / P. Gosse   21.04.2012
  Matthias Biskupek: Zwischen Nimbschen und Kaditzsch

Gedichte und jener Moment, in dem der Leser auf sie trifft, ver­quicken sich oft eigenartig. Ich hatte eine Tour durchs Muldetal hinter mir, war von Zwickau gen Wurzen geradelt, hatte Burgen auf Felsen thronen und Dörfer in Täler gepresst gesehen,

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Peter Gosse: Dreizeh

Drei Begriffe sind es, die von altersher die bemerkenswürdige Kunstleistung verstehen helfen: ars – ingenium – doctrina. Diese Dreigestalt, oder Dreifaltigkeit müsse sich im Werk als beherzigt auffinden lassen.

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Aloysius Bertrand – Gaspard de la Nuit
Verlag Reinecke & Voß
Jan Kuhlbrodt   21.04.2012
 
Eine Entdeckung: die Prosadichtungen von Aloysius Bertrand


Die Behauptung, der Verlag Reinecke und Voß habe eine Perle der Französischen Literatur für den deutschen Leser geborgen, träfe zu kurz. Hier wird ein zentraler Text zugänglich gemacht, und einer der schönsten, die mir begegnet sind, zumindest wirkt er in der Gestalt, die Buchmann ihm gegeben hat, schier unermess­lich (man ver­zeihe mir die Superlative, aber an dieser Stelle kann ich nicht anders, als staunen, wie ein Schuljunge).

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Hanna Lemke – Geschwisterkinder
Erzählung | Verlag Antje Kunstmann 2012
Dietmar Jacobsen   04.04.2012
 
Milla und Ritschie
In Hanna Lemkes neuer Erzählung Geschwisterkinder geht es um Nähe und Distanz, Einsamkeit und das Gefühl, im falschen Leben gelandet zu sein

Milena, genannt Milla, und Richard, genannt Ritschie, sind Geschwister. Sie jobbt in einem kleinen Spiel­zeug­laden. Er arbeitet in der Bildredaktion einer Zeitung. Beide hatten einst hochfliegende Pläne, aber das Leben hat sie schnell dahingehend belehrt, dass Träume zwar nicht verboten sind, doch gefährlich werden können, wenn man sie mit der Reali­tät verwechselt. Also hat man sich eingerichtet, jeder in seinem Provi­sorium. Man funktioniert, liebt ohne Herz, sehnt sich, ohne genau zu wissen wonach.

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Kritik 1
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
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Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch


Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch