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Augusto Monterroso – Das Schwarze Schaf
Fabeln | Insel Verlag 2011
Carola Gruber    02.02.2012
 
Minimalgeschichten von Tieren und Menschen

„Microrrelato“ oder „microficción“ heißen sie auf Spanisch: Jene kurzen Texten, die sich an der Untergrenze des Erzählens bewegen. Als extrem reduzierte Texte üben sie sich in quan­tita­tiver Unter­bietung – und sind ein blühendes Format der latein­ameri­kanischen Lite­ratur. Ein wichtiger Vertreter der „Mikro­erzählung“ war der guatemaltekische Schriftsteller und Diplomat Augusto Monterroso.

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Judith Schalansky – Der Hals der Giraffe
Roman | Suhrkamp 2011
Dietmar Jacobsen    29.01.2012
 
„Wer den längeren Hals hat, lebt auch länger“
In Judith Schalanskys Roman Der Hals der Giraffe erfährt eine Biologielehrerin schmerzhaft, dass die darwinistische Entwicklungslehre wohl doch nicht alles ist

Jetzt mal ganz ehrlich: Erinnern Sie sich noch an Ihren Biologielehrer bzw. sein weibliches Pendant? Nein, tun Sie nicht? Na, sehen Sie – mir geht es nämlich genauso. Ich glaube sogar, Biologie zählt zu den Fächern, die man nicht so richtig ernst nimmt. Mathematik – na klar. Englisch – aber hallo und am liebsten schon im Kindergarten. Aber Biologie?

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Gabriele Weingartner – Villa Klestiel
Roman | Limbus Verlag 2011
Michael Buselmeier    12.01.2012
 
Einsame Menschen
Gabriele Weingartners Roman über eine Senioren-WG in Berlin

Sie sind zwischen Sechzig und Siebzig, also noch nicht wirk­lich alt, etwa ein Dutzend Akade­miker, die zusammen in Berlin um die Jahr­tausend­wende die ehr­würdige Villa Klestiel gekauft und eine Senio­ren-Wohn­gemein­schaft begründet haben, dicht am Schlachten­see, am Rand von Zehlen­dorf.

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Siegfried Lenz – Die Maske
Roman | Hoffmann und Campe 2011
Dietmar Jacobsen    10.01.2012
 
„Das Schicksal ... begnügt sich damit, zuzuschlagen“
Fünf neue Erzählungen von Siegfried Lenz erkunden, wie viel Fantasie die Realität verträgt

Der heute 85-jährige Siegfried Lenz hat sein umfangreiches Prosawerk einst mit Erzählungen begonnen. Texte wie Die Nacht im Hotel (1949), Mein verdrossenes Gesicht (1950) oder Der Läufer (1951) waren bereits Proben auf die Exempel seiner Romane von Es waren Habichte in der Luft (1951) über Deutschstunde (1968) und Heimatmuseum (1978) bis hin zu Fundbüro (2003). Und doch hat der Romancier, der das große, geschichtsträchtige Gesellschaftsbild so gut beherrscht wie kaum ein zweiter deutsch­sprachiger Schriftsteller unserer Zeit, nie aufgehört, auch kürzere Texte zu schreiben.

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Marcus Roloff – im toten winkel des goldenen schnitts
Gedichte | Gutleut Verlag 2010
Lothar Quinkenstein    05.01.2012
 
Der Dichter als Landvermesser (Strippenzieher)

Mit dem ersten Gedicht schon („mein gleiwitz“) wird die Poetik deutlich: Die Über­blen­dung des Privaten mit dem Histo­rischen verrät ein Verständnis des Indivi­duellen jenseits der eingefahrenen Geleise; die Präzision, mit der das Gedicht gearbeitet ist – von den versteckten Reimen bis zum erschre­ckenden Rahmen der letzten Zeile –, verrät den Hand­werker, der es genau nimmt.

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Tanja Jeschke – Ein Kind fliegt davon
Roman | Edition Voss im Horlemann Verlag
Ewart Reder    04.01.2012
 
Wörter, die sein müssen

Als ich vor ungefähr zehn Jahren mein erstes Buch veröffentlichte, hatte das für mich viele schöne Folgen und eine lästige. Die Zeitschrift, für die ich damals rezensierte, lehnte meinen nächsten Vorschlag ab mit der Begründung: Das Buch sei im selben Verlag erschienen wie meins. Ja richtig, mir fiel es da erst auf. Genau deshalb war ich zu dem Verlag gegangen, weil mir seine Bücher gefielen. Nun merkte ich: Öffentlich über sie sagen durfte ich nichts mehr.

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Alexej Parschtschikow – Erdöl
Gedichte | kookbooks 2011
Tillmann Severin    20.12.2011
 
Material – metareal

Erdöl ist ein Reizwort. Wenn es auf einem Gedichtband zusammen mit „Russisch – Deutsch“ und dem Lyriker Alexej Parschtschikow auftaucht, der in der Mitte seines Namens diese geheimnissvollen zwei SCHs trägt, die man sonst nur aus roter Krautsuppe – Borschtsch – kennt, fragt man sich, ob das nicht etwas zuviel ist.

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Ilija Trojanow – Eistau
Roman | Carl Hanser Verlag 2011
Dietmar Jacobsen    05.12.2011
 
„Ich bin es müde, Mensch zu sein“
Ilija Trojanows Roman Eistau pathetisiert das Thema Mensch/ Natur, indem er seinen Helden verbittern lässt und zum Sühneopfer stilisiert

„Erleben Sie auf unserer Antarktis­rundreise abwechslungsreiche Expeditionen, spannende Vorträge von fach­kundigen Do­zenten und eine unver­gleichliche Tier­welt. Erkunden Sie die ant­arkti­sche Halb­insel in all ihrer Viel­falt ... Aqua­marin­blau schimmernde Eisberge und das weite Meer bilden einen würdigen Rahmen.“ (Online-Werbung der Djoser Reisen GmbH/ Köln)
  Grammatisch nicht immer so holprig wie in diesem Beispiel kann man es in Dutzenden, von Reise­veranstaltern und Reede­reien heraus­gegebenen Katalogen lesen. Die Antarktis hat offen­sicht­lich und trotz der gepfef­ferten Preise, die die Exklu­sivität von solcherart Veran­stal­tungen natür­lich noch unter­streichen, Kon­junk­tur.

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Brigitte Struzyk – alles offen
Gedichte | Fixpoetry Verlag 2011
Hellmuth Opitz    02.12.2011
 
Kopfüber in die Gedichtanfänge

Wer seinem Gedichtband einen Titel wie „Alles offen“ gibt, will Möglich­keiten betonen, will die alter­native Lesart des „Nichts ist sicher“ nicht in ihrem Fata­lismus stehen lassen. Dafür nutzt Brigitte Struzyk die Wirklichkeit als Reibefläche: „Hier bekommst Du Realien, reinweg“ gibt Dichter­kollegin Elke Erb dem Leser als Wirk­verspre­chen auf dem Klappen­text mit auf den Weg.

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Jan Wagner– Die Sandale des Propheten
Beiläufige Prosa | Berlin Verlag 2011
Gisela Trhams    28.11.2011
 
Göttlich ausgewogen

Die bepickelte Legionärs­sandale auf dem Cover täuscht: martia­lisch ist die Geschichte keines­wegs, die dem Buch den Titel gab. Zur Einstim­mung auf einen Griechen­land-Aufent­halt schrieb Jan Wagner, noch in Berlin, ein Haiku über eine verlorene, moos­bewach­sene Sandale – die dann tat­säch­lich im griechi­schen Oliven­hain gefunden wurde.

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John von Düffel – Goethe ruft an
Roman | Dumont Buchverlag 2011
Dietmar Jacobsen    11.11.2011
 
Auf der Jagd nach der Goethe-Formel
John von Düffel erkundet in seinem satirischen Roman Goethe ruft an das Geheimnis des schrift­stelleri­schen Erfolgs

Nein, der Beruf des Schriftstellers hat auch heut­zutage seine Faszi­nation nicht ein­gebüßt. Und mögen die Kultur­pessi­misten noch so laut verkünden: Niemand liest mehr! Schreiben wollen sie trotzdem alle. Und das nicht irgendwie, sondern richtig, profes­sionell.

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Michael Lentz – Textleben
S. Fischer 2011
Theo Breuer   04.11.2011
 
Eine – Gedanken verbindende – Annäherung an Michael Lentz

Im ersten Textleben-Kapitel Vom Ich und zurück. Poetologien lese ich, beispiels­weise, tempe­ramentvolle Selbst-/Auskünfte eines wissen­schaft­lich-lyrisch bzw. poetisch-analy­tisch sowie kri­tisch-selbst­kritisch den­kenden, (gern salopp) formu­lierenden, schrei­benden, sich auf hoch­artifi­zielle und emotions­gela­dene Art und Weise er/finden­den Autors ...

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Odile Kennel – Was Ida sagt
Roman | dtv 2011
Peggy Neidel   09.10.2011
 
Zwischen den Sprachen

Manchmal konfrontiert uns der Zufall mit Situa­tionen, die wir vermeiden wollten. Oder wollten wir sie gar nicht vermeiden, waren aber zu feige für die bewusste Entscheidung, uns zu stellen? Louise, Hauptfigur in Odile Kennels Debüt­roman „Was Ida sagt“, wurde in Frank­reich geboren, lebt aber schon länger in Berlin.

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Guðmundur Óskarsson – Bankster
Roman | FVA 2011
Dietmar Jacobsen   21.10.2011
 
Rückfall in die Realität
In Guðmundur Óskarssons mit dem Isländischen Literatur­preis ausge­zeich­ne­tem Roman Bankster scheitert eine Liebe in Reykjavík vor dem Hinter­grund der globalen Finanzkrise

Markús und Harpa geht es gut. Das junge Paar hat teure Bilder an den Wänden hängen und leistet sich, wonach immer ihm der Sinn steht. Geld spielt keine Rolle. Schließlich arbeiten beide für eine bekannte islän­dische Bank und wissen, wie man Gold aus Stroh spinnt. Aber irgendwann ist Schluss mit der globalen Trickserei. Zusammen mit der ganzen Welt rauscht auch das kleine Island 2008 in die große Krise.

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Tom Bresemann – Berliner Fenster
Gedichte | Berlin Verlag 2011
Peggy Neidel   20.10.2011
 
Gedichte mit Arsch in der Hose

Das Lyrikdebüt des Berliners Tom Bresemann vor einigen Jahren wurde als das eines „zornigen jungen Mannes“ bezeichnet. Die Wut scheint noch nicht verflogen und hilft offenbar, inhaltliche Belang­losigkeit zu vermeiden. In seinem zweiten Band „Berliner Fenster“ hält Bresemann weiterhin Ohrfeigen und nasse Handtücher bereit.

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Marlis Thiel – Der Kaufmann und der Dichter
Roman | Donat Verlag Bremen 2011
Thomas Böhme   10.10.2011
 
Mach mir den Oelze!

„Der Kaufmann und der Dichter“ – ein Titel wie für ein Märchen aus „Tausend­undeiner Nacht“. Und ist es nicht auch märchen­haft, was die Scheherezade aus Greves­mühlen, Marlis Thiel, zu erzählen hat? Nicht mehr und nicht weniger als die Geschichte einer Männerfreundschaft, wie es sie heute wohl kaum noch gibt. Denn diese Freundschaft gründet sich auf Briefe.

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Jakob Hein – Wurst und Wahn
Ein Geständnis | Verlag Galiani 2011
Dietmar Jacobsen    05.10.2011
 
Der Mann, der Tom Tofu tötete
Jakob Hein debütiert im Berliner Verlag Galiani mit einer Satire, in der Fleischesser und Vegetarier gleichermaßen ihr Fett wegbekommen

Der namenlose Held aus Jakob Heins neuem Buch Wurst und Wahn, mit dem der Autor sich unter die Fittiche des hauptstädtischen Verlags Galiani begeben hat, steht eines nicht mehr fernen Tages vor der Wahl, entweder den geliebten Fleisch­gerichten für immer zu entsagen oder totaler gesell­schaft­licher Ächtung anheim­zufallen. Denn plötzlich scheint von all den Menschen, die er kennt, nur noch er selbst in Gänsekeule und Currywurst zu beißen

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Kai Pohl – Phantomkalender, da kapo mit CS-Gas
Gedichte | Distilleri, Fixpoetry 2011
Bertram Reinecke    30.09.2011
 
Gedichte von Kai Pohl

Kai Pohl entfaltet abseits der großen Aufmerksamkeit eine reiche publizistische Tätigkeit und lyrische Wühlarbeit. Als Motor der Szene­zeitschrift Floppy Myriapoda organisiert er seit langem ein span­nungs­volles Miteinander der etablierten, den Vorstellungen des damaligen Prenzlauer Bergs erwachsenen Literaturen mit anderen Strömungen, die ihre Wurzeln eher in realistischen, „Sozial­revo­lutionären“ Schreib­ansätzen oder in der Beat­literatur sehen.

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Joseph Zoderer – Die Farben der Grausamkeit
Roman | Haymon Verlag 2011
Dietmar Jacobsen    14.09.2011
 
Weggehen, ohne fortgehen zu wollen
Joseph Zoderers neuer Roman Die Farben der Grausamkeit erzählt eine Dreiecksgeschichte vor dem Hintergrund der politischen Wende in Europa

Die Weltliteratur ist voller Dreiecksgeschichten. Sie kommen gut an, auch wenn sie meistens übel ausgehen. Man denke nur an Emma Bovary, Effi Briest oder Anna Karenina – keine der drei Damen hat auch nur den Hauch einer Chance, heil aus der Sache herauszukommen, in die man sich verstrickt hat. Dabei stellen diese traurig-schönen Exempel ja nur die Spitze eines Eisbergs von lite­rari­schem Liebesleid dar, einem Gefühl übrigens, von dem man anzunehmen geneigt ist, dass es sich in den Zeiten von Speed-Dating und Lebens­abschnitts­partner­schaften lang­sam erledigt haben sollte.

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Olga Tokarczuk – Der Gesang der Fledermäuse
Roman | Schöffling 2011
Tillmann Severin    09.09.2011
 
Wildes Denken am Computer

Es gab ein mal ein Land, das so groß war wie kein anderes und um das noch viele kleine Satel­liten­staaten kreisten. Die Grenze des ganzen Gebietes, das durch den Warschauer Vertrag geeint war, lief mitten durch Europa. Die eine Seite war gut und die andere böse, je nachdem, wo man war. – Das große Land gibt es nicht mehr, der Eiserne Vorhang ist gefal­len und ein Teil des Gebietes gehört nun zur grenzen­losen EU.

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Jan Volker Röhnert – Notes From Sofia
Edition Azur 2011
Christian Lorenz Müller    07.09.2011
 
Wo ein Kopfschütteln ein Ja bedeutet

Wer schon einmal durch Bulgarien gereist ist, wird sich gut daran erinnern, dass ein Nicken dort ein Nein und ein Kopfschütteln ein Ja bedeutet. Dies führt am Anfang dazu, dass der Tourist der ständigen Miss­verständ­nisse wegen seine eigene Körpersprache zu hinterfragen beginnt. Wer auf keinen Fall etwas falsch machen will, wird sich eine Gestik angewöhnen, die nicht von spon­tanen Emo­tionen, sondern vom Nach­denken geleitet wird.

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Michel Houellebecq – Karte und Gebiet
Roman | DuMont Buchverlag 2011
Dietmar Jacobsen    23.08.2011
 
Ein „Chamäleondasein“
Michel Houellebecqs neuer Roman überrascht durch Humor und mehr Gelassenheit, als man diesem Autor je zugetraut hätte

Aus Frank­reich stammt das Gerede vom „Tod des Autors“. Und jetzt hat es tat­säch­lich mal einen erwischt. Einen Fran­zosen, versteht sich. Dass es ausge­rechnet Houellebecq ist, Michel Houellebecq, der Provokateur, das enfant terrible der franzö­sischen Gegen­warts­literatur – ehrlich, wen wundert das? Denn der Mann stand doch nun wirklich ganz oben auf sämtlichen Hasslisten.

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Andrej Gelassimow – Durst
Kurzroman | Suhrkamp Verlag 2011
Dietmar Jacobsen    04.08.2011
 
Sehnsucht nach Leben
Andrej Gelassimow erzählt in Durst von den Traumata der Tschetschenien-Kriege

Kostja ist ein Tschetschenienveteran. Im ersten Krieg um die Unabhängigkeit der kleinen Kaukasusrepublik von der Moskauer Zentralregierung hat es ihn erwischt. Nahe Grosny geriet der Panzer, in dem er zusammen mit fünf anderen saß, in einen Hinterhalt. Und weil es so schien, als sei Kostja tot, hat ihn sein Kumpel Serjoga als Letzten aus dem brennenden Fahrzeug gezogen.

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Jason – Hemingway
Comic | Reprodukt 2011
Mario Osterland    26.07.2011
 
Sieh mal! Da ist James Joyce!

Wir sind in den 1920er Jahren in Paris. Ezra Pound und Ernest Hemingway begegnen einander auf der Straße. Ezra will mit Hem einen trinken gehen, doch der ist bereits mit Gertrude Stein verabredet. Man sieht sich. Ein paar Schritte weiter trifft Ezra auf F. Scott Fitzgerald.

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Simon Armitage – Zoom!
Gedichte | Übersetzung: Jan Wagner | Berlin Verlag 2011
Antonín Dick    21.07.2011
 
Lippen im Briefschlitz
Und es hat »Zoom!« gemacht: Das Debüt des englischen Lyrikers Simon Armitage ist nach 22 Jahren auf Deutsch erschienen

Wo soll man diese Gedichte lesen? Winters etwa im Dienstabteil eines fahrenden Fernzugs, zur Zeit besser nackt auf einer Brandmauer hoch über der Stadt. Oder auf der Straße vor einem Knast.

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Sacha Sperling – Ich dich auch nicht
Roman | Piper Verlag 2011
Dietmar Jacobsen    04.07.2011
 
„Ich gehöre zufällig zu den Coolen …“
Der junge französische Autor Sacha Sperling debütiert mit einem gekonnt geschriebenen Roman über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens

Eigentlich wollte ich Romane, die von ihren Verlagen vermarktet werden wie dieser, nicht mehr lesen. Wozu braucht man schon, wenn man seit ein paar Jahr(zehnt-)en erwachsen ist, Hege­manniaden voller Pseudotiefsinn? Reichen ein paar Seiten Clemens J. Setz, ein Kapitel Verena Rossbacher, zwei, drei Geschichten von Marie T. Martin oder Hanna Lemke nicht aus, um sich über den Themen­kosmos ernsthafter junger Autoren unserer Tage ins Bild zu setzen?

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Hans-Eckardt Wenzel – Seit ich am Meer bin
Gedichte | Matrosenblau Verlag 2011
Michael Wüstefeld    22.06.2011
 
Zwischen Freirhythmik und Reimzwang


Hans-Eckardt Wenzel, 1955 bei Witten­berg geboren, gehört längst zu einem der produk­tivsten und popu­lärsten Liedermacher deutscher Zunge und Lunge. Allein seit 1994 erhielt er für seine Produk­tionen achtmal den Preis der Deutschen Schall­platten­kritik. Aber hier gilt es nicht, eine neue Wenzel-CD zu vermelden, sondern einen Wenzel-Gedichtband.

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Marica Bodrožic – Quittenstunden
Gedichte | Otto Müller Verlag 2011
Michael Wüstefeld    22.06.2011
 
Ach was, das sind Gedichte?


Das Buch ist mit 68 Seiten angenehm schmal. Es versammelt 25 Texte. Sie werden als Gedichte bezeichnet. Beinahe jeder der „Gedicht“ genannten Texte bean­sprucht mehrere Seiten. Der kürzeste Text hat 17 Zeilen, die keine Verse sind. Vier Zeilen daraus gehen so: „heute hat er dich geküsst/ so wolltest du schon immer geküsst werden/ aber damals hast du nicht gewusst/ wie du schon immer geküsst werden wolltest“.

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Max Frisch – Neues und Altes von und über einen modernen Klassiker
Sammelrezension | Suhrkamp, Nagel & Kimche
Dietmar Jacobsen    17.06.2011
 
Mit der Ordnung des Schreibens wider die Unordnung der Welt
Am 15. Mai jährte sich zum hundersten Mal der Geburtstag von Max Frisch –
Neues und Altes von und über einen modernen Klassiker

Von einem modernen Klassiker zu reden, dürfte im Falle des Schweizers Max Frisch (1911 – 1991) nicht falsch sein. Zusammen mit seinem Landsmann Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) dominierte er über Jahr­zehnte hinweg das Bild, welches man sich in der Welt von der deutschsprachigen Literatur des Alpenlandes machte. Seine Werke sind rund um den Globus in zahlreichen Übersetzungen greifbar.

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Emmanuelle Pagano – Bübische Hände
Roman | Verlag Klaus Wagenbach 2011
Roland Steiner    10.06.2011
 
Schweigen im Walde

Emmanuelle Paganos Schreiben kreist stets um außergewöhnliche Mutter-Kind- bzw. Frau-Gesellschaft-Beziehungen, die in beschaulichen Dörfern inmitten der relativ unberührten Natur Südfrank­reichs angesiedelt sind. Waren es im Roman „Die Haar­schublade“ (Wagen­bach, 2009) die Schwierig­keiten einer anfangs minder­jährigen Frau mit ihrem behin­dertem Sohn, so schilderte die Autorin in „Der Tag war blau“ (Wagenbach, 2008) das Leben einer Trans­gender-Persönlich­keit, die nach ihrer operativen Umwand­lung zur Frau als Schul­busfahrerin erst noch unentdeckt in ihrem Heimatdorf arbeitet.

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Jahrbuch der Lyrik 2011 | Christoph Buchwald, Kathrin Schmidt (Hg.)
Gedichte | DVA 2011
Armin Steigenberger    09.06.2011
 
Eine abenteuerliche Gewürzmischung …

… hat einer, der im Jahrbuch der Lyrik 2011 „drin“ ist, selbiges genannt, non­chalant und etwas nebenher. Genau genommen meinte er damit das Jahrbuch von 2002, das tut aber nichts zur Sache. Noch genauer genommen meinte er es für alle Jahrbücher (s. hierzu eher Theo Breuers chronologisch-archi­varische Lang­exper­tise im Poetenladen), es seien „aben­teuerliche Gewürz­mischungen“, und Heraus­geber Herr B. „stünde“ auf diese – eine blanke Unter­stellung, an Frechheit grenzend! Ich teile diese Meinung deshalb nicht.

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Pierre Michon – Die Grande Beune
Roman | Suhrkamp 2011
Adrian Kasnitz    08.06.2011
 
In der Höhle der Zigarettenverkäuferin

Als „packende, knappe Geschichte“ bezeichnet der Verlag die Erzählung Die Grande Beune von Pierre Michon, und diesmal trifft zu, was ein Klappentexthasser sonst an diesen Paratexten bemängelt: die Reduktion einer komplexen Handlung, von Sprache, Stil und Poesie auf den Plot.

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Adaobi Tricia Nwaubani – Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy
Roman | dtv 2011
Dietmar Jacobsen    01.06.2011
 
Die „Bruderschaft der coolen Knete“
Im Debütroman von Adaobi Tricia Nwaubani erfährt man mehr über das Leben im heutigen Nigeria

Kingsley ist eine ehrliche Haut. Und sagenhaft begabt dazu. Aber was nützt es, wenn man die Uni mit hervor­ragenden Noten verlässt, aber keine Firma Interesse an einem zeigt. Wenn der von Vater und Mutter beispielhaft vorgelebte Weg ins Leben sich im heutigen Nigeria als Sackgasse heraus­stellt. Man die Verlobte an einen anderen verliert, nur weil der weniger mit Skrupeln behaftet ist.

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Lutz Steinbrück – Blickdicht
Gedichte | Verlagshaus J. Frank 2011
Armin Steigenberger    29.05.2011
 
Komm her, lass dich gehen

Direkt. Ehrlich. Lakonisch. Politisch brisant. Genau beobachtet. Ge­sell­schafts­kritisch. Sprachlich über­raschend. Unaufdringlich. So kommen Lutz Steinbrücks Gedichte daher. Schon der erste Text im kürzlich erschie­nenen bescheiden wirkenden Quartheft zeigt alle Finessen des Autors.

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Zsuzsanna Gahse – Donauwürfel
Edition Korrespondenzen 2010
Theo Breuer    23.05.2011
Zsuzsanna Gahse | Donauwürfel  
In der Nußschale

Gegen 18 Uhr verziehe ich mich ins Lyrik­kabinett, öffne Zsuzsanna Gahses gut 130 Seiten langes, aus 27 Würfeln mit jeweils 10 Strophen aus je 10 zehnsilbigen Versen gestaltetes Erzähl­gedicht, setze die Nuß­schale aufs Donau­wasser, schwinge mich hinterher, schon geht die Fahrt in der Schale los (das Lachen schlägt Wellen) ...

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Salvatore Niffoi – Die barfüßige Witwe
Roman | Paul Zsolnay Verlag 2011
Roland Steiner    16.05.2011
 
Archaische Glut des Lebens

Es sei vorweg­genommen: Dieser Roman beglückt in jeglicher Hinsicht, ob in The­matik, Erzähl­kons­truktion, Stil oder Sprache, auch ist die Über­setzung schlicht­weg als grandios zu bezeichnen. Bereits in seinem bisher einzigen auf Deutsch über­setzten Roman „Die Legende von Redenta Tiria“ (2007) wurde die soziale Eigen­gesetz­lich­keit des sardischen Lebens – drastischer noch als in Michela Murgias atmo­sphärisch ähnlichem Roman „Accabadora“ (Wagenbach, 2010) – eindrucks­voll dargebracht.

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Christiane Körner (Hg.) – Junge Erzähler aus Russland
Anthologie | Suhrksamp Verlag 2011
Dietmar Jacobsen    14.05.2011
 
Generation „Debüt“

Der Sammelband Das schönste Proletariat der Welt präsentiert sechs junge Autorinnen und Autoren aus Russland

Pokolenie (deutsch: Generation) nennt sich eine gemeinnützige Stiftung, die seit dem Jahr 2000 einen aus­schließlich für junge Autoren gedachten Literatur­preis aus­schreibt. Im Laufe des ersten Jahrzehnts des 21. Jahr­hunderts ist dieses einzige Stiftungs­projekt auf kultu­rellem Gebiet in Russland zu einer richtigen Institution herangewachsen. Jahr für Jahr erreichen die Juroren des Debüt-Preises zwischen 30.000 und 50.000 Manuskripte.

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Stefan Petermann – Ausschau halten nach Tigern
Erzählungen | asphalt & anders
Kathrin Bach    06.05.2011
 
Ans Gegenteil vom Meer

Der schönste erste Satz war 2007 ein Wettbewerb der Initiative Deutsche Sprache und der Stiftung Lesen. Günther Grass gewann. Sein Roman Der Butt beginnt nämlich so: »Ilsebill salzte nach«.

Erzählbände taugen an und für sich sehr gut für starke erste Sätze. Aber möchte man in Stefan Petermanns Erzählband Ausschau halten nach Tigern den schönsten ersten Satz küren, wird es schwierig. Sechzehn mal vergibt Petermann die Chance auf den schönsten ersten Satz.

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Thomas Steiner – Störung der Bilder
Gedichte | IL-Verlag 2011
Armin Steigenberger    04.05.2011
 
Hochkonzentrierter Sprengstoff

Thomas Steiner, mein Redaktionskollege bei außer.dem, hat einen neuen Ge­dicht­band veröffent­licht. Seinen ersten. Ein Debüt also. Und ob das geht, dass man über ein Buch seines Redak­tions­kollegen schreibt? Ich bin jemand, der dahin­gehend sehr viele – zu viele – Skrupel hat.

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Emil Cioran – Über Deutschland
Essays | Suhrkamp 2011
WF Schmid    01.05.2011
 
Sein Temperament ist seine einzige Doktrin

Die ungewöhnliche Kraft seiner Essays und die spitzfindige Feder, mit denen er sie niederschrieb, machten Cioran zu einem der größten Stilisten der französischen Sprache. Und das, obwohl er bis zu seinem 35. Lebensjahr auf Rumänisch schrieb. Das Faszinationspotential des Par-Excellence-Pessimisten speist sich aus einer Mischung von ekstatischer Dekadenz und radikalkritischem Zynismus.

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Peter Kurzeck – Mein wildes Herz
CD | supposé 2011
WF Schmid    27.04.2011
 
Man lebt, solange man erzählt

Wer Peter Kurzeck jemals erlebt oder ihn gesprochen hat, der weiß, dass sich alles von ihm Gesprochene in eine druckreife Erzählung auswächst. Erzählen scheint ihm die einzige Kommunikationsform zu sein. Über die Entstehung des furiosen Romans Ein Sommer, der bleibt, der ohne jegliches Manuskript eingelesen wurde und nur aus dem freien mündlichen Erzählen heraus in sechs Tagen entstand, sagt Peter Kurzeck, eigentlich sei es ihm nicht gut genug gewesen für ein eigenständiges Werk.

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Peter Kapp – Kummersdorf
Erzählungen | Edition Thaleia 2011
Arno Dahmer    09.04.2011
 
Vielfalt ist das Wort

Geht es in den Stories Clemens Meyers, vereinfacht ausgedrückt, um Underdogs und in den Erzählbänden Judith Hermanns vorwiegend um Mann-Frau-Beziehungen, stehen in Kummersdorf klassische Short-Storys neben Grotesken und ziselierte Prosastücke neben Kolumnenhaftem.

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Ulrike Almut Sandig | Dickicht
Gedichte | Schöffling & Co.
Theo Breuer    20.04.2011
 
›Wunderbar‹
Kleine Geschichte um Almut Sandigs Gedichte

Ich schreibe das Wörtchen ›wunderbar‹, das sogar klingen läßt, was ›eigentlich‹ gar nicht zusammen­klingen kann: der weiße Nebel wunderbar, nie nieder, ohne vorher zu über­legen, ob ich das Wort, allen Bedenken zum Trotz, doch noch einmal verwende.

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Sarah Kirsch – Sommerhütchen
Gedichte | Steidl
Andreas Noga    20.04.2011
 
Sommerliche Einblicke

Steidl macht schöne Bücher. Diesem wurde ein sonnen­blumen­gelber Leinen­umschlag mit apfel­grünem Rand spendiert. Es fällt wegen der sommerlichen Farben­frische im Regal sofort auf, wenn es dort quer zur Welt steht, also so platziert ist, dass es dem Betrachter eine visuelle Breitseite verpasst, die es wegen der Farbgebung und der Größe und Schwärze der ins Gelb geschlagenen Tief­druck­buch­staben unmöglich macht, den Titel zu über­sehen: Sommer­hütchen ...

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Ulrich Peltzer: Angefangen wird mittendrin
Frankfurter Poetikvorlesungen | S. Fischer 2011
Felix Lampe    09.04.2011
 
Symptomleser der Welt

Zu schreiben anfangen – das kann ein Wagnis sein, denn wohin ein Text führen soll, steht zu Beginn nicht unbedingt fest. Ein Satz ist da, ein Sound vielleicht, eine Szene, von wo aus das Schreiben beginnt, von wo eine Bewegung in Gang gesetzt wird, deren Stationen und Ziele noch ungewiss sein mögen. Eine Schreibbewegung ins Offene, der man sich in dem Vertrauen anheim gibt, sie werde einen schon irgendwo hintragen, in Bezirke eines neuen Sinns.

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Ulf Stolterfoht – Ammengespräche
roughbooks 2010
Kristoffer Cornils    31.03.2011
 
Apparatendialoge

Ein Dichter setzt sich vor einen Apparat. Einen „Apparat […], der [s]einen eigenen Bemühungen in vielen Punkten weit voraus war.“ Mit dem Apparat kommt er ins Gespräch, in sieben Sitzun­gen chattet er mit einem Programm, das wiederum men­schen­gemacht ist, sich aus diversen Text­korpora speist.

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Gustav Ernst – Beste Beziehungen
Roman | Haymon 2011
Daniel Kindslehner    28.03.2011
 
Durch den Fleischwolf

Dem Volk aufs Maul und auf die Hand schauen, diesem Credo dürfte Gustav Ernst seine Literatur verschrieben haben, und ihm folgt der für gnadenlosen Realismus berühmte wie berüchtigte Autor und Kolik-Herausgeber auch in seinem neuesten Roman. Logisch daher, dass es sich weniger um „beste“, vielmehr um typische, in jedem Fall schicksalsträchtige zwischenmenschliche Konstellationen dreht.

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David Vann – Im Schatten des Vaters
Suhrkamp 2011
Dietmar Jacobsen    24.03.2011
 
... nirgendwo sonst konnte man hin
David Vanns Roman Im Schatten des Vaters erzählt von einer Tragödie in der Einsamkeit Alaskas.

Sie sind nicht gut vorbereitet auf ihr großes Abenteuer. Aber Jim Fenn, in zwei Partnerschaften gescheitert und auch in seinem Arztberuf wenig erfolgreich, will es ein letztes Mal wissen. Auf der Insel Sukkwan in Südost-Alaska hat er ein Stück Land erworben samt der kleinen Hütte aus Zedernholz, die darauf steht. Weit weg von aller Zivilisation, vollkommen auf sich gestellt und ganz den Elementen ausgeliefert, soll sein Leben hier endlich einen neuen Sinn bekommen.

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Kritik 1
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
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Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch

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Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch