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Gerhard Zwerenz
Die Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte

Sächsische Autobiographie in Fortsetzung | Folge 85

Dies ist eine sächsische Autobiographie als Fragment in 99 Fragmenten. Schon 1813 wollten die Sachsen mit Napoleon Europa schaffen. Heute blicken wir staunend nach China. Die Philosophen nennen das coincidentia oppositorum, d.h. Einheit der Widersprüche. So läßt sich's fast heldenhaft in Fragmenten leben.

85

Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht

Nach 55 Jahren ist der Krieg nicht vorbei ...
Die Weltbühne, 24.11.1954
Am 10. Mai 1981 fand in Mainz eine PEN-Gedenk­veranstaltung anläss­lich der Bücher­verbrennung von 1933 statt. Ich muss ge­ste­hen, damals nahm ich den Bundes­kanzler Schmidt so ernst, dass ich mich kurz zuvor, am 26.4.81 in Helmut Kohls Haus-Sender SWF dazu äußerte. In der Sendung Blick in die Zeit lautete der Titel meines Kommentars: „Der Bundes­kanzler zum Tag des Buches oder Mainz, wie es weint und trauert.“ Hier der respektvolle Text:

Die honorige Literatenvereinigung, gemeinhin PEN-Club genannt, genauer gesagt, das PEN-Zentrum der Bundes­republik Deutschland hatte ihre vorjährige Jahres­tagung in Bremen abge­halten und dabei ein großes Thema abge­handelt – die Exil-Literatur, also die Literatur der im Dritten Reich verfemten und ausgetriebenen Schriftsteller.
In diesem Jahr nun tagt das PEN-Zentrum Anfang Mai in Freiburg, und man wolle diesmal neben den üblichen Lesungen in Öffentlichkeit und Schulen kein großes intellektuelles Thema abhandeln, sondern nur ganz einfach freund­schaftlich untereinander verkehren, so von Club-Mitglied zu Mitglied, teilt der Vorstand dazu mit. Das mag ein löblicher Vorsatz sein, fragt sich nur, ob Freiburg nach den langen Jugend-Unruhen noch der idyllische Flecken ist, wo man einfach freund­schaftlich miteinander verkehrt. Mag sein, dass der PEN sich müde und überfordert fühlt, alle Welt fühlt sich ja heutzutage überfordert und dauergestresst, ein Bedürfnis nach Ruhe ist gewiss verständlich und achtenswert, und dennoch bleibt zu fragen, ob es sich der PEN damit nicht zu leicht macht. Die intellektuelle Dürftigkeit unseres öffentlichen Lebens kontrastiert immer deutlicher mit der allenthalben steigenden Unruhe und den Ausbrüchen und Zerstörungen, die wir erleben, so dass sich die Frage erhebt, ob mindestens ein Teil der Gründe nicht eben in der intellektuellen Dürftigkeit zu suchen sei - es wird immer weniger scharf nachgedacht, immer weniger analysiert, es wird immer weniger von den Möglichkeiten aufklärender Prognostik Gebrauch gemacht, und so wird uns die Gegenwart immer unbekannter, es brechen stets neue Konflikte auf, die uns überraschen, weil niemand vorher darüber nachdachte, weil keine Vorbereitungen getroffen wurden. Dem PEN-Vorstand sind diese Schwächen durchaus bekannt, da es aber für ein großes Gegenwarts-Thema offenbar nicht ganz reichte, sucht man sich wenigstens an das vorjährige große Thema nochmal anzuhängen, und so fordert der Vorstand seine Mitglieder auf, am Ende der Tagung von Freiburg nach Mainz zu reisen, wo am Sonntag, den 10. Mai nachmittags um 15 Uhr 30 im großen Ratssaal der Stadt eine Feier zum Tag des Buches stattfinden wird. Man wird sich der schmählichen Bücherverbrennung durch die Nazis im Jahre 1933 erinnern und hat auch ein gutes Programm vorbereitet, Hanns Dieter Hüsch organisiert eine Lesung aus den Büchern verfolgter Schriftsteller, das ZDF wird zur Stelle sein und filmen, der SWF, 2. Programm, diese Welle also, wird direkt übertragen, neben dem PEN hat die agile Deutsche Lesegesellschaft diese Veranstaltung organisiert, und die größte Überraschung besteht wohl in einer Rede von Bundeskanzler Helmut Schmidt zum Thema. Was kann da noch schiefgehen. Genau das aber ist der Punkt, wo man sich. ein paar Gedanken machen darf. Was wird er denn zum Tag des Buches und der Bücherverbrennung von 1933 sagen? frage ich mich. Zweifellos ist es ein Erfolg der beiden Veranstalter, gerade den Bundeskanzler sich dazu äußern zu lassen. Jedenfalls wäre der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß als Gastredner weniger am Platze, und auch der Bundespräsident hätte wohl gewisse Schwierigkeiten, mindestens wissen wir wenig über seine Kenntnisse der Exil­literatur oder über seine Meinung zu im Dritten Reich verfolgten Autoren. Also, ganz ohne Zweifel, der Bundeskanzler bringt wohl noch die besten Voraussetzungen für das Thema mit, obwohl er ja vor noch nicht allzu langer Zeit erst gegen seinen Opponenten Helmut Kohl gewandt meinte, geistige Führung sei nicht Regierungssache. Unterdessen führte er dennoch geistig, äußerte sich recht ungnädig über die jetzige Jugend, von der er meinte, sie sei informiert, desinformiert und deformiert wie nie eine Jugend zuvor, na was war da wohl die Generation der Hitlerjugend dereinst gewesen? Nur desinformiert und deformiert wie er selbst, doch das sagte der Bundeskanzler nicht mit, dafür bescheinigte er kurz darauf den beiden großen Kirchen demokratischen Nachholbedarf, worüber sich ja nun gewiss auch streiten ließe, wenn es nicht gar so erstaunt hätte, dass der Bundeskanzler die Kirchen offenbar gerade dort als undemokratisch empfindet, wo sich in ihnen höchst demokratische Regungen bemerkbar machen. Nun gut, wir sind ein freies Land, da genießt auch der Bundeskanzler die Freiheit seiner Meinung, und wenn er auf Kohl antwortet, geistige Führung sei seine Sache nicht, genau diese Sache aber hernach betreibt, und zwar auf erstaunlich pauschale Weise, so genießt er natürlich auch dabei noch das freie Recht der Meinungsäußerung. Nur macht dies alles um so gespannter auf die Bundeskanzler-Rede vom 10. Mai zum Tage des Buches.
Was wird er da nun zu sagen haben? Wohin wird er da nun geistig führen? Was liest er jetzt, zur Vorbereitung darauf? Arnold Zweig? Heinrich Mann? Anna Seghers? René SchickeIe? Lion Feuchtwanger? Um nur ein paar einzelne Namen zu nennen. Die Exil-Literatur hat ja seItsamerweise plötzlich Konjunktur bei uns. Da haben wir armen irren Ratten und Schmeißfliegen jahrzehntelang vergeblich gepredigt, nehmt Feuchtwanger zur Kenntnis, und nun kommen Fernsehen samt Film, und auf einmal wird Feuchtwanger wieder genannt, obwohl er ja den Kom­munis­ten nicht ganz fern war. Auch Klaus Mann ist plötzlich stark im Geschäft, dank der Neuauflage des Mephisto. Klaus Mann war nun eher Anti- als Kom­munist gewesen und blieb trotzdem ignoriert, bis er jetzt von einem Tag zum andern zum Mode-Autor wurde, ein seltsames Volk der Dichter und Denker sind wir schon. Aber, frage ich mich, leicht beunruhigt, erübrigt denn ein so geplagter Mann wie unser Bundeskanzler soviel Zeit für Lektüre? Und wird ihm die Opposition nicht verübeln, dass er Zweig, Mann, Seghers, Feuchtwanger liest, lauter Kom­mu­nisten oder Beinahe-Kommunisten also? Und dass er am 10. Mai offen darüber sprechen wird? Oder wird er nicht selbst lesen, sondern lesen lassen – so wie die Politiker ja auch oft ihre Reden von andern schreiben lassen? Vielleicht aber wird der Kanzler sich gar nicht derart ins gefährliche Detail begeben, vielleicht wird er Franz Josef Strauß nur zeigen wollen, dass ein deutscher Politiker auch anders, nämlich ohne Schimpfe mit deutschen Schriftstellern umgehen kann? Vielleicht wird der Kanzler nur anregen, zwischen Geist und Politik, Literatur und Macht, Moral und militärischer Aufrüstung vermittelnde Gespräche zu beginnen? Geist und Macht, das war so eine Formel, die Heinrich Mann gern benutzte. Wenn am 10. Mai unter der kundigen Leitung von Hanns Dieter Hüsch lebende Autoren aus den Werken verfolgter antifaschistischer Schriftsteller lesen werden, und wenn ZDF und SWF 2 dies übertragen ins Land hinaus, und wenn der Bundeskanzler selbst dazu eine Ansprache hält, dann könnte man fast versucht sein zu sagen, jetzt also holen die West­deutschen doch ihre einst verfolgten und ausgetriebenen Dichter heim. Das geschähe zwar reichlich spät, und als diese Dichter noch lebten, hat man sie schmählich behandelt, hat sie hungern lassen, beleidigt, jedenfalls nicht ans Herz gedrückt und nicht mit dem Lese­gehirn auf­genom­men. Ein wunder Punkt in der west­deutschen Nach­kriegs­geschichte, und nicht zuletzt deshalb gingen so viele dieser Schrift­steller in die DDR, dort rief man nach ihnen, legte sie auf, machte wieder gut, verlangte freilich eine Staatsraison, die auch bedrückend wirken konnte, so dass sich erneute Emigrationsbewegungen ergaben. Darüber schweigen wir mal lieber, darüber wird man vielleicht in fünfzig Jahren Reden halten, so wie wir jetzt 50 Jahre nach den Geschehnissen Reden halten. Ich frage mich: Ist das denn nun immer so? Wird das immer so weitergehen? So mit der scharfen Tren­nungs­linie zwischen Geist und Macht, wie Heinrich Mann es einst sah? Der noch die Weimarer Republik bis zuletzt verteidigte? Mit dem bekannten Erfolg, dass er ins Exil musste? Man darf auf die Rede des Bundeskanzlers gespannt sein. Es muss ja nicht gleich geistige Führerschaft sein, auch nicht literarische Führerschaft, ein wenig geistig-literarische Vernunft und Kenntnis und Gerechtigkeit würden gewiss schon genügen. Als Wiedergutmachung an Menschen, an denen Deutschland vieles schlecht und nur zu schlecht machte, an den Verfolgten, den Ermordeten, den in den Freitod getriebenen, den in die Armut und ins Elend gestürzten Schriftstellern von Weimar. Das wäre schon sehr viel, wenn es so käme. Und es wäre noch mehr, wenn dabei anklänge, dass es sich bei dieser Rückkehr in die deutsche Geschichte und Literaturgeschichte nicht um eine bloße kleine Vergangenheitsbewältigung handelt, sondern um eine Antwort auf dringende Fragen der heutigen Gegenwart.

Die vorstehende Szene, am 24.4.1981 im SWF gesendet, ist die Art, in der ich länger als ein halbes Jahrhundert hindurch im Weltbühnen-Stil aus dem Leben berichtete. Hunderte Szenen gingen in die Bücher ein, andere über Presse, Funk, Fernsehen, Lesungen ans Publikum, mindestens ebenso­viele blieben unveröffentlicht im Hausarchiv. Das stückweise Publizieren ist meine Antwort auf Widerstände. In der DDR-Weltbühne hatte ich zu publizieren begonnen. Da mir das bald verwehrt wurde, suchte ich unverdrossen, wo nicht gar rachsüchtig, nach Möglichkeiten, wo immer sie sich boten. Ein Witzbold sprach vom „Trio Tucholsky-Ossietzky-Zwerenzky“. Ich fühlte mich geehrt, maßte mir aber nie an, mit meinen Vorbildern auf gleicher Höhe zu stehen. Ossietzky starb an den Folgen der KZ-Haft, Tucholsky nahm sich, an Deutschland verzweifelnd, das Leben. Da ich es auf bisher acht Jahrzehnte brachte, darf ich mir die Quintessenz erlauben: Zeitschriften wie die Weltbühne bieten klassische Subjekt-Geschichts­schreibung. Versuchen sich die Historiker in Objekt-Chronologien, wobei sie als Wissenschaftler die eigene Meinung verbergen, um sie desto nachhaltiger unter die Leute zu bringen, formulieren wir Subjekt-Geschichten­schreiber offen unsere Sicht und Ansicht vor Freund und Feind. Ob und wann wir unsere Einsichten verwerten können, entscheiden die herrschenden Götter und Zensoren sowie unsere diffizilen Fertigkeiten. Der Historiker verbirgt sich in und hinter seinen Figuren, unsereins verleugnet seine ganz individuelle Sicht nicht. Stil, Format, Darstellungsweise stehen ganz im Dienst von Aktualität und Authenti­zität. So gelangen auch impressionistische Details mit Reflexionen in die Bereiche von Phantasie, Satire, Polemik. In der wochenweise erscheinenden Weltbühne war ein Kaleidoskop entstanden, das sich in der Gesamtausgabe als umfas­sendes Epos erweist. Mir erstand ab 1953/54 ein verlängerter Zeit-Roman in Fragmenten. Man mag das bestreiten, verleugnen, vergessen. Das versuchte schon so mancher. Die tüchtigen Agenten, agilen Verfolger und stolzen Gernegrößen überlebte ich wie Sachsen seine verschiedenen feindlichen Besatzer. Das mit Pleißen­wasser gegerbte Fell wird zum Trommelfell. Mit jedem Schlag auf die Trommel dringt es stärker ins Ohr.

Helmut Schmidt 1976
Walter Ulbricht 1962
Womit wir direkt vom Zeitkameraden Helmut Schmidt, der über Exil-Schrift­steller sprach, mit denen ihn nichts verband, auf Sachsens Zeit­genossen Walter Ulbricht kommen, von dem wir bezeugen können, dass er die Kontro­verse mit Ernst Bloch im Gegensatz zu Helmut Schmidt nicht scheute, ja sogar in späteren Jahren von Bloch lernte, was man von Schmidt nicht behaupten kann, der als Bundes­kanzler den Atomkrieg riskierte wie er als Wehrmachtsoffizier den Eidbruch gegen seinen Führer nicht riskierte. Was ist schon Zuckmayers Drama über des Teufels General verglichen mit des Teufels Leutnanten, die für weitere Kriege rüsten. Was gäbe das für Theaterstücke, trauten sich's die Bühnen zu.
Schmidt also zögerte ein Treffen mit Bloch hinaus, bis der verstarb, so gab es nie ein Gespräch zwischen Politiker und Philosoph – z. B. über Krieg und Frieden. Ulbricht verfolgte Bloch, bewahrte ihn aber vor Verhaftung und wagte in den sechziger Jahren mit seiner neuen ökonomischen Politik (NÖSP) eine wenn auch zaghafte Annäherung an unsere Ideen vom 3. Weg, darüber stürzte er bald. Die Geschichte deutscher Misere setzt sich fort. Man brauchte erst noch eine friedliche Revolution, um in neue Kriege aufzubrechen.

Angenommen, Deutschland wäre ab 1945 ungeteilt geblieben, Adenauer hätte vom Bonner Parlament aus die Aufrüstung samt Atomwaffen betrieben und Ulbricht dort als Oppositioneller dagegen gehalten. Das Volk sagte zwar Ohne uns, gab jedoch bald seinen Widerstand auf. Staatssekretär Globke hätte dem Rabbiner-Sohn Albert Norden, den Schriftstellern Friedrich Wolf und Anna Seghers, um nur die drei zu nennen, ihre jüdische Abstammung verdeutlicht, wie er's in seinen Kommentaren zu Hitlers Judengesetzen vorgeführt hatte. Deutschland wäre freilich nur ungeteilt geblieben, hätte es seine Ostgebiete nicht verloren. Da wäre die Bundeswehr auch von Königsberg bis Breslau eifrig mit aufgebaut worden, von Danzig abgesehen. Die Nationale Volks­armee wäre nicht entstanden, die Benesch-Dekrete hätte Bonn von Beginn an verboten, die Sudetendeutschen lebten unvertrieben in ihrer Heimat, die Tschechoslowakei wäre dreifach geteilt, das Sudentenland zur Bonner Republik hinzugekommen. Was aber wäre aus Helmut Schmidt geworden? Und hätte Walter Ulbricht nicht aus Bonn zurück Richtung Moskau emigrieren müssen? Oder hätte Sachsen, sich auf seine sozialrevolutionäre Tradition besinnend, eine Regierung Ulbricht-Wehner-Zeiger gebildet und Jesus, Luther, Münzer, Marx, Bloch zum humanistischen Erbe erklärt - also lieber rot als schwarzbraun? Versuchen wir's mit etwas weniger Aufwand. Vor dem Berliner Reichstag hielt Helmut Schmidt 2008 seine Rede zur Bundeswehr-Gelöbnisfeier. Ein tapfrer, wehrhafter deutscher Offizier, der 8 Jahre lang dem Führer Adolf Hitler die Treue hielt, wie er geschworen hatte. Die Details sind in den Folgen 66/67 nachzulesen. Mit einiger Phantasie stelle ich mir jetzt vor, die Regierung oder sonstige Stellvertreter Gottes auf Erden hätten mich aufgefordert, nach Helmut Schmidt auch etwas zu artikulieren, so im Sinne: nach dem Durchhalte-Oberleutnant ist ein Wort für die Widerspenstigen und Widerständigen geboten. Was hätte ich vorgebracht?

Am 19.4.1976 berichtete der Spiegel unter „Neues von Andersch bis Zwerenz“, an welchen Themen Andersch, Kempowski, Reinecker, Molden gerade arbeiteten. Mit Z am Ende heißt es: „Gerhard Zwerenz (›Kopf und Bauch‹) schreibt an einem Band mit ›tagebuchartigen Aufzeichnungen‹ unter dem Titel So leben wir oder Applaus am Grab des Georg Büchner.“ Inzwischen wird Büchner mit jeder Büchnerpreis-Vergabe unter dem Motto Friede den Palästen, Krieg den Hütten tiefer verscharrt. Wofür haben wir wieder Soldaten?
In der letzten verdi-Zeitschriften-Beilage vom Mai 2009 steht ein Text des jüngst verstorbenen früheren VS-Vorsitzenden Horst Bingel: „Als mich 1971 Richard Salis einlud … in einer Sammlung deutscher Schriftsteller von Alfred Andersch bis Gerhard Zwerenz … mitzuwirken …“ Später resümiert Bingel: „…nur eine Handvoll namhafter Schriftsteller war zwischen 1939 und 1945 desertiert, auch Alfred Andersch und Gerhard Zwerenz, die 1971 zufällig die Auswahl Richard Salis' beginnen beziehungsweise beenden.“ Warum, denke ich, da Andersch tot ist, soll ich nicht eine Abfolge Helmut Schmidt – Gerhard Zwerenz herstellen, da ich doch fast halblebenslänglich mit dem hochgelobten deutschen Mann befasst bin? Gewiss spräche ich auch für Andersch – vielleicht schlössen sich viele – gar alle Deserteure an? 30.000 Todesurteile gab es, davon 20.000 vollstreckt. Gezählt wurde nur bis Mitte 1944, ungezählt die anderen – auf der Strecke geblieben an den Fronten, in Gefangenschaft, Zuchthäusern, Strafeinheiten, Konzentrationslagern – das summiert sich auf die 100.000. Andersch radelte in Italien zu den Amerikanern, Eickworth erledigten die eigenen Kameraden, was ist mit den Deserteuren der Sowjet­armee? Vermutet werden mehr als 150.000. So käme eine ganze inter­nationale Armee zusammen, für die endlich zu sprechen wäre. Dagegen stand Helmut Schmidt vorm Reichstag für die vielen Millionen eidestreuer Wehrmachtssoldaten, die im Dienst ihres Führers und seiner Generäle durch dick und dünn gingen. Soll das so weitergehen? Mit Millionen könnte ich nicht aufwarten, einige hunderttausend aber brächte ich schon auf. Das wäre immerhin ein Anfang von gläubiger Vernunft. Und was würde ich den zum feierlichen Gelöbnis angetretenen BW-Rekruten sagen? Ganz einfach: Wenn sie euch in einen Krieg schicken wollen – geht nach Hause. Das Grundgesetz gibt euch das Recht dazu.

Die Deserteure schlagen zurück
Joachim Jahns
Der Warschauer Ghettokönig
Dingsda Verlag 2009

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Im Leipziger Dingsda-Verlag erscheint soeben Der Warschauer Ghettokönig von Joachim Jahns, Autor, Verleger und von einem Ex-SS-Polizei-Offizier mit einer Klage überzogener Dokumentarist. Über der Arbeit an seiner Vertei­digungs­strategie stieß Jahns bei der Erfor­schung des jüdischen Aufstandes in Warschau 1943 auf bisher unbekannte, schwer erträgliche Fakten und Personen. In der Folge 31 unserer Serie schrieben wir über Jonathan Littells Welt­bestseller Die Wohl­gesinnten, deren Hauptfigur, ein fiktiver SS-Offizier Dr. Max Aue als hoch­intelligenter, sado­masochistischer Perversling ge­zeich­net wird. Jahns dokumentiert die Herren Todes­meister aus Deutschland hingegen nicht mit fiktiven Kunst­griffen, sondern als ganz normale Funktions­träger „im Einsatz“, was an Eichmanns Charakte­risierung durch Hannah Arendt erinnert. In den Akten der Gauck-Birthler-Behörde fand Jahns Dokumente, die bisher offenbar niemanden interessierten, sprechen sie doch nicht gegen DDR und Stasi, eher im Gegenteil für deren Aktivi­täten zur Aufklärung von Naziverbrechen in Polen. Hier ein Exempel vom deutschen Krieg bei der Niederschlagung des jüdischen Aufstands von 1943: „Als nun der Ober­gruppen­führer KRÜGER mit seiner Begleitung sowie STRO(O)P mit seinem Stab die brennende Straße entlang schritten, kam ein Melder, der sagte, dass aus einem in der Nähe liegenden Gebäude im rückwärts liegenden Teil aus dem Dachgiebelfenster Menschen vor dem Feuer sich auf das Dach zu retten versuchten. (Siehe Zeichnung). Die ganze Clique kam in dem Tor­eingang zur Aufstellung und beobachtete nun in den Abendstunden die durch den Feuerschein grell beleuchteten Menschen in ihrer Verzweiflungstat. Einige hatten sich schon auf das Dach in Sicherheit gebracht. Weitere versuchten von dem Dachfenster aus über das schmale Sims sich auch auf das Dach zu retten. Ich weiß nicht mehr, wer den Befehl zum Erschießen gab, aber es wurde, nachdem die Lage überblickt war, entweder von KRÜGER oder STRO(O)P der Befehl gegeben mit MP oder Karabiner auf diese Menschen, wenn sie auf dem Sims standen, zu schießen. Wer sich nicht gleich aus dem Fenster in die Tiefe stürzte, wurde von den Kugeln der viehisch vertierten Menschen abge­schossen.
Das Schrecklichste dabei war der Anblick, dass auch einige Kinder im Alter von 3 Jahren aufwärts darunter waren. Diese Kinder brachten den Mut auf, sich in schwindelnder Höhe des 3-4 Stock hohen Hauses auf das Dach über das Sims retten zu wollen und wurden ebenfalls abgeschossen. Einige Menschen, die am Mauersims verwundet wurden und dann abstürzten, wurden beim Fall in die Tiefe von einem offen gebliebenen Fensterflügel der unteren Stockwerke aufgefangen. Man muss sich vorstellen: verwundet, unter sich die gähnende Tiefe und vom prasselnden Flammentod bedroht. Um ihre Qual zu verlängern, durften diese am Fensterflügel hängenden Menschen nicht den Gnadenschuss bekommen, sondern wurden ihrem entsetzlichen Schicksal überlassen. Auf die zum Dach sich geretteten Menschen wurde nun eine richtige Jagd veranstaltet. Sie hätten sich ohnehin nur mehr durch einen kühnen Sprung in die Tiefe zu retten geglaubt, der allerdings ein Todessturz gewesen wäre. Durch die Panik und die unmittelbar drohenden Flammen hinter sich, drängten die Menschen im Dachgiebel zum Fenster heraus. Es wurde einfach auf das Fenster und die sich darin zeigenden Menschen geschossen. Wer nicht durch die Kugeln getötet wurde, fiel unbarmherzig dem Flammentod zum Opfer. Die verzweifelten Menschen warfen die durch Kugeln getöteten Juden aus dem Fenster, um sich oben Raum zu schaffen. Es dürften nach meiner Schätzung insgesamt ca. 50 Personen dort den grauenhaften Tod durch Erschießen, Flammen und Absturz gefunden haben.“

Soviel als Probe aus dem ersten Buch des Joachim Jahns über die alte und neue Ostfront. Ein zweiter Band soll sich anschließen. Denn ein ehemaliger SS-Polizei-Offizier fühlt sich in seiner Offiziers­ehre gekränkt und erstattete Anzeige. Jahns verfolgt seither im Zuge seiner Verteidigung die Spuren des ehrbaren Herrn auf dem Schlachtfeld, diesem deutschen Schlachthaus in Polen. So entsteht ein existentiel­ler Krimi, wie ihn unsere Literatur bisher nicht aufzuweisen hatte.

In diesem Kapitel wollte ich mich nur mit Helmut Schmidt und Walter Ulbricht befassen. Zitat Schmidt: „Ich habe z. B. von der Vernichtung der Juden erst nach dem Krieg erfahren.“ (siehe Folge 67 im poetenladen). Das ist wie bei den drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Es war eben nicht Schmidt, sondern der Antifaschist und Emigrant Willy Brandt, der vor dem Ehrenmal des jüdischen Ghettos in Warschau niederkniete, was ihm den üblichen Spott von rechts eintrug. Auf Walter Ulbricht kann man sich bei diesem Thema nicht berufen, scheute er doch nicht davor zurück, politisch missliebige ehemalige Konzen­trationslager-Häftlinge zu verfolgen. Der Fall Jahns und sein Buch Der Ghettokönig geht mir aus vielerlei Gründen nahe, denn dieser Herr Erich Steidtmann, der seine SS-Polizei-Offiziersehre beschädigt sieht, behauptet in seiner Strafanzeige an die Berliner Staats­anwaltschaft: „Mein Bataillon hatte die äußere Absperrung zu gewährleisten und später den Aufstand mit 400 deutschen Deserteuren zu bewältigen.“ Mit der Absperrung ist die Grenze des Warschauer Ghettos gemeint. Was mit dem Aufstand der 400 deutschen Deserteure gemeint ist, bleibt unklar. Nur soviel ist sicher – wenn Deserteure angegriffen werden, schlagen sie zurück. Das ist existentielle Notwehr und zählt zu ihrer widerständigen Lebens- und Todeserfahrung.

Das nächste Kapitel erscheint am Montag, den 06.07.2009.

Gerhard Zwerenz   29.06.2009    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
Gerhard Zwerenz
Serie
  1. Wie kommt die Pleiße nach Leipzig?
  2. Wird Sachsen bald chinesisch?
  3. Blick zurück und nach vorn
  4. Die große Sachsen-Koalition
  5. Von Milbradt zu Ernst Jünger
  6. Ein Rat von Wolfgang Neuss und aus Amerika
  7. Reise nach dem verlorenen Ich
  8. Mit Rasputin auf das Fest der Sinne
  9. Van der Lubbe und die Folgen
  10. Unser Schulfreund Karl May
  11. Hannah Arendt und die Obersturmbannführer
  12. Die Westflucht ostwärts
  13. Der Sänger, der nicht mehr singt
  14. Ich kenne nur
    Karl May und Hegel
  15. Mein Leben als Prophet
  16. Frühe Liebe mit Trauerflor
  17. Der Schatten Leo Bauers
  18. Von Unselds Gegner zu Holtzbrincks Bodyguard
  19. Karl May Petrus Enzensberger Walter Janka
  20. Aus dem Notizbuch eines Ungläubigen
  21. Tanz in die zweifache Existenz
  22. General Hammersteins Schweigen
  23. Die Pleiße war mein Mississippi
  24. Im Osten verzwergt und verhunzt?
  25. Uwe Johnson geheimdienstlich
  26. Was fürchtete Uwe Johnson
  27. Frühling Zoo Buchmesse
  28. Die goldenen Leipziger Jahre
  29. Das Poeten-Projekt
  30. Der Sachsenschlag und die Folgen
  31. Blick zurück auf Wohlgesinnte
  32. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (I)
  33. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (II)
  34. Brief mit Vorspann an Erich Loest
  35. Briefwechsel mit der Welt der Literatur
  36. Die offene Wunde der Welt der Literatur
  37. Leipzig – wir kommen
  38. Terror im Systemvergleich
  39. Rachegesang und Kafkas Prophetismus
  40. Die Nostalgie der 70er Jahre
  41. Pauliner Kirche und letzte Helden
  42. Das Kickers-Abenteuer
  43. Unser Feind, die Druckwelle
  44. Samisdat in postkulturellen Zeiten
  45. So trat ich meinen Liebesdienst an …
  46. Mein Ausstieg in den Himmel
  47. Schraubenzieher im Feuchtgebiet
  48. Der Fall Filip Müller
  49. Contra und pro Genossen
  50. Wie ich dem Politbüro die Todesstrafe verdarb
  51. Frankfurter Polzei-buchmesse 1968
  52. Die Kunst, weder Kain noch Abel zu sein
  53. Als Atheist in Fulda
  54. Parade der Wiedergänger
  55. Poetik – Ästhetik und des Kaisers Nacktarsch
  56. Zwischen Arthur Koestler und den Beatles
  57. Fragen an einen Totalitarismusforscher
  58. Meine fünf Lektionen
  59. Playmobilmachung von Harald Schmidt
  60. Freundliche Auskunft an Hauptpastor Goetze
  61. Denkfabrik am Pleißenstrand
  62. Rendezvous beim Kriegsjuristen
  63. Marx, Murx, Selbstmord (der Identität)
  64. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (I. Teil)
  65. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (II. Teil)
  66. Der Bunker ...
  67. Helmut auf allen Kanälen
  68. Leipzig anno 1956 und Berlin 2008
  69. Mit Konterrevolutionären und Trotzkisten auf dem Dritten Weg
  70. Die Sächsischen Freiheiten
  71. Zwischen Genossen und Werwölfen
  72. Zur Geschichte meiner Gedichte
  73. Poetenladen: 1 Gedicht aus 16 Gedichten
  74. Der Dritte Weg als Ausweg
  75. Unendliche Wende
  76. Drei Liebesgrüße für Marcel
  77. Wir lagen vor Monte Cassino
  78. Die zweifache Lust
  79. Hacks Haffner Ulbricht Tillich
  80. Mein Leben als Doppelagent
  81. Der Stolz, ein Ostdeutscher zu sein
  82. Vom Langen Marsch zum 3. Weg
  83. Die Differenz zwischen links und rechts
  84. Wo liegt Bad Gablenz?
  85. Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht
  86. Der 3. Weg eines Auslandssachsen
  87. Kriegsverrat, Friedensverrat und Friedenslethargie
  88. Am Anfang war das Gedicht
  89. Vom Buch ins Netz und zur Hölle?
  90. Epilog zum Welt-Ende oder DDR plus
  91. Im Hotel Folterhochschule
  92. Brief an Ernst Bloch im Himmel
  93. Kurze Erinnerung ans Bonner Glashaus
  94. Fritz Behrens und die trotzkistische Alternative
  95. 94/95 Doppelserie
  96. FAUST 3 – Franz Kafka vor Auerbachs Keller
  97. Rainer Werner Fassbinder ...
  98. Zähne zusammen­beißen ...
  99. Das Unvergessene im Blick
    1. Nachwort
Nachworte
  1. Nachwort
    siehe Folge 99
  2. Auf den Spuren des
    Günter Wallraff
  3. Online-Abenteuer mit Buch und Netz
  4. Rückschau und Vorschau aufs linke Leipzig
  5. Die Leipziger Denkschule
  6. Idylle mit Wutanfall
  7. Die digitalisierte Freiheit der Elite
  8. Der Krieg als Badekur?
  9. Wolfgang Neuss über Kurt Tucholsky
  10. Alter Sack antwortet jungem Sack
  11. Vor uns diverse Endkämpfe
  12. Verteidigung eines Gedichts gegen die Gladiatoren
  13. Parademarsch der Lemminge und Blochs Abwicklung
  14. Kampf der Deserteure
  15. Fritz Bauers unerwartete Rückkehr
  16. Der Trotz- und Hoffnungs-Pazifismus
  17. Als Fassbinder in die Oper gehen wollte
  18. Was zum Teufel sind Blochianer?
  19. Affentanz um die 11. Feuerbach-These
  20. Geschichten vom Geist als Stimmvieh
  21. Von Frankfurt übern Taunus ins Erzgebirge
  22. Trotz – Trotzalledem – Trotzki
  23. Der 3. Weg ist kein Mittelweg
  24. Matroschka –
    Die Mama in der Mama
  25. Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg
  26. Der Aufgang des Abendlandes aus Auerbachs Keller
  27. Jan Robert Bloch –
    der Sohn, der aus der Kälte kam
  28. Das Buch, der Tod und der Widerspruch
  29. Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingrad
  30. Bloch und Nietzsche werden gegauckt ...
  31. Hölle angebohrt. Teufel raus?
  32. Zwischen Heym + Gauck
  33. Von Marx über Bloch zu Prof. Dr. Holz
  34. Kafkas Welttheater in Auerbachs Keller
  35. Die Philosophenschlacht von Leipzig
  36. Dekonstruktion oder Das Ende der Ver­spä­tung ist das Ende
  37. Goethes Stuhl – ein Roman aus Saxanien
  38. Meine Weltbühne im poetenladen
  39. Von Blochs Trotz zu Sartres Ekel
  40. Die Internationale der Postmarxisten
  41. Dies hier war Deutschland
  42. Kopfsprünge von Land zu Land und Stadt zu Stadt
  43. Einiges Land oder wem die Rache gehört
  44. Schach statt Mühle oder Ernst Jünger spielen
  45. Macht ist ein Kriegszustand
  46. Dekonstruktion als Kriminalgeschichte I
  47. Damals, als ich als Boccaccio ging …
  48. Ein Traum von Aufklärung und Masturbation
  49. Auf der Suche nach der verschwundenen Republik
  50. Leipzig am Meer 2013
  51. Scheintote, Untote und Überlebende
  52. Die DDR musste nicht untergehen (1)
  53. Die DDR musste nicht untergehen (2)
  54. Ein Orden fürs Morden
  55. Welche Revolution darfs denn sein?
  56. Deutschland zwischen Apartheid und Nostalgie
  57. Nietzsche dekonstruierte Gott, Bloch den Genossen Stalin
  58. Ernst Jünger, der Feind und das Gelächter
  59. Von Renegaten, Trotzkisten und anderen Klassikern
  60. Die heimatlose Linke (I)
    Bloch-Oper für zwei u. mehr Stimmen
  61. Die heimatlose Linke (II)
    Ein Zwischenruf
  62. Die heimatlose Linke (III)
    Wer ist Opfer, wer Täter ...
  63. Die heimatlose Linke (IV)
    In der permanenten Revolte
  64. Wir gründen den Club der
    heimatlosen Linken
  65. Pekings große gegen Berlins kleine Mauer
  66. Links im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer
  67. Zweifel an Horns Ende – SOKO Leipzig übernimmt?
  68. Leipzig. Kopfbahnhof
  69. Ordentlicher Dialog im Chaos
  70. Büchner und Nietzsche und wir
  71. Mit Brecht in Karthago ...
  72. Endspiel mit Luther & Biermann & Margot
  73. Die Suche nach dem anderen Marx
  74. Wer ermordete Luxemburg und Liebknecht und wer Trotzki?
  75. Vom Krieg unserer (eurer) Väter
  76. Wohin mit den späten Wellen der Nazi-Wahrheit?
  77. Der Feind ist in den Sachsengau eingedrungen
  78. Die Heldensöhne der Urkatastrophe
  79. Die Autobiographie zwischen
    Schein und Sein
  80. Auf der Suche nach der verlorenen Sprache
  81. Atlantis sendet online
  82. Zur Philosophie des Krieges
  83. Deutsche, wollt ihr ewig sterben?
  84. Der Prominentenstadl in der Krise
  85. Der Blick von unten nach oben
  86. Auf der Suche nach einer moralischen Existenz
  87. Vom Krieg gegen die Pazifisten
  88. Keine Lust aufs Rentnerdasein
  89. Von der Beschneidung bis zur
    begeh­baren Prostata
  90. Friede den Landesverrätern
    Augstein und Harich
  91. Klarstellung 1 – Der Konflikt um
    Marx und Bloch
  92. Bloch & die 56er-Opposition zwischen Philo­sophie und Verbrechen
  93. Der Kampf ums Buch
  94. Und trotzdem: Ex oriente lux
  95. Der Soldat: Held – Mörder – Heiliger – Deserteur?
  96. Der liebe Tod – Was können wir wissen?
  97. Lacht euren Herren ins Gesicht ...
  98. Die Blochianer kommen in Tanzschritten
  99. Von den Geheimlehren der Blochianer
Aufsatz