POETENLADEN - neue Literatur im Netz - Home
 
 
 
 
 
 
 

Gerhard Zwerenz
Die Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte

Sächsische Autobiographie in Fortsetzung | 25. Nachwort

Dies ist eine sächsische Autobiographie als Fragment in 99 Fragmenten. Schon 1813 wollten die Sachsen mit Napoleon Europa schaffen. Heute blicken wir staunend nach China. Die Philosophen nennen das coincidentia oppositorum, d.h. Einheit der Widersprüche. So läßt sich's fast heldenhaft in Fragmenten leben.

  25. Nachwort

Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg



Einwandernde Wölfe in den Freistaat
Vor dem Hintergrund der Geschichte betrachtet ist Sachsen heute nur noch der Schatten seiner Vergangenheit. Von der schrumpfenden, über­alternden Bevöl­kerung bis zur redu­zierten Wirtschaft herrscht der Mangel, den auch der Zulauf von Wölfen aus den Karpaten nicht ausgleicht, zumal Dresdens Politiker nicht genau wissen, ob sie im Sumpfe leben oder auf August des Starken Diamantberg. Die Wölfe sind Höhen und Hügel gewohnt, ganz wie Erzgebirgler und Vogtländer, von denen es immer weniger gibt. Sachsen ist Deutschland im kleinen. Als die Gelegen­heit günstig war, schickte ein Gott namens Stalin seinen garan­tiert echt Leipziger Sachsen Walter Ulbricht nach Berlin, wo er mit dem Fleiß des Pleißeaners die Geburt der DDR betrieb, ein Teil-Deutschland zwar nur, doch immerhin als Groß-Sachsen das Gegen­stück zu Adenauers Geständnis, ihm sei ein halbes Deutschland ganz lieber als ein ganzes Deutsch­land halb. Weil keine ehrliche Verhand­lung stattfand, handelten zwei Obrigkeiten, eine jede Halbheit gegen die andere. Der Konrad war schon immer westseparat, der Walter ost­revolutionär. Konrad wollte sogar Atomwaffen dazu.

 

Ulbricht agierte als geschichts­bewusster Leipziger. Bei der Völkerschlacht anno 1813 hatten die Sachsen, die mit Napoleon gen Moskau gezogen waren, die Fronten gewechselt und statt mit den Franzosen gegen die Russen mit den Russen gegen die Franzosen gekämpft. Das kostete sie zwar einiges Land, wurde aber zum Beginn ihres wirtschaftlichen Aufschwungs. Walter Ulbricht knüpfte 1945 bei 1813 an. Wer das heutige Sachsen seiner Schwäche wegen mit der DDR begründet, macht es sich zu leicht. Die DDR war wie Sachsen hoch­leistungs­fähig, der Untergang hat andere Ursachen. Das Land war seiner Struktur nach ein Erfolgs­modell. Vom Reichtum des Silbers aus dem Erz­gebirge zeugen Dresdens Schatz­kammern. Vom pracht­vollen Meißner Porzellan nicht zu reden. Von Stein- und Braunkohle lebte die Industrie. Chemnitzer Maschinen­bau, Zwickauer Autowerke, west­sächsische Textil­fabriken waren nicht tot­zukriegen, bis 1990 eine kapital­geile West­kamarilla die in Ostberlin dahin­dämmernde Polit­bürokam­arilla über­rumpelte. Fataler­weise lizensiert von Moskauer polit­büro­kratischen Traum­tänzern, die plötzlich Sozial­demo­kraten sein wollten und dabei die DDR als letztes Hemd verspielten. Alles nicht so schlimm? Schlimm aber: Es musste nicht so kommen. Kann sein, das Ende des sowje­tischen Sozia­lis­mus-Modells diskre­ditiert jeden neuer­lichen Versuch einer Alternative zum End-Desaster der Kapital-Welt Die DDR jedoch hatte eine reale Alter­na­tive – es gab den 3. Weg von Brecht-Bloch-Behrens. Brecht die Poesie-Poetik. Bloch die Philosophie. Behrens die Ökonomie. Die DDR mit dem sächsi­schen Refor­mations­motor. Die Leitungs-Eliten beider deutscher Staa­ten befanden sich nicht auf vergleich­barer Höhe mit jenen alten chine­sischen Weisheiten, die den eigenen 3. Weg wiesen, auf den die gelben Roten ein­schwenkten. Wer vom Kapital nicht stranguliert werden will, schafft sein eigenes Wunder: Kapital unter marxis­tischem Kommando. Davon können Russen und im besoffenen Stolz vereinte Deutsche nur träumen, wenn ihnen die Trümmer ihrer emsig gepflegten Fehl­spekula­tionen um die Ohren fliegen.
Der totgeglaubte Soldat – vermisst
Ich bin über mehrere Nabel­schnüre mit Sachsen verbunden. Das Arbeiter­foto von 1903 (Nachwort 24) mit der Großmutter und im Bauch meine werdende Mama wird durch ein Bild von 1925 komplettiert: Liesbeth und Rudolf in Hochzeits­tracht vor der Gablenzer Kirche – sie hoch­schwanger, er als beken­nender Er­zeuger, ein leicht ver­spätetes Ehe­paar, der wachsende Embryo schon im Status des Sieben­monats­kindes soll's als etwa unehe­licher Balg nicht schwerer haben als die ehe­lichen Christen­spröss­linge. Später zeigten sie das Bild, erklärten, da bist du als Dritter mit drauf und lächel­ten verschämt. 19 Jahre später erhält die Mama per Feldpost einen Karton mit dem Nachlass des gefal­lenen Sohnes. Sie legt sich, etwas herz­krank, ins Bett, steht am Morgen auf, hat beschlos­sen, den Nach­lass zu igno­rieren. Ein amtlicher Mann in Partei­uniform, der Nach­richten vom Heldentod zu überbringen hat, betritt die Zwei­zimmer­wohnung, hebt schon in der geöffneten Tür beschwich­tigend die Hände – ist nicht so schlimm! Der Nachlass kommt nicht vom Gefallenen, nur vom Vermissten. Sie wundert sich nicht. Fünf Jahre darauf ist der Vermisste wieder da. Schwein gehabt, Mama, im ganzen Arbeiter­viertel bleibt kein Haus ohne gefal­lenen Helden. Ein paar wurden exe­kutiert, wie sich's gehört bei Wider­ständigen. Ein wider­ständiger Kommunist, erst ins Gefängnis geworfen, wird im Krieg als Deserteur erschossen. Nach dem Krieg steht im Ort ein Denkmal für ihn. Seit der Einheit liegt die Büste im Keller des Heimat­museums verborgen. Die Einigkeit in Freiheit schämt sich seiner.

 

Ich behaupte, Schwanger­schaften sind eine Stilfrage. Beim Betrachten von Neu­geborenen wird ersicht­lich, sie wären lieber drin­geblieben. Laut pro­tes­tieren sie gegen das unwirt­liche falsche Leben, in das sie gestoßen werden. Wer alt genug geworden ist, kann sich gut erinnern. Das Lang­zeit­gedächtnis hilft flott auf die Sprünge.

 

Im Krieg war ich ein guter Soldat, die schlechten trifft's zuerst. Wer desertieren will, muss gut schießen können. Im Lager, Winter 44/45 Bobruisk, den Verwundeten fressen Maden den Eiter von den Wunden, in den Verbänden wimmeln Läuse und Wanzen. Verstopfungen, die Toten haben knochen­harte Bäuche. Ich grub mir den Kot mit Fingern und Löffel­stiel aus dem After, das Blut vom Darm an den Fingerspitzen, der Kot zu klirrenden Stücken und Splittern gefroren. Mir wird klar, es ist ver­geblich gewesen, ich werde draufgehen – kommt nicht ein Wunder. Das Wunder kommt, ich marschiere täglich im Kommando zur Schnapsfabrik. Man muss den Wundern nur weit genug entgegengehen, ich versorge den Schwarzmarkt mit Schnaps, bin ein reicher Gefangener, mäste mich, besteche Friseur und Lager­leitung, trage langes Haar und gute Kleider. Im Jahr drauf wieder ganz unten. Die Admini­stration brennt, an dem Bau arbeiten wir seit Kriegsende. Er ist fertig­gestellt, wird eingeweiht mit einem Freudenfeuer, in dem an die hundert hohe Funktionäre braten. Babschek, der Bessarabier, erzählt im Lager­lazarett davon, wo ich liege, die Schuss­wunde am Unterschenkel hat sich geöffnet, Babschek hat ein Stück Fleisch mitgebracht, das gebratene Fleisch legt er auf meine Bettdecke. Dreck musst du schlucken! Das Fleisch duftet. Das Feuer ist an mehreren Stellen zugleich ausgebrochen. In allen Stockwerken brannte es, berichtet Babschek. Die Herren saßen im Kinosaal und weihten ein. Feier­lichkeit hatte von ihnen Besitz ergriffen, sie schmorten an, da merkten sie erst, es brannte, und die Türen des Kinosaals waren von außen verschlossen. Danach fand man Plakate angeschlagen: DIE SCHWARZE HAND. Eine konter­revolutionäre Geheim­organisation. Oder waren es faschistische Kriegsgefangene gewesen? Das Stück Fleisch auf meinem Bett duftet köstlich. Man tischt gebratene Russen auf. Ich hab seit Wochen kein Fleisch zu sehen bekommen. Dreck musst du fressen, willst du davonkommen. Was ist das für'n Fleisch, Babschek? Herrlich riechendes knuspriges Fleisch. Wunderbares Fleisch. Du wirst deine Zähne in das Fleisch schlagen, willst du davonkommen. Ich schlag die Zähne in das Fleisch. Ich ahne, was es auf sich hat mit dem Bratenstück. Dreck musst du fressen, wenn du davonkommen willst. Ich werde mich nicht im Panzer­graben vor der Stadt beerdigen lassen. Ich habe Russland nicht im Kriege überstanden, es nach Kriegsende nicht zu überstehen. Fleisch musst du bleiben, willst du entrinnen. Ich weiß, was es damit auf sich hat. Mich überrascht nicht, was über das Lager hereinbricht, die Verhaftungs­welle, auch Babschek wird weggebracht, alle sind abtransportiert worden, die mit Knusper-Leichen Koch spielten. Den Leichen ganze Fleisch­brocken heraus­geschnitten. Im Lazarett liege ich, Eiter und Wasser produziert meine Wunde, weißt du, wie das Fleisch schmeckt, das dich rettet: Man handelt im Lager damit, die Razzien verfehlen ihr Ziel, man kauft und verkauft gebratenes Russenfleisch, tranchiert, man lebt und überlebt, zahlt und malmt, Blutwasser und Eiter treten aus meinem Bein, während ich schlinge: Schließe dich Wunde, schließe dich – wohin kann man den Menschen bringen, daran, an all das und das andere, das noch nicht geschrieben wurde, denke ich, wenn ich die Bürgerblätter lese und sehe, was die Bürger­söhnchen und Bürger­väterchen schreiben. Meist langweiliges dummes Zeug. Manchmal, wenn sie sich giften, wird's amüsant. Wie sie sich mühen, einem hinter den Rücken zu gelangen, das Messer dort zu landen - wie sie sich anschleichen, die süßen Heuchler, Giftmischer, mein Gott, der es dich nicht gibt, kannst du nicht wenigstens ein ganz klein bisschen existieren und eine Landschaft mit besseren Figuren schaffen?

 

Die Abtreibung durch Verbrennen ist etwas aus der Mode geraten. Früher zählte der Feuertod für Abweichler in Glaubensfragen zum Alltag. Inzwischen wurde der Scheiterhaufen per Napalm industrialisiert. Einzelfälle erledigt man durch gezielte Tötung, soweit die westliche Wertegemeinschaft reicht. Die östlichen Wertegemeinschaften antworten darauf mit Terror. Den betrieben im 2. Weltkrieg die Partisanen. Wie der Feuertod wurde auch die kalte Abtreibung modernisiert. Einst benutzte man Stricknadeln, schluckte Chinin, sprang vom Tisch oder verprügelte den anschwellenden Bauch. Wer trotzdem nicht wich, kehrte bald um, weil's zu kalt war, Hunger herrschte, Masern grassierten oder die Pest, Cholera, Tbc. Übern Daumen gepeilt dürfte etwa die halbe Menschheit vor oder nach der Geburt abgegangen sein. Mit den lebend gebliebenen Massen hatten die Eliten der Völker noch genug Last und Ärger, sodass sie ihr Volk wenigstens durch Kriege auf ein ertragbares Maß reduzierten, wie es sich gehört in gläubigen Klassengesellschaften.

 

Kaus Ernst – Linken-Gewerk­schafter – von Dresdens CDU am 1.Mai ausgegrenzt

In post­modernen Zeiten werden die Lebens­fragen der Bevöl­kerung demo­kratisch geregelt. Beliebt ist die Sepa­ration. Zur Mai­feier 2010 separiert sich Dresdens CDU durch ihren Stadt­chef Lars Rohwer von der Teil­nahme, weil die Gewerk­schaft den „beken­nenden Marxis­ten“ Klaus Ernst reden ließ. Zwischen Hof- und Frauen­kirche sei so was gegen­über den Gläubigen gefühl­los. Gerhard Besier attestiert dem kleinen Christen­führer ein „Hassverhältnis“ zum politi­schen Gegner. Der Mann weiß Bescheid. War mal Chef des ungelüfteten Hannah-Arendt-Instituts, lüftete es aus und ging und sitzt jetzt für Die Linke an der Elbe im Landtag, wo er den Frei­staat zu ent­provin­ziali­sieren hilft, was welt­läufiger Mehrheiten bedarf.

 

Landtage sind offen­sichtlich Brut­stätten gestri­ger Helden, die als Gespenster irrlichtern. In Nieder­sachsen will eine couragierte neue Sozialministerin die obligatorischen Kruzifixe aus den Klassen­zimmern abtreiben und kapituliert am Tag darauf vorm abend­ländi­schen Hofstaat. Ein halb­aufgeklärter Kirchen­bruder redet vermittelnd von den 3 Buch­religionen und verschweigt die 4. der Marxisten, dazu die ganz und gar alphabetisierten Glaubenslosen, weil: Für eure Religions­kriege wurden schon genug Köpfe eingeschlagen. Bertolt Brecht: Volk ist Pöbel, Gott ist ein Faschist. Auf den Koppel­schlössern des deutschen Heeres stand geschrieben Gott mit uns. War der Herr dagegen? In Düsseldorf tobt ein Land­tags­wahlkampf: Alle gegen die Kommunisten, die gar nicht beteiligt sind.„Das Duell der Köpfe“ dichtet am 30. April die FAZ, obzwar der Welt­untergang doch erst zum 30. Mai angesagt ist und es nur um die feind­lichen Fußball­trainer von Schalke und München geht. Da sei zuge­standen: Soviel Grips und Energie wie beim Fußball in die Politik – das liefe alles verdammt viel flotter.

 

In Crimmitschau erschien von 1870 bis 79 die erste sozial­demokratische Tages­zeitung Deutschlands. Für mich war Crimmitschau ein durch die Pleiße verbundener Vorort von Leipzig. Mit der Kriegsteilhabe von 1914 und dem Revolutions­verrat von 1918 spaltete die Arbeiter­bewegung sich überall in Sozis und Kommunisten. Was tun, Genossen? Im Dreißigjährigen Krieg wurde Crimmitschau besetzt, geplündert und abgebrannt. Im Sieben­jährigen Krieg schlugen sich hier Preußen und Öster­reich die Köpfe ein. 1813 blickten die Crimmitschauer neugierig nach Leipzig, von wo Napoleon wie vordem aus Moskau fliehen musste. 1824 gab es in Crimmitschau die erste Dampf­maschine. Die Kontinuität Sachsens begann mit Industrie, Arbeiter­bewegung und Handel. Am 30. April 2010 fragte die FAZ tief besorgt:: „Was soll nur aus unseren Gehirnen werden?“ Was aus kaputten Organen werden kann, ist unser Ding nicht. Was Sachsen betrifft, werden die Einwohner sich entschei­den müssen. Am Beginn unserer Serie fragten wir: Wie kommt die Pleiße nach Leipzig? und etwas später: Wird Sachsen bald chinesisch?

 

Johann Wolfgang unten – Anna Amalia oben?
Das Blatt soll von Max Schwimmer sein – wer weiß mehr darüber?

Wie auch immer, das Licht kommt aus dem Osten, und wer's nicht sehen will, der bleibt eben im Dunkeln sitzen und spielt bei den Nacht­schatten­gewächsen mit: Europa als Untergang Roms, 2. Akt: Regierung Merkel, die drei Zwerge Berlusconi, Papst Benedikt und Sarkozy. Ort: Auerbachs Keller, Eingang Comic-Theater. Das ist ein Stich­wort. Wir schalten auf den Lieblings­keller der Literaten noch öfter zurück. Wegen Goethe, dem Herrn mit den vielen Häusern von Frank­furt am Main bis Weimar, wo er außer im eigenen Haus am Frauenplan in der Fürsten­residenz so umtriebig wirkte, dass gemun­kelt wird, er sei um zu dichten mit der hoheit­lichen Anna Amalia ins fürst­liche Lotter­bett gestiegen:

 

„Knaben liebt ich wohl auch, doch lieber sind mir die Mädchen,
Hab ich als Mädchen sie satt, dient sie als Knabe mir noch.“

 

(Venezianische Epigramme Nr. 144, erst seit 1914 bekannt)

 

Dichterfürst mit Weimarer Fürstin?

Bei Weimars Höflingen grummelt es seitdem. Hat er? Hat er nicht? War's gar nicht Frau von Stein? Da kam Ettore Ghibellino mit Goethe und Anna Amalia – Eine verbotene Liebe? Da kam der Doktor Jochanan Trilse-Finkel­stein und sprach in Weimar zu Ghibel­linos frechen Thesen, dann kam sein und unser alter Freund Hans Stern, welt­bewegender Bibliothekar i.R. und vormals Deutsche Bücherei in Leipzig, laut Trilse-Finkel­stein ein lebendes Groß­lexikon, und alle fragen alle: Hat der Wolfgang nun oder hat er nicht? Und ich frage: Hat sie oder hat sie nicht, die Anna Amalia? Ich lese das 112. Epigramm, auch vom Meister lebens­lang zurückgehalten:
„Dich betrügt der Staatsmann, der Pfaffe, der Lehrer der Sitten,
Und dies Kleeblatt, wie tief betest du, Pöbel, es an.
Leider lässt sich noch kaum was Rechtes denken und sagen,
Das nicht grimmig den Staat, Götter und Sitten verletzt.“

Diese Nr. 112 wie Kaviar genießend denke ich, der Pfundskerl war ja so modern, der könnte glatt von heute und morgen sein.
Von heute ist ganz und gar Hartwig Runge aus Leipzig, der mein Pseudonym Gert Gablenz vor kurzem auf einen Gaul des Karl May setzte. (22. Nachwort) und mich höflichst an den Juni 2005 und die Folge 4 unserer Sachsen-Serie erinnert:


 

Korrektur: Am Ende vom Nachwort 24 wunderten wir uns, dass die Journalistin Barbara Supp im Spiegel (26.4.2010) eine ganze Seite gegen unseren Freiheits­krieg am Hindukusch schreiben durfte. Der Fehler wurde bereits im nächsten Heft (3. 5. 2010) ausgemerzt. Aus Supps Schmutziger Wahrheit wurde schnur­stracks Matusseks Gerechter Krieg. In Hamburg heißt es, der tapfre Gala-Matthias plane, an der Spitze einer nationalen Katholiken-Brigade den heiligen Krieg am Hindukusch selbst zu Ende zu führen. Zur Vor­berei­tung empfehle ich die Lektüre der Spiegel- Ausgabe Nr. 41 aus dem Jahr 1986, wo ein gewisser Rudolf Augstein über das Buch Zweierlei Unter­gang von Andreas Hillgruber anmerkte: „Wer so denkt und spricht, ist ein konsti­tutioneller Nazi, einer, wie es ihn auch ohne Hitler geben würde.“

 

Na da spielt mal wieder schön Krieg, ihr Krisenweltmeister.


Ein weiteres Nachwort ist für Montag, den 17.05.2010, geplant.

Fotos zur Lesung mit Gerhard Zwerenz aus der Sächsischen Autobiographie am 19.11.2009 im Haus des Buches, Leipzig   externer Link

Lesungs-Bericht bei Schattenblick  externer Link

Interview mit Ingrid und Gerhard Zwerenz bei Schattenblick  externer Link

Gerhard Zwerenz   10.05.2010    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
Gerhard Zwerenz
Serie
  1. Wie kommt die Pleiße nach Leipzig?
  2. Wird Sachsen bald chinesisch?
  3. Blick zurück und nach vorn
  4. Die große Sachsen-Koalition
  5. Von Milbradt zu Ernst Jünger
  6. Ein Rat von Wolfgang Neuss und aus Amerika
  7. Reise nach dem verlorenen Ich
  8. Mit Rasputin auf das Fest der Sinne
  9. Van der Lubbe und die Folgen
  10. Unser Schulfreund Karl May
  11. Hannah Arendt und die Obersturmbannführer
  12. Die Westflucht ostwärts
  13. Der Sänger, der nicht mehr singt
  14. Ich kenne nur
    Karl May und Hegel
  15. Mein Leben als Prophet
  16. Frühe Liebe mit Trauerflor
  17. Der Schatten Leo Bauers
  18. Von Unselds Gegner zu Holtzbrincks Bodyguard
  19. Karl May Petrus Enzensberger Walter Janka
  20. Aus dem Notizbuch eines Ungläubigen
  21. Tanz in die zweifache Existenz
  22. General Hammersteins Schweigen
  23. Die Pleiße war mein Mississippi
  24. Im Osten verzwergt und verhunzt?
  25. Uwe Johnson geheimdienstlich
  26. Was fürchtete Uwe Johnson
  27. Frühling Zoo Buchmesse
  28. Die goldenen Leipziger Jahre
  29. Das Poeten-Projekt
  30. Der Sachsenschlag und die Folgen
  31. Blick zurück auf Wohlgesinnte
  32. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (I)
  33. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (II)
  34. Brief mit Vorspann an Erich Loest
  35. Briefwechsel mit der Welt der Literatur
  36. Die offene Wunde der Welt der Literatur
  37. Leipzig – wir kommen
  38. Terror im Systemvergleich
  39. Rachegesang und Kafkas Prophetismus
  40. Die Nostalgie der 70er Jahre
  41. Pauliner Kirche und letzte Helden
  42. Das Kickers-Abenteuer
  43. Unser Feind, die Druckwelle
  44. Samisdat in postkulturellen Zeiten
  45. So trat ich meinen Liebesdienst an …
  46. Mein Ausstieg in den Himmel
  47. Schraubenzieher im Feuchtgebiet
  48. Der Fall Filip Müller
  49. Contra und pro Genossen
  50. Wie ich dem Politbüro die Todesstrafe verdarb
  51. Frankfurter Polzei-buchmesse 1968
  52. Die Kunst, weder Kain noch Abel zu sein
  53. Als Atheist in Fulda
  54. Parade der Wiedergänger
  55. Poetik – Ästhetik und des Kaisers Nacktarsch
  56. Zwischen Arthur Koestler und den Beatles
  57. Fragen an einen Totalitarismusforscher
  58. Meine fünf Lektionen
  59. Playmobilmachung von Harald Schmidt
  60. Freundliche Auskunft an Hauptpastor Goetze
  61. Denkfabrik am Pleißenstrand
  62. Rendezvous beim Kriegsjuristen
  63. Marx, Murx, Selbstmord (der Identität)
  64. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (I. Teil)
  65. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (II. Teil)
  66. Der Bunker ...
  67. Helmut auf allen Kanälen
  68. Leipzig anno 1956 und Berlin 2008
  69. Mit Konterrevolutionären und Trotzkisten auf dem Dritten Weg
  70. Die Sächsischen Freiheiten
  71. Zwischen Genossen und Werwölfen
  72. Zur Geschichte meiner Gedichte
  73. Poetenladen: 1 Gedicht aus 16 Gedichten
  74. Der Dritte Weg als Ausweg
  75. Unendliche Wende
  76. Drei Liebesgrüße für Marcel
  77. Wir lagen vor Monte Cassino
  78. Die zweifache Lust
  79. Hacks Haffner Ulbricht Tillich
  80. Mein Leben als Doppelagent
  81. Der Stolz, ein Ostdeutscher zu sein
  82. Vom Langen Marsch zum 3. Weg
  83. Die Differenz zwischen links und rechts
  84. Wo liegt Bad Gablenz?
  85. Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht
  86. Der 3. Weg eines Auslandssachsen
  87. Kriegsverrat, Friedensverrat und Friedenslethargie
  88. Am Anfang war das Gedicht
  89. Vom Buch ins Netz und zur Hölle?
  90. Epilog zum Welt-Ende oder DDR plus
  91. Im Hotel Folterhochschule
  92. Brief an Ernst Bloch im Himmel
  93. Kurze Erinnerung ans Bonner Glashaus
  94. Fritz Behrens und die trotzkistische Alternative
  95. 94/95 Doppelserie
  96. FAUST 3 – Franz Kafka vor Auerbachs Keller
  97. Rainer Werner Fassbinder ...
  98. Zähne zusammen­beißen ...
  99. Das Unvergessene im Blick
    1. Nachwort
Nachworte
  1. Nachwort
    siehe Folge 99
  2. Auf den Spuren des
    Günter Wallraff
  3. Online-Abenteuer mit Buch und Netz
  4. Rückschau und Vorschau aufs linke Leipzig
  5. Die Leipziger Denkschule
  6. Idylle mit Wutanfall
  7. Die digitalisierte Freiheit der Elite
  8. Der Krieg als Badekur?
  9. Wolfgang Neuss über Kurt Tucholsky
  10. Alter Sack antwortet jungem Sack
  11. Vor uns diverse Endkämpfe
  12. Verteidigung eines Gedichts gegen die Gladiatoren
  13. Parademarsch der Lemminge und Blochs Abwicklung
  14. Kampf der Deserteure
  15. Fritz Bauers unerwartete Rückkehr
  16. Der Trotz- und Hoffnungs-Pazifismus
  17. Als Fassbinder in die Oper gehen wollte
  18. Was zum Teufel sind Blochianer?
  19. Affentanz um die 11. Feuerbach-These
  20. Geschichten vom Geist als Stimmvieh
  21. Von Frankfurt übern Taunus ins Erzgebirge
  22. Trotz – Trotzalledem – Trotzki
  23. Der 3. Weg ist kein Mittelweg
  24. Matroschka –
    Die Mama in der Mama
  25. Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg
  26. Der Aufgang des Abendlandes aus Auerbachs Keller
  27. Jan Robert Bloch –
    der Sohn, der aus der Kälte kam
  28. Das Buch, der Tod und der Widerspruch
  29. Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingrad
  30. Bloch und Nietzsche werden gegauckt ...
  31. Hölle angebohrt. Teufel raus?
  32. Zwischen Heym + Gauck
  33. Von Marx über Bloch zu Prof. Dr. Holz
  34. Kafkas Welttheater in Auerbachs Keller
  35. Die Philosophenschlacht von Leipzig
  36. Dekonstruktion oder Das Ende der Ver­spä­tung ist das Ende
  37. Goethes Stuhl – ein Roman aus Saxanien
  38. Meine Weltbühne im poetenladen
  39. Von Blochs Trotz zu Sartres Ekel
  40. Die Internationale der Postmarxisten
  41. Dies hier war Deutschland
  42. Kopfsprünge von Land zu Land und Stadt zu Stadt
  43. Einiges Land oder wem die Rache gehört
  44. Schach statt Mühle oder Ernst Jünger spielen
  45. Macht ist ein Kriegszustand
  46. Dekonstruktion als Kriminalgeschichte I
  47. Damals, als ich als Boccaccio ging …
  48. Ein Traum von Aufklärung und Masturbation
  49. Auf der Suche nach der verschwundenen Republik
  50. Leipzig am Meer 2013
  51. Scheintote, Untote und Überlebende
  52. Die DDR musste nicht untergehen (1)
  53. Die DDR musste nicht untergehen (2)
  54. Ein Orden fürs Morden
  55. Welche Revolution darfs denn sein?
  56. Deutschland zwischen Apartheid und Nostalgie
  57. Nietzsche dekonstruierte Gott, Bloch den Genossen Stalin
  58. Ernst Jünger, der Feind und das Gelächter
  59. Von Renegaten, Trotzkisten und anderen Klassikern
  60. Die heimatlose Linke (I)
    Bloch-Oper für zwei u. mehr Stimmen
  61. Die heimatlose Linke (II)
    Ein Zwischenruf
  62. Die heimatlose Linke (III)
    Wer ist Opfer, wer Täter ...
  63. Die heimatlose Linke (IV)
    In der permanenten Revolte
  64. Wir gründen den Club der
    heimatlosen Linken
  65. Pekings große gegen Berlins kleine Mauer
  66. Links im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer
  67. Zweifel an Horns Ende – SOKO Leipzig übernimmt?
  68. Leipzig. Kopfbahnhof
  69. Ordentlicher Dialog im Chaos
  70. Büchner und Nietzsche und wir
  71. Mit Brecht in Karthago ...
  72. Endspiel mit Luther & Biermann & Margot
  73. Die Suche nach dem anderen Marx
  74. Wer ermordete Luxemburg und Liebknecht und wer Trotzki?
  75. Vom Krieg unserer (eurer) Väter
  76. Wohin mit den späten Wellen der Nazi-Wahrheit?
  77. Der Feind ist in den Sachsengau eingedrungen
  78. Die Heldensöhne der Urkatastrophe
  79. Die Autobiographie zwischen
    Schein und Sein
  80. Auf der Suche nach der verlorenen Sprache
  81. Atlantis sendet online
  82. Zur Philosophie des Krieges
  83. Deutsche, wollt ihr ewig sterben?
  84. Der Prominentenstadl in der Krise
  85. Der Blick von unten nach oben
  86. Auf der Suche nach einer moralischen Existenz
  87. Vom Krieg gegen die Pazifisten
  88. Keine Lust aufs Rentnerdasein
  89. Von der Beschneidung bis zur
    begeh­baren Prostata
  90. Friede den Landesverrätern
    Augstein und Harich
  91. Klarstellung 1 – Der Konflikt um
    Marx und Bloch
  92. Bloch & die 56er-Opposition zwischen Philo­sophie und Verbrechen
  93. Der Kampf ums Buch
  94. Und trotzdem: Ex oriente lux
  95. Der Soldat: Held – Mörder – Heiliger – Deserteur?
  96. Der liebe Tod – Was können wir wissen?
  97. Lacht euren Herren ins Gesicht ...
  98. Die Blochianer kommen in Tanzschritten
  99. Von den Geheimlehren der Blochianer
Aufsatz