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Gerhard Zwerenz
Die Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte

Sächsische Autobiographie in Fortsetzung | Folge 97

Dies ist eine sächsische Autobiographie als Fragment in 99 Fragmenten. Schon 1813 wollten die Sachsen mit Napoleon Europa schaffen. Heute blicken wir staunend nach China. Die Philosophen nennen das coincidentia oppositorum, d.h. Einheit der Widersprüche. So läßt sich's fast heldenhaft in Fragmenten leben.

97

Rainer Werner Fassbinder oder die Dekonstruktion einer Zeitung

Kurt Raab (rechts) und Gerhard Zwerenz   Kurt Raab (rechts) und Gerhard Zwerenz als Fährmann in Fassbinders Film Bolwieser.
 


Mitte der sechziger Jahre muckte die westdeutsche Jugend auf. Bald lagen viele am Boden und wurden ausgezählt. Nun hockten sie sauer in ihren Kneipen, machten bürgerliche Karriere, andere versuchten sich als Maoisten oder erwarteten von den Albanern das Glück, diese Fata Morgana. Die sich als Spiegelung offenbarte und verging. Schöne Gründe für traurig-schaurig-schöne Lieder gibts genug. Es gibt eine Schönheit der Skepsis, des Widerstands nach Maßgabe der Kräfteverhältnisse. Stehen bleiben und standhalten oder fortgehen, um standhalten zu können.
Ich behaupte, Rainer Werner Fassbinder, der darüber nicht sprach, war aus diesem Holze geschnitzt.
Manche sahen nur den Dompteur in ihm. Ich kenne Schauspieler, die unter ihm arbeiteten und ihn nicht ausstehen konnten. Ich kenne welche, die ihn fürchteten, andere schmeichelten ihm, wieder andere verachteten ihn. Alle diese Reaktionen waren berechtigt und zugleich falsch und ungerecht. Er war ein kleiner junger Mann, der aus dem Gefühl heraus moralisch und gerecht zu sein versuchte. Das schaffte er nie. Aber er gab nicht auf. Er passte vorzüg­lich in die Maske­rade der siebziger Jahre.
Als es ihn noch gar nicht
gab, weil keiner von ihm wusste, da
war er schon so schlaflos wie
die spätere Berühmtheit,
die Tabletten fraß, das ewig wache Aas.

Als ich die Mutter dann besuchte,
er lag bereits in Bogenhausen, da
schleppte sie so hundert Hefte
an, wie sie in Schulen nötig
sind. Die waren vollgeschrieben.

Drehbücher, noch bevor gedreht zu
werden Chancen sich ergaben. Er
hat die Nächte durch gesumpft.
den Kugelschreiber in der Hand.
Da war er noch ganz unbekannt.
In die Talk-Show ging er, gab halb wider­strebend und halb gelangweilt wider­borstig Antwort auf dumme Fragen. Seine Feinde bespuckte er, danach ver­bündete er sich mit manchen, um sie zu nutzen und sich von ihnen zu befreien. Die Span­nungen hielt er nie ganz aus. Da mussten Drogen her. Das verkürzt das Leben. Aber ist das lange Leben in ergebenster Gefügig­keit und Ödnis vielleicht erstre­benswert und besser?
Da war eine Moral, eine Haltung. Die Weigerung, ganz und gar Klischee zu werden: Erwachsener, Kulturmensch, Erfolgsmann. So was spielte er notfalls durch und stieg erneut aus dem Pappkameraden raus und war wieder wer anderes. Zur Moral kam eine genaue, morbide Ästhetik. Seine Filme sind, wo sie gelangen, durch und durch Bild, seine Texte sind Bild, er war der junge Mann der Bild-Kultur, der ernstmachte damit, indem er immer unernst blieb. Seine Stili­sierungen, seine Vorlieben für Spiege­lungen, seine Kompo­sitions­techniken, alles stand im Dienst der Kultur wilder Bilder. Er zeigte eine politische Courage, von der seine politischen Kritiker, die alles viel besser wussten, keinen blassen Schimmer hatten. Sie waren Ideologen, also Untertanen fremder Ideen, er zeigte Menschen, erzählte Geschichten, brachte aufrührerische Unordnung in den Gleichklang der Ansichten. Das war seine Form von Ästhetik und Widerspruch, wo es glückte: Widerstand.
Sie greinten später, der da hat
gekifft, geschnupft und eingeworfen,
hat intrigiert, gesoffen und gefickt.
War nur sich selbst der Nächste.
Als er noch lebte, warn sie gerne Arsch.

Sie reisten an aus allen Hütten,
wenn er nur leise rief. Sie kamen
an und standen grad und schief und
krumm um ihn herum, die Hände auf-
gehalten. Erwärmt von seinem Kalten.

Sie waren gerne Diener, Zimmerputzer,
Hofnarr und Federvieh. Sie gingen vor
ihm in die Knie und spielten, was
er sich erdachte. Sie weinten, wenn
er lachte, erbleichten, wenn er schrie.
Zwerenz über Fassbinder (Veranstaltung in Saarbrücken)

1992: Rainer Werner Fassbinder
ist 10 Jahre tot, was nun?

Biographie des ver­kürzten Lebens: Ge­bo­ren am 31. Mai 1945 in Bad Wöris­hofen. Tot auf­ge­funden am 10. Juni 1982 in Mün­chen. Macht 37 Jahre, Büchner brachte es nur auf 24 Jahre. Büchners schma­les Werk ent­stand in den letz­ten 4 Lebens­jahren. Fass­binders keines­wegs schma­les Werk ent­stand zwi­schen 1967 mit dem anti­teater in München und ende­te dort 15 Jahre spä­ter. Die 70er Jahre sind Fass­binder-Jah­re. Da ich RWF nach 1980 nicht mehr sah, fällt es mir leicht, ihn jung in Erin­nerung zu be­hal­ten. Seine un­förmige Gestalt von 81/82 erlebte ich nur am Bild­schirm. Den Mann kennst du nicht, dachte ich, das ist ein Toter auf Ur­laub.
Fassbinder und Büchner in eins zu sehen fällt mir leicht. Ein Fall von genia­lischer Puber­tät. Rainers Bio­graphie fiel mit der Nach­kriegs­geschichte zusammen: Knall­harte kritische Analyse und gefahr­drohende Phan­tasie vereint wie bei Büchner, Arthur Rimbaud lässt grüßen. Auch der Zwang, jung zu sterben oder als Über­lebender sich selbst dementieren zu müssen. Bei Rimbaud wurde Sklaven­handel draus. Verlust eines Beines. Verrat am Werk. Verkrüppelung. Büchner kam vorher davon. Die letzten zwei Lebens­jahre Fassbinders sind sein Tribut an die idio­tischen Achtziger, sie signa­lisierten die Gefahren.
Sie waren seine Jünger, am Schoße
festgemacht. Ein jeder seiner Lust
als Knabe, ein jeder schwarzer weißer
Rabe, davor ein Nichts, danach ein
Nichts. Es ist ein Tag des Hochgerichts.

Er war, genau, das wüste Vieh, das sie zu sein
nicht wagten. Sie sagten, jenseits seiner Ohren,
die Mutter hat den Teufel sich geboren.
Nur seine Weiber, die er mied,
hätten erfreut sich gleich an ihn verloren.

Dann war am Sonntagnachmittag Besuch
bei Mama aufgeboten. Der Kurt, der
wusch sich seinen Hals und bracht'
auch Blumen mit, als ging er auf die Balz.
Es begann im April 68 mit Katzelmacher, dauerte 20 Minuten und wurde im Jahr darauf ein Film mit 88 Minuten Länge. Vorher gab's Der Stadtstreicher (1965), Das kleine Chaos (1966), Liebe ist kälter als der Tod (1969). Mit Katzelmacher endet die Nachkriegszeit, und unsere Nach-Nachkriegszeit beginnt mit dem Gastarbeiter Jorgos, einem „Griech' aus Griechenland“, den Fassbinder spielt oder lebt. Zusammengeschlagen wird er. Motto: Hau ab, Fremder! Im Filmtext: „Jetzt geht er bestimmt“. Wir Überlebenden wissen, er ging nicht, kam massenhaft, kommt immerzu, Asylantenvolk. Und der Darsteller des verprügelten Griechen kam, blieb bis zum 10. Juni 82: Da ging er endlich.
Fassbinder kannte mich länger als ich ihn. Wir lernten ihn erst 1974 in Frankfurt kennen. Da war er ein schmaler, junger, bescheiden auftretender Mann und hatte noch ganze acht Jahre vor sich. So schnell altert selten einer. So unförmig verwandelt sich selten einer zur lebenden Ruine. Gefragt ist nach den Gründen des frühen Schlusspunktes.
Nur die Caven, die durfte lauter
flöten, die Mama mochte sie; das
Biest, sagt Kurtchen, wusste, wie
von Mutter und Sohn Ungeheuer
es einbringt was in ihre Scheuer.

DIe Hochzeit war einmal gewesen,
klagt Kurt mit diesem Ingrid-Besen
der Rainer war komplett verrückt,
der Caven ist das Ding geglückt,
nur währte es nicht lange.
Ja, sei nur eine Schlange.

Und als sie sang, dort zu Paris,
da schwankte zwischen Lust und Knies
der Zweierbund.
Das lief nie rund, das war die Katze
mit dem Hund. Das läuft nie rund.
Die Ehe der Maria Braun, Film und Buch Gerhard Zwerenz
Die Ehe der Maria Braun
Die Ehe der Maria Braun Gerhard Zwerenz
Die Ehe der Maria Braun

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Den ersten beißen die Hunde: Er bat mich 1978, zu seinem Film Die Ehe der Maria Braun den Roman zu schreiben. Das gab es bis dahin nur in den USA, wo sich sogar eine gewerk­schaft­liche Gruppe von Autoren bildete, die Romane nach Film­dreh­büchern ver­fassten.
Bei uns sprangen die Kritiker und Feuille­tonisten vor Ent­rüstung in die Luft. Romane werden ver­filmt. Der Roman kommt zuerst, dann der Film. Nun wird die heilige Hand­lung umgekehrt. Das Feuilleton dampfte vor Wut und nährte sein Feuer am trocke­nen Holz der eigenen Dumm­heit. Ich zählte bis 44 empörte Zeitungs­artikel und hörte dann auf.
Die feinen Herrchen, die sich am heftigs­ten auf­regten, verfer­tigten hernach hurtig-hurtig Bücher zu hurtigen Filmen. Die Hunde beißen immer nur den ersten. Das Schreiben von Büchern nach den Filmen kam in Mode, die Zeit­geist­mode­schöpfer begriffen es spät, aber dann ganz. Ihr Kunst­hand­maul­werk bekam zu tun. Es muss nur einer vor­angehen.
Tatsächlich wollte Fassbinder den Ro­man aus werbe­technischen Gründen. Er war 1978 längst ein bekannter, berühmt-berüchtigter Filme­macher. Nicht aber er­folg­reich. Er war ein Mann der Film­kunst. Beiträge zur Film­wirtschaft er­war­tete man nicht von ihm.
Ich schrieb den Roman. Der stern druckte vorab. Nach zwei Dritteln Abdruck wurde der Film uraufgeführt und Fass­binders erster wahrer Erfolg: Kunst und Wirtschaft. Qualität und Zahlen. Als Rainer seinen ersten wirt­schaftlichen Erfolg ein­fuhr, hatte er noch vier Jahre zu leben.
Na schön, dort in Paris, die toffen
Kopfgeburten gaben der Caven Applaus. Das
deutsche Fernsehn opferte die Sendezeit
dazu. Da hatt' die liebe Seele Ruh.

Sie sang noch manchen Abend und so
manche Platte voll. Die Freunde fanden's
toll. Das Volk, das ging zu Bette.
Weil es Gefühle lieber hätte.

Statt dieser frechen, steilen, geilen
Chansonette, die einst den Rainer hat
begurrt. Er hat sie meistens angeknurrt.
Das strahlend weiße Unschuldskind.
Widerspruch. Lob der Schwäche: Fassbinder verstand sich aufs Taktieren. Seine Verstöße gegen die übliche Moral, sein gequirlter Opportunismus, seine dramaturgisch klug angesetzte Hinterfotzigkeit zählten zu seinen Stärken. Anders wäre er mit den geldhabenden, auftragsverteilenden Medienbeamten nicht klargekommen, denen er imponierte, insofern er anders war, und denen er um den Bart ging, um die Kohle locker zu machen. RWF war ein geniales und zugleich typisches, wenn auch rares Produkt der Mediengesellschaft, ein postmoderner Frühkömmling, dem nichts heilig, nichts ernst, fast nichts unmöglich war. Aber diese Behauptungen sind auch wieder falsch. In seinen letzten beiden Lebensjahren verfeuerte Fassbinder das eigene Leben, als wäre es nichts als die vorge­schriebene Rolle des Selbstmörders. Die letzten Monate zeigten einen aufgequollenen Fettkloß (so oder ähnlich bösartig stand's nach dem Abgang in der taz). Es war der laut­gewordene Volks­mund. Fassbinders Tod dementierte seine Zugehörigkeit zur Post­moderne, aber nicht zur Medienkultur. Dass die Leiche nach Mitter­nacht vorm programmlos leerlaufenden Fernseh­gerät liegend aufgefunden wurde, setzt der Drama­turgie des RWF die Krone auf. Seine Ästhetik vollendet sich mit dem Weltaustritt, als wär's der junge fette Meister selber gewesen, der Regie führte. Hat er doch auch.
Und wer wünschte sich nicht einen so genehmen, leisen, stilvollen Tod.
Das war das Spiel von Hass und Liebe,
Peer Raben macht Musik dazu.
Gage gab's und Streit und Hiebe.
Auch viel Erfolg; so manchen Preis
und lange Nächte. Ach, wenn Freund Hein
den Rainer doch bald wieder brächte.

Am Sarge sah man sie vereint im Leid.
Die Hanna trug ihr hellstes Kleid.
Das hatte ER noch ausgesucht.
ER hat die Hanna wohlbetucht.
Die FAZ über den lebenden Fassbinder:
„Der Begriff ›Linksfaschismus‹ ist bislang meist im polemischen und jeden­falls ungenauen Sinn verwendet worden. Es liegt ein Fall vor, wo er die Sache, die damit gemeint ist, aufs exak­teste deckt. Rainer Werner Fassbinder, ein vielfach preis­gekrönter Film- und Theater­regisseur, auch als fortschrittlich geltend, hat in Anlehnung an ein Buch von Gerhard Zwerenz ein Stück geschrieben, das in diesen Tagen vom Suhrkamp Verlag publiziert worden ist. Es heißt Der Müll, die Stadt und der Tod und handelt, wie der Titel andeutet, von der Zerstörung der Städte durch eine rücksichtslose Bauspekulation.
Die Szenerie dieser Moritat bildet zweifel­los Frankfurt ... Und gewiss ist inzwi­schen denkbar, ein Stück mit einer jüdischen Negativ­figur zu schreiben. Wie es indessen hier geschieht, bleibt es nicht nur ohne jeden litera­rischen Wert, sondern ist … nur noch billige, von ordinären Klischees inspirierte Hetze ...“ (FAZ vom 19.3.1976)
Die Irm beweinte ihn als Kind,
wie Kinder eben wirklich sind.
Dem Herzen nah, dem Schoß so fern.
Sie hatte ihn doch wirklich gern.

Vom Spiegel stand der Karasek
am Sarg, an seinem langen Eck,
ganz wie in guten alten Zeiten stinkbesoffen,
von Tod und Leben schwer betroffen.

Dem einen eben ist das ganze Leben Film,
die Weiber tragen Straps.
Die Männer spenden Wärme.
Dem andern ist die ganze Welt ein Schnaps.
Die FAZ über den toten Fassbinder:
„Mit Rainer Werner Fass­binder haben wir nicht nur den begab­testen Regis­seur des neuen deutschen Films verloren, sondern eine unver­gleichliche Künst­ler­persön­lich­keit und vor allem: eine Leitfigur der deutschen Nach­kriegs­kultur. Er ist unver­gess­lich und uner­setzbar.“ (FAZ vom 11.6.1982)
Wir sehen, der lebende Fassbinder war ein mit billigen ordinären Klischees ohne jeden literarischen Wert arbeitender Hetzer. Der tote Fass­binder da­gegen ist eine unver­gessliche und unersetz­bare Nach­kriegs-Leit­figur der deutschen Kultur. Was so ein kleiner Tod doch ausmacht.
Die FAZ über den lebenden Fassbinder:
„Natürlich verzichtet das Stück nicht auf ein paar ›progressive‹ Versatzstücke. Porno­graphische Elemente zählen derzeit dazu, desgleichen der Hass auf die Stadt; und auch der neue Anti­semi­tismus nennt sich fort­schritt­lich ... In welcher Gestalt der Faschismus von links sich bei uns auch immer offen­bart hat, er war von anti­semitischen Regungen weitgehend frei. Erst die Politik der Sowjetunion gegen den Staat Israel, die ungerührt anti­semitische Affekte mobilisierte, hat auf der linken Szene der Bundes­republik das Bewusstsein verbreitet, der Anti­semitismus sei ein Element der Weltrevolution und habe mit dem Judenhass des Dritten Reiches nichts zu schaffen. Das macht dem linken Antisemitismus das gute Gewissen.“ FAZ vom 19.3.1976)
So standen sie am Sarg herum und
blickten traurig ratlos dumm und
klug erschreckt, als wären sie erweckt
von des Geschickes Mächten.
{als ob die jemals das vollbrächten)

Der Meister lag im Sarge stumm und
lächelte, die Lippen schief, und
schlief. Er dachte sich nun gar
nichts mehr. Der Sarg war leer.

Die Leiche lag im Institut der Anatomen.
Die schnitten sich ihr Pfund heraus.
Ganz happy, denn das Spiel war aus.

Sie kämmten ihm die Haare lang
und einer war dabei, der sang
das Lied der toten Lale.
Die FAZ über den toten Fassbinder:
„Fassbinder praktizierte das Lebens­gefühl eines Jugend­lichen, er weigerte sich, alt zu werden. Er war von genia­lischer Produkti­vität ... begeiste­rungs­fähig, sprunghaft ... Seine Produkti­vität sollte deshalb nicht ver­wundern, auch wenn sie erstaun­lich anmutet. ...“ (FAZ vom 11.6.1982)
Der tote Fassbinder war genialisch, der lebende machte dem linken Anti­semi­tismus ein gutes Gewissen. Wie das?
Die FAZ über den lebenden Fassbinder:
„Im Übrigen aber scheint der Anti­semi­tismus des Stückes von Fassbinder weniger eine Sache des Ressen­timents, als eine der Taktik und des radikalen Schicks. ... Im Hause des Henkers sprechen die Söhne gern schnoddrig vom Strick.“ (FAZ vom 19.3.1976)
Die FAZ über den toten Fassbinder:
„Viel Zeit ließen sich auch die Pro­gramm-Verant­wort­lichen des ersten und des zweiten Programms mit der übli­chen Wieder­holung eines Films des Verstorbenen ... War den Pro­gramm-Verant­wortlichen etwa ein populärer Sende­termin am frühen Samstag- oder Sonntag­abend der Aus­strahlung eines Fassbinder-Films nicht würdig? Haben sie etwa den Rang des Regisseurs innerhalb der deutschen Film-, ja innerhalb der inter­nationalen Kunst­szene nicht ein­zuschätzen gewusst? ... Sei es mangelnde Sensi­bilität, sei es ein gewisses Unver­mögen oder Des­interesse: die Versäum­nisse des Fern­sehens sind in diesem Falle besonders zu beklagen ... “ (FAZ vom 14.6.1982)
Wenn hier besondere Versäum­nisse des Fernsehens zu beklagen sein sollten, wieviel mehr erst sind die Versäum­nisse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu beklagen? Ihre Falsch­meldungen, ihre wüste Hetze, ihre Verdäch­tigungen?
Da stieg die Hanna auf den Sarg.
Lily Marleen erklang. Der Deckel brach.
Die Menge schrie.
Die Hanna hatte Blut am Knie.

Die Zeiten sind verschoben. Wer
wird denn einen abgetretnen Toten
loben. Die Menge lacht, die Erde bebt,
die Feinde haben überlebt.

Dem WDR, dem tut es leid, dem
fehlt der Filmemacher sehr,
dem war er doch ein Zeitvertreib.
doch nein, der Rainer dreht nicht mehr.
Fordert das seriöse Blatt nun eigentlich vom Fernsehen, dass es einen linksfaschistischen Antisemiten extra feiere, oder dementiert es damit seine eigenen früheren Gifte? Wem ist zu glauben, jener Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die den lebenden Fassbinder des links­faschis­tischen Anti­semitis­mus bezichtigte und damit mindes­tens einen Film und ein Theaterstück ver­hinderte, wobei hinzu kam, dass der gedruckte Text zurück­gezogen werden musste – oder der anderen Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die den nun toten Fassbinder nicht hinreichend gewürdigt findet? Welche FAZ hat jetzt recht und welche nicht?
Dle FAZ über den lebenden Fassbinder:
„Seit einigen Wochen und Monaten gibt es einen kulturpolitischen Streit, der in der Bundesrepublik als unvorstellbar galt. Gegen einige Kunstwerke ist öffentlich der Vorwurf erhoben worden, sie seien antisemitisch ...
Eröffnet wurde die Reihe dieser Werke schon vor über zwei Jahren durch den Roman Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond von Gerhard Zwerenz ... Nach dieser Vorlage hat Rainer Werner Fassbinder ein Filmdrehbuch und ein Theaterstück geschrieben, in beiden sind die negativen, ja abstoßenden Eigenschaften des Juden Abraham im Vergleich zur Romanvorlage eher noch stärker betont. Nicht zu vergessen ist schließlich, dass Hansgünther Heyme vor rund einem halben Jahr in Köln die Dreigroschenoper inszeniert und darin den Wucherer und Bettlerkönig Peachum mit jüdischen Zügen ausgestattet hat ...
Es versteht sich, dass die betreffenden Künstler, soweit sie in dieser Sache das Wort ergriffen, von einer neuen ›Zensur‹ gesprochen haben. Und es versteht sich, dass eine ausgedehnte Lobby diese Begriffsverdrehung in möglichst viele Köpfe hineinzubringen sucht. In Wahrheit handelt es sich nicht um Zensur, sondern um legitime demokratische Kontrollmechanismen, wie sie in einer Demokratie wünschenswert und notwendig sind.“ (FAZ vom 2.4.1976)
Das Publikum, das Unikum, das
alles sieht und kaum versteht,
das sitzt herum und glotzt.
Wer wird von Bild nun angekotzt?

Wer macht den Ärger jetzt mit dunklen
Bildern, wo alle Sitten sich verwildern,
der Biberkopf, stieg er ins Bett,
da rekelte das Weib sich nett.

Dann fehlte es am Lichte, wurde Nacht,
ist das Kultur, wenn keiner weiß,
wie Biberkopf den Akt vollbracht?
Die bösen Briefe liefen heiß.
Wir begreifen, die Zensur ist keine Zensur, sondern demo­kratischer Kon­troll­mechanismus. Nur eine links­faschistische Lobby will das anders sehen und sucht es in möglichst viele Köpfe so falsch hineinzubringen. Sie brachte es auch in einen FAZ-Kopf hinein, denn über den toten Fassbinder lesen wir da nun am 11.6.1982: „Gestoppt wurde damals auch die Aufführung von Fassbinders Frankfurt-Stück Der Müll, die Stadt und der Tod. Für die nächste Spielzeit plant Adolf Dresen für das Frankfurter Schauspiel eine Inszenierung des damals heftig diskutierten und umstrittenen Stücks, dem anti­semitische Tendenzen vorgeworfen wurden. Sollte die Aufführung zustande kommen, wird man sie nun auch anders sehen müssen: als Hommage an den Theater­autor und Bühnen­regisseur Fassbinder. ...“
Nur der tote Fassbinder ist ein guter Fassbinder. Seinem Stück „wurden“ damals „antisemitische Tendenzen vorgeworfen“. Von wem? Wer begann den Feldzug? Wer war Meister in Verdächtigungen und falschen Be­schul­digungen?
Begonnen hatte es in der FAZ mit dem Artikel „Reicher Jude von links & Zu Fassbinders Stück Der Müll, die Stadt und der Tod“. Sechs Jahre später ist Fassbinder tot, und in der FAZ liest sich's ganz anders.
Wer lügt hier? Hat gelogen? Wird lügen? Wer verdächtigt blind oder gezielt, unterstellt, hetzt, verletzt, kühlt sein ideolo­gisches Mütchen? Wer kann das tun, im Voll­besitz der Medien, die zur Verfügung stehen?
Die Leserbriefe, Seherbriefe waren
Schweiß der vielen, die nicht
sahen, was sie gar nicht sehen wollten.
Ach, wenn doch endlich Köpfe rollten.

Ist das Kultur? Für soviel Geld?
Regiert denn nur noch Geld die Welt?
Ein jeder möcht' es selber haben
was die dem schwulen Filmer gaben.

Dafür, dass niemand recht erblickt,
wie Biberkopf die Weiber fickt.
Dem Döblin eine Gasse?
Später ja – rings um die Welt –
macht so was Kasse
Die genau gezielte Ladung einer Zeitung kann tödlich wirken. Journalisten können gefährlich sein wie Pistoleros, das ist das Risiko einer Freiheit, auf die wir nicht verzichten möchten. Also nehmen wir die Todesschützen in Kauf.
Da es aber auf diesen westlichen Prärien des größten Geldes, wo die Scharfschützen noch abgebrühter sind als die Killer im Westernfilm, keine Gerichte und keine Ankläger gibt, sind die Freunde gezwungen, Solidarität mit den Opfern zu üben, in Selbsthilfe. Wer hierzulande nicht beizeiten lernt, dem Hinterhalt auszuweichen, der muss wenigstens cool aus der Hüfte zurück­schießen lernen.
Am 1.10.2009 brachte Roberto Ciulli im Mülheimer Theater an der Ruhr Fassbinders Müll-Stück heraus, das danach auch für andere Bühnen frei ist. Die FAZ palavert am 5. Oktober vom „Weich­zeichnungs­theater“, einem „szenischen Pamphlet“, das „pathetisch der Wirklichkeit “ entrückt sei. Die Burschen sind sauer, weil sich die Auf­führung weder in ihre Tod­feindschaft noch Helde­nverehrung einpassen lässt.
Unterdessen widmete das furiose Doppel Schröder & Kalender dem Fall in seinen taz- Blogs 1 – 3 (ab 1.10.09) ein paar herzhafte Ent­hüllungen samt Beweis­aufnahme. Wir werden auf Geheimnisse der Mai(n)käfer noch zurückkommen. Jetzt nur soviel: Wer Jonathan Littells SS-Monsterroman Die Wohlgesinnten nicht wegen Anti­semitismus verwarf, sondern ihn im Blatt verdienter­weise gar teilabdruckte, kann Fassbinder nicht Anti­semitismus nachsagen, ohne zu erröten, was freilich im partiell ruß­schwarzen Feuilleton nicht zu realisieren wäre. Zu Littell äußerten wir uns u.a. in der Folge 31 „Blick zurück auf Wohlgesinnte“.
Schröder & Kalender

Schröder & Kalender: TAZ-Blog | Oktober 2009

***
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
***

Heute wird in Mülheim ›Der Müll, die Stadt und der Tod‹ von Rainer Werner Fassbinder aufgeführt, daher erzählen wir die Geschichte der ›Notausgabe‹ im eigens dafür gegründeten April, April! Verlag.

Weil aber bereits jetzt schon immer wieder Fragen gestellt werden, verweisen wir auf die Bücher: Der langsame Tod des Rainer Werner Fassbinder (Schnee­kluth, München 1982) und Die Rückkehr des toten Juden nach Deutsch­land (Verlag Max Hueber, München 1986). Beide Bände sind vergriffen, doch antiquarisch noch aufzufinden.

Das nächste Kapitel erscheint am Montag, den 19.10.2009.

Lesung mit Gerhard Zwerenz aus der Sächsischen Autobiographie in Leipzig am 19.11.2009, Haus des Buches, 19 Uhr.

Gerhard Zwerenz   12.10.2009    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
Gerhard Zwerenz
Serie
  1. Wie kommt die Pleiße nach Leipzig?
  2. Wird Sachsen bald chinesisch?
  3. Blick zurück und nach vorn
  4. Die große Sachsen-Koalition
  5. Von Milbradt zu Ernst Jünger
  6. Ein Rat von Wolfgang Neuss und aus Amerika
  7. Reise nach dem verlorenen Ich
  8. Mit Rasputin auf das Fest der Sinne
  9. Van der Lubbe und die Folgen
  10. Unser Schulfreund Karl May
  11. Hannah Arendt und die Obersturmbannführer
  12. Die Westflucht ostwärts
  13. Der Sänger, der nicht mehr singt
  14. Ich kenne nur
    Karl May und Hegel
  15. Mein Leben als Prophet
  16. Frühe Liebe mit Trauerflor
  17. Der Schatten Leo Bauers
  18. Von Unselds Gegner zu Holtzbrincks Bodyguard
  19. Karl May Petrus Enzensberger Walter Janka
  20. Aus dem Notizbuch eines Ungläubigen
  21. Tanz in die zweifache Existenz
  22. General Hammersteins Schweigen
  23. Die Pleiße war mein Mississippi
  24. Im Osten verzwergt und verhunzt?
  25. Uwe Johnson geheimdienstlich
  26. Was fürchtete Uwe Johnson
  27. Frühling Zoo Buchmesse
  28. Die goldenen Leipziger Jahre
  29. Das Poeten-Projekt
  30. Der Sachsenschlag und die Folgen
  31. Blick zurück auf Wohlgesinnte
  32. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (I)
  33. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (II)
  34. Brief mit Vorspann an Erich Loest
  35. Briefwechsel mit der Welt der Literatur
  36. Die offene Wunde der Welt der Literatur
  37. Leipzig – wir kommen
  38. Terror im Systemvergleich
  39. Rachegesang und Kafkas Prophetismus
  40. Die Nostalgie der 70er Jahre
  41. Pauliner Kirche und letzte Helden
  42. Das Kickers-Abenteuer
  43. Unser Feind, die Druckwelle
  44. Samisdat in postkulturellen Zeiten
  45. So trat ich meinen Liebesdienst an …
  46. Mein Ausstieg in den Himmel
  47. Schraubenzieher im Feuchtgebiet
  48. Der Fall Filip Müller
  49. Contra und pro Genossen
  50. Wie ich dem Politbüro die Todesstrafe verdarb
  51. Frankfurter Polzei-buchmesse 1968
  52. Die Kunst, weder Kain noch Abel zu sein
  53. Als Atheist in Fulda
  54. Parade der Wiedergänger
  55. Poetik – Ästhetik und des Kaisers Nacktarsch
  56. Zwischen Arthur Koestler und den Beatles
  57. Fragen an einen Totalitarismusforscher
  58. Meine fünf Lektionen
  59. Playmobilmachung von Harald Schmidt
  60. Freundliche Auskunft an Hauptpastor Goetze
  61. Denkfabrik am Pleißenstrand
  62. Rendezvous beim Kriegsjuristen
  63. Marx, Murx, Selbstmord (der Identität)
  64. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (I. Teil)
  65. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (II. Teil)
  66. Der Bunker ...
  67. Helmut auf allen Kanälen
  68. Leipzig anno 1956 und Berlin 2008
  69. Mit Konterrevolutionären und Trotzkisten auf dem Dritten Weg
  70. Die Sächsischen Freiheiten
  71. Zwischen Genossen und Werwölfen
  72. Zur Geschichte meiner Gedichte
  73. Poetenladen: 1 Gedicht aus 16 Gedichten
  74. Der Dritte Weg als Ausweg
  75. Unendliche Wende
  76. Drei Liebesgrüße für Marcel
  77. Wir lagen vor Monte Cassino
  78. Die zweifache Lust
  79. Hacks Haffner Ulbricht Tillich
  80. Mein Leben als Doppelagent
  81. Der Stolz, ein Ostdeutscher zu sein
  82. Vom Langen Marsch zum 3. Weg
  83. Die Differenz zwischen links und rechts
  84. Wo liegt Bad Gablenz?
  85. Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht
  86. Der 3. Weg eines Auslandssachsen
  87. Kriegsverrat, Friedensverrat und Friedenslethargie
  88. Am Anfang war das Gedicht
  89. Vom Buch ins Netz und zur Hölle?
  90. Epilog zum Welt-Ende oder DDR plus
  91. Im Hotel Folterhochschule
  92. Brief an Ernst Bloch im Himmel
  93. Kurze Erinnerung ans Bonner Glashaus
  94. Fritz Behrens und die trotzkistische Alternative
  95. 94/95 Doppelserie
  96. FAUST 3 – Franz Kafka vor Auerbachs Keller
  97. Rainer Werner Fassbinder ...
  98. Zähne zusammen­beißen ...
  99. Das Unvergessene im Blick
    1. Nachwort
Nachworte
  1. Nachwort
    siehe Folge 99
  2. Auf den Spuren des
    Günter Wallraff
  3. Online-Abenteuer mit Buch und Netz
  4. Rückschau und Vorschau aufs linke Leipzig
  5. Die Leipziger Denkschule
  6. Idylle mit Wutanfall
  7. Die digitalisierte Freiheit der Elite
  8. Der Krieg als Badekur?
  9. Wolfgang Neuss über Kurt Tucholsky
  10. Alter Sack antwortet jungem Sack
  11. Vor uns diverse Endkämpfe
  12. Verteidigung eines Gedichts gegen die Gladiatoren
  13. Parademarsch der Lemminge und Blochs Abwicklung
  14. Kampf der Deserteure
  15. Fritz Bauers unerwartete Rückkehr
  16. Der Trotz- und Hoffnungs-Pazifismus
  17. Als Fassbinder in die Oper gehen wollte
  18. Was zum Teufel sind Blochianer?
  19. Affentanz um die 11. Feuerbach-These
  20. Geschichten vom Geist als Stimmvieh
  21. Von Frankfurt übern Taunus ins Erzgebirge
  22. Trotz – Trotzalledem – Trotzki
  23. Der 3. Weg ist kein Mittelweg
  24. Matroschka –
    Die Mama in der Mama
  25. Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg
  26. Der Aufgang des Abendlandes aus Auerbachs Keller
  27. Jan Robert Bloch –
    der Sohn, der aus der Kälte kam
  28. Das Buch, der Tod und der Widerspruch
  29. Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingrad
  30. Bloch und Nietzsche werden gegauckt ...
  31. Hölle angebohrt. Teufel raus?
  32. Zwischen Heym + Gauck
  33. Von Marx über Bloch zu Prof. Dr. Holz
  34. Kafkas Welttheater in Auerbachs Keller
  35. Die Philosophenschlacht von Leipzig
  36. Dekonstruktion oder Das Ende der Ver­spä­tung ist das Ende
  37. Goethes Stuhl – ein Roman aus Saxanien
  38. Meine Weltbühne im poetenladen
  39. Von Blochs Trotz zu Sartres Ekel
  40. Die Internationale der Postmarxisten
  41. Dies hier war Deutschland
  42. Kopfsprünge von Land zu Land und Stadt zu Stadt
  43. Einiges Land oder wem die Rache gehört
  44. Schach statt Mühle oder Ernst Jünger spielen
  45. Macht ist ein Kriegszustand
  46. Dekonstruktion als Kriminalgeschichte I
  47. Damals, als ich als Boccaccio ging …
  48. Ein Traum von Aufklärung und Masturbation
  49. Auf der Suche nach der verschwundenen Republik
  50. Leipzig am Meer 2013
  51. Scheintote, Untote und Überlebende
  52. Die DDR musste nicht untergehen (1)
  53. Die DDR musste nicht untergehen (2)
  54. Ein Orden fürs Morden
  55. Welche Revolution darfs denn sein?
  56. Deutschland zwischen Apartheid und Nostalgie
  57. Nietzsche dekonstruierte Gott, Bloch den Genossen Stalin
  58. Ernst Jünger, der Feind und das Gelächter
  59. Von Renegaten, Trotzkisten und anderen Klassikern
  60. Die heimatlose Linke (I)
    Bloch-Oper für zwei u. mehr Stimmen
  61. Die heimatlose Linke (II)
    Ein Zwischenruf
  62. Die heimatlose Linke (III)
    Wer ist Opfer, wer Täter ...
  63. Die heimatlose Linke (IV)
    In der permanenten Revolte
  64. Wir gründen den Club der
    heimatlosen Linken
  65. Pekings große gegen Berlins kleine Mauer
  66. Links im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer
  67. Zweifel an Horns Ende – SOKO Leipzig übernimmt?
  68. Leipzig. Kopfbahnhof
  69. Ordentlicher Dialog im Chaos
  70. Büchner und Nietzsche und wir
  71. Mit Brecht in Karthago ...
  72. Endspiel mit Luther & Biermann & Margot
  73. Die Suche nach dem anderen Marx
  74. Wer ermordete Luxemburg und Liebknecht und wer Trotzki?
  75. Vom Krieg unserer (eurer) Väter
  76. Wohin mit den späten Wellen der Nazi-Wahrheit?
  77. Der Feind ist in den Sachsengau eingedrungen
  78. Die Heldensöhne der Urkatastrophe
  79. Die Autobiographie zwischen
    Schein und Sein
  80. Auf der Suche nach der verlorenen Sprache
  81. Atlantis sendet online
  82. Zur Philosophie des Krieges
  83. Deutsche, wollt ihr ewig sterben?
  84. Der Prominentenstadl in der Krise
  85. Der Blick von unten nach oben
  86. Auf der Suche nach einer moralischen Existenz
  87. Vom Krieg gegen die Pazifisten
  88. Keine Lust aufs Rentnerdasein
  89. Von der Beschneidung bis zur
    begeh­baren Prostata
  90. Friede den Landesverrätern
    Augstein und Harich
  91. Klarstellung 1 – Der Konflikt um
    Marx und Bloch
  92. Bloch & die 56er-Opposition zwischen Philo­sophie und Verbrechen
  93. Der Kampf ums Buch
  94. Und trotzdem: Ex oriente lux
  95. Der Soldat: Held – Mörder – Heiliger – Deserteur?
  96. Der liebe Tod – Was können wir wissen?
  97. Lacht euren Herren ins Gesicht ...
  98. Die Blochianer kommen in Tanzschritten
  99. Von den Geheimlehren der Blochianer
Aufsatz