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americana@poetenladen

Eine Reihe zur US-amerikanischen Lyrik
Herausgegeben von Annette Kühn & Christian Lux

Jack Spicer
A Book of Music

Coming at an end, the lovers
Are exhausted like two swimmers. Where
Did it end? There is no telling. No love is
Like an ocean with the dizzy procession of the waves' boundaries
From which two can emerge exhausted, nor long goodbye
Like death.
Coming at an end. Rather, I would say, like a length
Of coiled rope
Which does not disguise in the final twists of its lengths
Its endings.
But, you will say, we loved
And some parts of us loved
And the rest of us will remain
Two persons. Yes,
Poetry ends like a rope.

Ein Buch aus Musik


Ans Ende kommend, sind die Liebenden
Erschöpft wie zwei Schwimmer. Doch wo
Endete es? Das weiß keiner. Keine Liebe ist
Wie ein Ozean mit seinem schwindelerregenden Umschlag der Wellengrenzen,
Aus denen zwei erschöpft erscheinen können, sie ist kein langer Abschied
Wie Tod.
Zum Ende kommend. Eher müßte ich sagen, wie eine Länge
Aufgewickelten Taus,
Das sie in den finalen Wendungen seiner Länge nicht versteckt,
Seine Enden.
Doch, wirst du sagen, wir liebten,
Und einige Teile von uns liebten,
Und der Rest von uns bleibt eben
Zwei Personen. Ja,
Dichtung endet wie ein Tau.

Übersetzung: Christian Lux
Aus: My Vocabulary Did This To Me. Collected Poems. Edited by Peter Gizzi und Kevin Killian. Wesleyan University Press, 2008

Jack Spicer (1925-1965)

Der in Los Angeles geborene Spicer war ein bedeutender Vertreter der sogenannten San Francisco Renaissance, einer Gruppe von Lyrikern, die sich in den späten 1940er und den 50er Jahren in San Francisco um Kenneth Rexroth und Robert Duncan zusammenfand. Enge Verbindungen bestanden zu den Black Mountain Poets um Charles Olson und Denise Levertov. (Im aktuellen Schreibhefte findet sich ein Schwerpunkt zu Denise Levertov und Robert Duncan).
  Jack Spicer selbst wird bisweilen auch zu den Beat Poets gezählt. Er studierte an der University of Redlands und arbeitete zwischen 1945 und 1955 an der University of California. Eine breitere Rezeption seiner Gedichte setzte eigentlich erst nach seinem frühen Tod 1965 ein. Seit den 70er Jahren gehören seine Texte zu den Klassikern des avantgardistischen und schwul/lesbischen Gegenkanons, zudem wird er auch durch seine sprachtheoretischen Texte zu Morphemen und Graphem zu den wichtigsten Vorläufern der Language Dichter gezählt. Derzeit erlebt sein Werk durch Peter Gizzis Gesamtausgaben der Vorlesungen und Gedichte eine weitreichende Neurezeption.
Werke

Billy the Kid, 1959 – Lament for the Makers, 1962 – The Heads of the Town up to the Aether, 1962 – The Holy Grail, 1964 – Language, 1965 – Book of Magazine Verse. Ed. by Stan Persky, 1966 – The Day Five Thousand Fish Died in the Charles River, 1967 – The Red Wheelbarrow, 1971 – A Book of Music, 1969 – Some Things From Jack, 1972 – An Ode & Arcadia [With Robert Duncan], 1974 – Admonitions, 1974 – 15 False Propositions About God, 1974 – The Collected Books of Jack Spicer. Ed. by Robin Blaser, 1975 – One Night Stand and Other Poems, 1980 – The Tower of Babel, 1994 – Golem, 1999 – The House That Jack Built: The Collected Lectures of Jack Spicer, 1998 – My Vocabulary Did this To Me, 2008

 

    14.11.2009

 

 

 
 
AMERICANA
  Jack Spicer
    Einleitung
1   John Ashbery
  2   Rae Armantrout
  3   Rachel Zucker
  4   Peter Gizzi
5   Jack Spicer
6   Bob Perelman
7   Laura Kasischke
8   Kevin Prufer
9   Frank O'Hara
10   Forrest Gander
11   Matthea Harvey
12   Matthew Zapruder
13   Robert E. Hayden
14   Kenneth Koch
15   Billy Collins
16   Meghan O’Rourke
17   John Berryman
18   Bernadette Mayer
19   Albert Goldbarth
20   Dan Chiasson
21   Charles Olson