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Michael Spyra
es stürmt
                            (für daniela danz)


windig sind wir. auf den dächern flattert die pappe.
von den dächern hagelt es ziegel, prasseln die steine.
von den sternen keine spur. nur umzingelt vom laub, den
ninjasternen, wirbelnde klingen, rauchen wir hastig,
was uns der wind an den kippen lässt, ehe wir flüchten.
aus den flaschen heult es und mit kräftigen schlucken
drücken wir die stimmen der geister zügig nach unten.
tüten zappeln, wie im giraffennacken das fell, wie,
an den laternen sich hangelnde, handverknotete jacken,
aufgeblähte luftballons. der schein dieser leuchten
steht im fluss, wie je eine kerze. jetzt brechen die ersten
äste ins dunkel. schnell einen toast auf den sturm, darf ich bitten.
auch dein stoßgebet ist willkommen freund luther. schon rasen
über uns wolken, das fell eines mächtigen untiers, gebürstet,
gegen den strich, durch die gebogenen wipfel, woge um woge.
weiter, denn jetzt sind wir treiber und jagen taub durch die wälder,
weil uns das tosen des sturms in den ohren, ein meer in den muscheln
kreist. und als es den ersten ins wolkenfell reist, halten wir ihn,
auf den boden gezwungen, zurück. ein heiteres spiel, denn
vor den orkanböen hatte der unwetterdienst uns gewarnt. schon
morgen wird wieder alles beim alten sein, wissen wir, werden
wir uns, wie martin sich damals, dann wünschen geflogen zu sein, uns
mitgerissen haben zu lassen, vom himmel verschluckt und
ihm auch entgegen gewachsen zu sein, wenn es still ist wie gestern.
Michael Spyra    20.07.2011    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Michael Spyra
Lyrik