poetenladen    poet    web

●  Sächsische AutobiographieEine Serie von
Gerhard Zwerenz

●  Lyrik-KonferenzDieter M. Gräf und
Alessandro De Francesco

●  UmkreisungenJan Kuhlbrodt und
Jürgen Brôcan (Hg.)

●  Stelen – lyrische GedenksteineHerausgegeben
von Hans Thill

●  Americana – Lyrik aus den USAHrsg. von Annette Kühn
& Christian Lux

●  ZeitschriftenleseMichael Braun und Michael Buselmeier

●  SitemapÜberblick über
alle Seiten

●  Buchladenpoetenladen Bücher
Magazin poet ordern

●  ForumForum

●  poetenladen et ceteraBeitrag in der Presse (wechselnd)

 

Michael Spyra
unbekannt verzogen


Zehn Pferde braucht es nicht, ich räum den Flecken Erde;
von dem was ich, von dem was ist, erleben kann,
zu dem was ich, von dem was war, erinnern werde.
Nur die geschluckten Kröten quaken gegen an.

Der Pilz, im objektiv der Kamera, kann nisten,
die Hose, auf den Stuhl geworfen, pendelt schwer,
der Zahn der Zeit zerstempelt alle neuen Fristen,
dann macht der Tod mich, wie den Aschenbecher, leer.

So lange lebe ich in den Erinnerungen,
in einer Zelle, meinem bett, dem Schlafanzug.
Ein fremder Arzt salbt mir den Kopf mit Engelszungen
und schöpft, was ich erzähle, ab mit seinem Krug.

Die lieben Menschen liehen meinem Kopf die Stimmen,
ich weiß nicht was ich weiter noch verstehen soll,
und diese Kippen lass ich eher noch verglimmen,
als Kröten drauf zu schlucken, davon bin ich voll.
Michael Spyra    2013    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Michael Spyra
Lyrik