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Klaus Anders

Der Marquis de St. Cyr


Der Marquis de St. Cyr und sein jüngerer Bruder
Erbten Fabriken im Hennegau,
Ein Schloß in Burgund und ein Fuder
Aktien (Stahl und Chemie) und Wald und Au

Bei Prémery. Empfindsam, die beiden,
Liebten nur sich, Literatur und Kunst,
Das Ökonomische konntenís nicht leiden
Und haßten Dummheit und Habgier und Brunst.

So verkauften sie alles bis auf das Schloß
Und die Aktien (wegen der Dividende),
Von Advokaten kräftig gerupft, doch das
Nahmen sie hin. Jetzt wärís zu Ende

Eigentlich, sie zogen sich nach Burgund
Zurück. Anfangs erfüllt von Behagen,
Umgeben von Kunst, doch Nachbarn und
Personal wollten sie nicht mehr ertragen.

Sie sammelten, erst Erlesenes, bald alles
Und häuften in Zimmer und Fluren Müll,
Die Böden und Treppen, die Möbel, die Salles
Verschwanden darunter. Wurd es zuviel

In einem Raum, blieb er verlassen,
Man hatte genug, bis zuletzt der Marquis
und sein Bruder durch enge Gassen
Krochen wie Mäuse. Das hätte man nie

Von ihnen gedacht, hieß es, als man sie fand,
Der eine erdrückt von Müll schon vor Wochen,
Der andre erstickt, verschimmelten Käs in der Hand.
Man hatte es bis in den Park gerochen.

 

Klaus Anders  2012   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen Diese Seite weiterempfehlen

 

 
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Lyrik