Christoph Wenzel
an Malte
DIE FRÜHLINGE eine zeit wie ein vorwurf
ein schlechtes gewissen noch vom vorjahr
verschlepptes von dort: ein überzogener winter
abrechnungen und ungelöste gleichungen
noch nicht ausgewachsen: das ausbrechende jahr
probiert sich in schwachen gewittern
ein geräumiges freies draußen eine befremdung
der luft: gräserpollen feuchtes und ein schlucken
unter den gelösten schals: ungesättigte reste
von mahd und grumt mischen sich bei
das strömungsbild der vorhersage
verheißt fließende übergänge
klima und wandel dagegen
das wechselfieber von kurzen sommern
und letztem frost im april
ist anderer natur
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Christoph Wenzel
Lyrik
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