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Christoph Wenzel
das schwarzbuch die farbfotos (Auszug)

III

DRECKSKERLE: der vadda und sein sauberjunge
(diese kröte) wie sie beide kauen am revierlack
und am tabak wie sie fördern den rollhusten
zum mundloch zu den zähnen: alles grauskalen in
legenden die man sich in den kauen erzählt und
ausspuckt: kohlegrus und klümmchen halb
gelutscht wie der lorenz durch die wolken glänzt
und nach der wäsche auch das pils mit licht versorgt


VI

PARIS PALERMO PELKUM – oder:
von hinten durch die brust ins auge
das dauert (zwei mal) eine halbe ewigkeit
und kostet: richtig asche in der nachbarschaft
hört man sie johlen beim pöhlen der torschütze
kommt mutmaßlich aus pusemuckel (polen)
und hat schwielen an den händen und den sohlen
auf der straße (sagt man) liegt die kohle: man muss
sie nur noch in den keller schaufeln


VII

wir treffen uns um acht IM LEICHTEN BIERANZUG
wir trinken frisches felsquellwasser damit
löschen wir den brand im kehlenschacht wir
tragen das leder vor dem arsch bei der nacht
und haben eine haut wie pauspapier: blaue striche
von der kohle eingeätzt – schwarze ringe
um die augen um die nase eine blässe glänzend
margarine in den haaren und immer frisch geduscht
wir teilen das brot miteinander und saufen schnaps
und bier im verein im verein husten wir und quarzen



Aus: weg vom fenster. Gedichte. Edition Haus Nottbeck, 2012
Christoph Wenzel   2013    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Christoph Wenzel
Lyrik