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Victor Manuel Pinto
Opfer

Die Fische der Fortpflanzung
Haben die Meere nicht gekannt
Sie stiegen aus der Hand Gottes zum Tode hinab

Vielleicht bin ich im Grunde ein Wundertier
Und öffne den Mund in Träumen
Eine Welt atmend, die mir unbekannt

Und rede wie jene, die unter Wasser reden
Und die Nacht ist ein Mutterkuchen
Und ich denke an meine Erzeuger
Die an die (Bauch)Decke meines Treibens tasten

Ein Wunder riecht nicht nach Schweiß
Noch macht es den ganzen Tag den Mund auf und zu
Oder die Türen, es gähnt und verzieht sich.

Trotzdem weiß ich um die Reinheit des Fleisches
Füttere den Teufel mit mir, Herr
Damit er nicht fett wird.



Opfergabe

Die Fische der Vermehrung
haben die Meere nicht gekannt
sie sanken aus der Hand Gottes zum Tode hinab

Vielleicht bin ich ein Fabeltier
und öffne den Mund in Träumen
atme eine Welt, die ich nicht kenne

und rede wie die, die unter Wasser reden
und die Nacht ist eine Nachgeburt
und ich denke an meine Erzeuger
die an den Bauch, in dem ich schwimme, tasten

Ein Wunder riecht nicht nach Schweiß
noch reißt es den ganzen Tag das Maul auf
oder die Türen, es gähnt und verzieht sich

dennoch weiß ich um die Reinheit des Fleisches

Füttere den Teufel mit mir. Herr
damit er nicht fett wird.


---------------
aus dem Spanischen mit einsilbigen, zweisilbigen,
gelegentlich auch dreisilbigen Abweichungen
von Gerhard Falkner

mit dankenden Grüßen
an Diana Carrizosa und Stefan Schukowski

Victor Manuel Pinto    23.04.2012    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Victor Manuel Pinto
Lyrik