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Victor Manuel Pinto
Tretmühle

Als das Leben schließlich kam stieg ich aus
Um es nicht mit Fragen zu belästigen
Doch kann man sich nicht einfach so verziehen
Ohne dem Verduften Zügel anzulegen

Ich stieg, weltaufwärts, klaglos bot ich meinen Rücken
Sie beluden ihn mit Dingen, die mich niederdrückten
Packten mich am Kinn und schleppten mich zur Mühle
Die Tage im Kreis zu drehen, ohne aus dem Grund zu schöpfen

Wenn ich mich erinnern würde wo ich mich verließ
Würde ich mich anflehen, mich loszubinden
Um einzutreten durch den Mund und durch den Hals
Bis ich mich wieder fühle wie ein Baum im Sturm

Wenn ich mich bloß an mich erinnern würde
Auch wenn ich immer, wenn ich einmal rum bin
Mich mit einem gnadenlosen Blick betrachte



Tretmühle

als das Leben endlich anbrach stieg ich aus
um es nicht mit Fragen zu löchern
doch kann man sich nicht einfach aus dem Staub machen
ohne den Rückzug im Zaum zu halten

Ich stieg, weltaufwärts, klaglos bot ich meinen Rücken
Sie beluden ihn mit Dingen, die mich niederdrückten
am Kinn packte mein Herr mich und schleppte mich zur Mühle
Die Tage im Kreis zu drehen, ohne etwas zutage zu fördern

Wenn ich mich erinnern würde wo ich mich verließ
Würde ich mich anflehen, mich loszubinden
Um einzutreten durch den Mund und durch den Hals
Bis ich mich wieder stark fühle wie ein Baum im Sturm

Wenn ich mich bloß an mich erinnern würde
Auch wenn ich immer, wenn ich einmal rum bin
Mich mit einem gnadenlosen Blick betrachte


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aus dem Spanischen mit einsilbigen, zweisilbigen,
gelegentlich auch dreisilbigen Abweichungen
von Gerhard Falkner

mit dankenden Grüßen
an Diana Carrizosa und Stefan Schukowski

Victor Manuel Pinto    23.04.2012    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Victor Manuel Pinto
Lyrik