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Münchner Reden zur Poesie
Herausgegeben von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon
Publikationen im Lyrik Kabinett München
Redaktion im poetenladen: Walter Fabian Schmid

Marcel Beyer
Aurora


Walter Fabian Schmid zu Marcel Beyers Münchner Poesierede (Lyrik Kabinett)

„Dreimal selig, wer einen Namen einführt ins Lied! / Das namengeschmückte Lied / lebt länger inmitten der andern – / Es ist kenntlich gemacht inmitten seiner Gefährten durch eine Stirnbinde, / die von Bewußt­losigkeit heilt“. Wo der Name im Lied für Mandel’štam die außer­sprachliche Wirklich­keit bewusster macht und zu einer Über­zeitlich­keit verhilft, fragt sich Marcel Beyer: „Was macht er mit dem Gedicht?“

Namen sind für Beyer Kreuzungs­punkte von verschiedenen Zeiten, die an den Namen gebunden sind; sie sind ihm Aufschichtungen, in die er sich eingräbt, um die verschiedenen Ablage­rungen im Wort zu untersuchen. Dabei bleibt Beyer in seiner Rede vom 31. Mai 2006 vor allem an verschrobenen, an verschobenen Namen hängen; an Celans „Castrup“ und „Böcklemünd“, an Celans Idiomen en­tris­senen und auto­nomisierten Namen wie das „Nu“, wo er den Ursprung der Verschiebung und deren Wirkung aufs Gedichts sucht.

Namen legen unbewusste Analogien, Spuren und Verbindungen, die Zusammen­hänge zwischen und außerhalb von Texten herstellen. In dem spannungs­reichen Dialog zwischen Celans „Teufe“ und Thomas Klings „teufe“ gerät Beyer in seiner Semiose unter Tage; und unter Tage liegt das Rhizom; ein Rhizom von wortmateriellen und seman­tischen Schichten, die von der Teufe, vom Bergbau, zur körper­lichen Tiefe, der Lunge, dem Dichterorgan, führen, denn „so [mit dem Namen] inhaliert uns der Dichter“ und zieht den Leser in sein Gedicht.

Walter Fabian Schmid



Vorwort von Ursula Haeusgen zur Reihe Münchner Reden

„Guten Abend, meine Damen und Herren, und herzlich willkommen
zur Münchner Rede von Marcel Beyer ...“

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Einleitung und Einführung zum Autor von Frieder von Ammon

„Meine Damen und Herren, seit dem frühen achtzehnten Jahrhundert zeichnet
sich in der Geschichte der Literatur ein Prozess ab ...“

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Marcel Beyer | 1

„Ich freue mich sehr, hier zu sein, an diesem wirklich tollen Ort für Gedichte ...“

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Marcel Beyer | 2

„Wenn ein Name von außerhaöb ins Gedicht eingeführt wird, woher kommt er dann und was führt er mit? “

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Marcel Beyer | 3

„Ein Name, der keiner ist und zugleich nichts anderes sein kann, als ein Name ...“

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Marcel Beyer | 4

„Und ich habe hier von Aurora sprechen wollen ...“

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Marcel Beyer | 5

 „Entteufelter Nu ...“

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Marcel Beyer | 6

„Dreimal selig ...“

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Marcel Beyer | 7

„Bei Kling, im vierten Teil von Arnikabläue ...“

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Marcel Beyer | 8

„Dichten, das heißt: Den Atem lenken ...“

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  Marcel Beyer
Aurora
Münchner Reden zur Poesie II
Herausgegeben von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon
24 Seiten, 12 Euro
Zu beziehen ist die Rede über das Lyrik Kabinett



Marcel Beyer, geboren 1965 in Tailfingen / Württem­berg geboren. Er lebt als Autor, Übersetzer und Heraus­geber in Dresden. Beyer wurde unter anderem mit.dem Uwe Johnson-Preis (1997), dem Heinrich Böll-Preis (2001), dem Friedrich Hölder­lin-Preis der Stadt Tübingen (2003) und dem Joseph-Breitbach-Preis (2008) ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm der Roman Kaltenburg (2008) und das Opern­libretto Arbeit Nahrung Wohnung (2008).

Gespräch im Poetenladen  externer Link



 

Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen      09.02.2010

Münchner Reden
zur Poesie

    Marcel Beyer
    Einleitung *
 1   Martin Mosebach  *
2   Uljana Wolf  *
  3   Heinrich Detering  *
  4   Lucian Hölscher  *
5   Marcel Beyer *
  6   Christoph Meckel *
7   Anja Utler *
8   Ernst Osterkamp *
9   Friedhelm Kemp *