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Mikael Vogel
Endzeitmull

Artifiziell blau, und alles hier fällt
Mit jener Krankenhausangst als Kind

In den kathederlangen Fluren,
Zurückgelassen, den Röhren des

Nichts. Artifiziell metallisch, und
Alles gerinnt hier mit dem schlechten

Plasma eines plastikbeutelhaften
Traums, arteriell, den nichts erwacht.

Faksimilemoment von Haut, und der verzweifelte
Augenblick vor der Anästhesie, unter

Den Masken der Amnestie, in
Fabrikhellen Stickstoffhallen der

Zügelosigkeit, von Gesicht zu Gesicht,
Propagandafilmchoreographiert. Das Gehen maschinell

Im weißen Gas des Halogens, das sauerstofflos
Seine Salzsäuren vertropft, verduscht

In den Kunststoffen wäscht, in den sterilen Reihen
Fleisch, in den glanztubulären Durchgängen Leere. O

Schwester stürmischer Verschmutzung!
In titanischen Raumkälteflächen,

Von Zukunft und Vergangenheit intubiert,
In kränklichen Himmelüberflutungen von Gelb,

In hyperkinetischer
Selbstzurücknahme am bösen

Ende der Imitation, im Atembehalten
In einer unterseeischen Unwirklichwelt

Schwimmend, der Ausschüttung ins Wogen
Sieh, in atmosphärischen Schlieren, schwebend, sehr hoch

Die eigenen Sterne.



(Für Bettina Galvagni)

Mikael Vogel   25.01.2012    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Mikael Vogel
Lyrik