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Jürgen Brôcan
MIT HOCHGLANZ, FRANZISKUS, HING SIE IM DÄMMER-
streifigen Luftbereich, blaugerandet, meeren, wie ein Tagmond, Bruder
am anderen Ende des Tages, surfte zwischen den Kirchtürmen
und dem Versicherungsklotz, blendete nicht,

saugte keine Wurzeln aus, weder Haar- noch Amaryllis-,
über diesem wasservernetzten, rohrfundierten Specknacken Europas:

die Sonne.      Am Ohr, hier an der Peripherie, Tonkuhlen-Gequake,

Zeitlupencrash hinausgeschobener Stadtgrenzen; blühendes Un-
kraut flickt die Abraumkanten, darüber eine Schule von
Fliegen. Das Knorrige, Knorzige: Bachsignal

Grünschnüre; Glast und Brane –––––––– ein weites A,

wie der Dinge Atemgewänder,
wie Abschiedstottern.

aus: Ortskenntnis. Gedichte 1996-2006. München (Lyrikedition 2000) 2008.

Jürgen Brôcan    21.10.2007   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht     Seite empfehlen  empfehlen

Jürgen Brôcan
Lyrik
Ausgangspunkte