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Christian Rosenau
Raben

es kolkt ein Rabe ums Haus,
und du zählst die Rufe,
krächzende Schwüre am Morgen
und Abend, kehliges Echo im Traum –

noch mit drei hätt' das Kind nicht gesprochen,
klagte eine mit Tränen, ihr Haar
war schon weiß wie der Nebel
im Herbst überm Löschteich,
  mit vier fiel's hinein.

fünf Kerzen zählte das Grab, fünf Schläge
die Stunde und ein Strick schnitt sich ein
in der Scheune. nur ein Krächzen
hing kurz in der Stille, so sagt man,

und erzählte es lang noch den Kindern:
wenn die Raben im Herbst auf der Wiese
vorm Löschteich saßen und schwiegen
mit schwärzenden Blicken –

  haltet euch fern.
Christian Rosenau   2014    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   

 

 
Christian Rosenau
Lyrik