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Christian Rosenau
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ein hinkendes, ein hüstelndes Wort,
allein, nur nachts: Schatten, Schutt
und Riss im Gehen. ein zartes

Schnabelticken irgendwo. die Straße
geduckt in das matt gezirkelte Laternen-
flackern, sirrende Drähte. unhörbar fast,

Insektenflügel, Beine, Köpfe, die
an das Lichtgehäuse dieser Lampen
schlagen. leise knirschen die Schritte,

die Zähne, im Querstand der Blöcke,
ihr kantiger Schnitt gegen die bleiche
Fontanelle des Mondes.

hinter den Fenstern vereinzelt
ein Glimmen, vergessnes
Brennen einer Lampe am Tisch –

eine Hand zuckt im Schlaf, ein Körper
im Sessel gekrümmt, ein Bündel,
in Schwerkraft und Schwebe –

auf Erinnern folgt Vergessen,
auf Vergessen nur ein Schimmer
im Dunkelgefieder der Luft

und all die ausgewalkten Atemvögel
ziehen schwer dahin, verwehen
im Dämmer vor den Toren der Stadt.
Christian Rosenau   2014    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   

 

 
Christian Rosenau
Lyrik