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wind

dieses zerren. der wind ist ein balg. ich kann’s merken. prallt sein körper auf meinen mit beharrlichen armen. und das spiel aus seiner luftigen feder. wie das haar aller menschen sich windet um köpfe und welche sind welche. fahnen stehen waagrecht in lüften. kräuselt sich schäumend das wasser und härchen stellen sich auf auf den häuten und dann nieder wenn die sonne den wind siedend kreuzt. dieses zerren an mir. und das klingeln der masten auf schiffen ist zaudern was sonst. ein mensch hebt die arme und spricht mit sich selbst. wird einer verrückt und noch mehr als normal durch das dunkle singen am ohr. verrückt und mit luftigem geist stemm ich mich in das stürmen. kommt von links und von vorn und lässt mich dann los bis ich drohe zu fallen. da nimmt er mich auf und hoch in die luft zu den möwen. jetzt lerne ich fliegen im fliegen und das kreischen der möwen die sich fügen und stemmen im wechsel der luft. er lässt los und die sonne brennt in die häute von möwen und menschen sich ein. ein sengendes glutmal auf stirnen und federn. greift der wind jetzt von osten mich an und die möwen und menschen. ich schließe die lider. trocken und hell und papieren weht er in den ästen. lässt los bis es still ist. stürmt neu. und ich fliege ich füge und stemme mich ein wie es ansteht. dieses zerren. der wind ist ein balg. dieses spiel. die sitten von möwen. ich kann’s merken.

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