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Lothar Quinkenstein

Der Rhein

The branch of the linden is leafy and green
(John Kander / Fred Ebb)


I

an dunkler waldespforte
saß ich im morgentaue
lauschend dem efeugeflüster
lauschend dem wispern der welle
und die verliebten mit reiner
stimme der jugend den pfad sich bahnend
durch sinnende natur ihr brautfest ahnend
im gotischen schatten der kapelle
sangen o reinentsprungen
kyrie eleison

II

an dunkler waldespforte saß ich
lauschend dem hans dem trommelhänschen
dem ruf wie donnerhall
schlecht lied gefährlich lied das hänschen aber
wollt sich der wildnis weihn
wollt hans der hänse sein

wellgunde woglinde floßhilde
es grüßen drei mädels vom rhein
solang ein tropfen blut noch glüht
noch eine faust den degen zieht
das ganze soll es sein

wellgu wogli floßhi und immer deutscher
wird der deutsche rhein
siegrunenland kadavertreu
kilroy marschierte ein

III

lieb vaterland nun gibst du dich
still und bescheiden viel wird gearbeitet und
große bewegungen auch
sind in den herzen der jugend ich sitze
im gasthaus zur linde lauschend
was mir die mädels singen
bei pepse und lieblichem wein
von heimat und palasthotel
von butzenscheibenherrlichkeit
von kinderkritzelein

und singen immer holder
vom himmel so kornblumenblau
von ururalter verwirrung
hallelu hallelu helau

und als die ruinen erglühen
im wildromantischen tale
das blitzschlagstakkatofinale
knattert bengalischen schein
denk ich an abraham und sara
in bacherach am rhein

Lothar Quinkenstein   2014           Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht

 

 
Lothar Quinkenstein
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