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Julia Trompeter
    Bin in das Hohl deiner Hand gerutscht,
Rundungen so windelweich, und doch
zieren da und dort Haare die Achseln,
die glatt sein sollten wie Lügen,
ja, auch der Po liegt eben wie ein stiller See,
auf Platte gebanntes Rauschen der Stadt
überzieht alle Möbel mit Stoff.
    Doch verstellt ist die Sicht
auf nasse Kastanien, auf dem Pflaster
aufgesprungene grüne Stechkugeln, die,
von Schulkindern in Pfützen gekickt,
langsam gluck gluck untergehen.
    Der Rotwein im Glas, moosig vom Eichenfass,
und das Ticken des Weckers mit
Quarz darin, hörst du nicht, Quarz:
ein Mineral, das symmetrisch schwingt,
es bricht muschelig wie Glas,
verwandt mit einem wirklich alten Stern,
der jetzt durch die Zweige der Kastanie –
wenn nur die Wolken kristallisierten,
wenn wir den Blick durch den Vorhang
tief ins Gewebe und weiter
Julia Trompeter    27.02.2010    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Julia Trompeter
Lyrik