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Frank Milautzcki
Juniabend, asphaltierte Bereiche

Du glaubst du stellst fest,
aber es ist nur ein Sehen alter Kreise hier
über dem Schlieren des Anthrazits der Lagerflächen.
Es krabbelt das Denken wie ein ramponierter Käfer,
der aus den Bigbags weiß bestäubt hervorbricht, entlang
der möglichen und werdenden Kanten der Zeit und
ist eine schrammende Pinselspur im Paynesgrau des
Nichtda. Ein feiner Abendton macht Bangen zart
und über alle Himmel weit, Vogelpunkte, dunkle Simulacren
singen von grauen Betonstürzen querab in ein verebbendes
Fieber. Das nicht mehr Sagbare bin ich und krieche.
Es genügt nicht still zu sein.
Es fehlt das grüne Gras im Nacken.
Es fehlt etwas Wind, der die Mauser
begleitet. Das dumme Wort Ich ist eine Bratpfanne.
Der ramponierte Käfer huscht weg
in den Schatten, als ein metallbeschürzter Schuh
den Weg zu meiner Bank beschlürft und mich fragt
wie lange ich noch Pause mache, die Maschine sei
leer, drin in der wichtigen Halle, und ich höre
die Tröte monoton durch das schwere Geräusche-
meer wellen und zerspellen. Ich bin schon da, sage
ich und was mimisch so aussieht wie ein
Käfergesicht im Halbdunkel
verpeilt. Etwas huscht.
Weg in den Schatten.

Frank Milautzcki  10.07.2008   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen Diese Seite weiterempfehlen

Frank Milautzcki
Lyrik
Naß einander nicht fremd