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Svenja Herrmann
Später Mai


Türkislicht am Fenster, das Wasser lebhaft, der Nordwind
kräftigt die Umrisse, kein Hitzkopf heute oder Verliebte
die ihre Kleider auf die Bank werfen; Blüten schleppen
sich ans Ufer und Wasservögel suchen Schutz im Ried –
die Zeit, ein anderer Sekundenzähler am See.

Kinderrufe eilen dem Boot voraus, ihr Ort ein Haus
mit Steg von Spinnweben umschlossen; sturmfrei:
Pirat, Kapitän tuckern um die Ecke, fegen mit den Wellen
Jungs mit dem Gang in der Luft, leichtgewichtig –
versteckte Furcht vor Höhe und das Hinabtauchen in die Tiefe

Segelboote krängen, graue Bänder ziehen von den Bergen her
die Warnung am anderen Ufer, bald
kriechen die Schatten den Hang hinauf
an mächtigen Rhododendren vorbei –
die Zeit, ein anderer Sekundenzähler am See.

Aus: Svenja Herrmann. Ausschwärmen. 2. Aufl. Wolfbachverlag 2013

Svenja Herrmann   2013    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
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Lyrik