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boden. gegenstand. ferne
warten auf ein mädchen, das vom baum falle

es sei einmal. es sei einmal ein boden. es sei einmal ein boden, der auf ein mädchen warte. und ein gegenstand, der sei da auch. den benutze der boden, um das mädchen her zu locken. und die ferne, die sei da auch noch. die benutze er ebenfalls. aus der ferne locke er das mädchen her. es sei einmal ein boden, ein gegenstand, die ferne und viele mädchen. von denen warte der boden nur auf eines.
    mit einem gegenstand fange alles an. er stehe da und warte. auf ein mädchen warte er. er stehe ihm entgegen. das sei so seine natur. das liege ihm im blut. entgegen zu stehen, das stehe ihm. das sei auch der grund, warum er gegenstand heiße. den mädchen gefalle er so. das wisse er. jedes mädchen warte nur darauf, einem wie ihm zu begegnen. gegenstände seien delikatessen für mädchen. und kein gegenstand habe je lange auf ein mädchen warten müssen.
    so voll sehnsucht seien die mädchen. und diese sehnsucht sei sehsucht. zunächst sei sie sehsucht. zunächst, da sie vom gegenstand noch weit entfernt seien. sehsucht sei sehnsucht, den gegenstand zu sehen. den gegenstand, der geeignet sei. denn der sei, für den sie geeignet seien. der sei ihnen der eigene. den habe jedes mädchen im sinn. der steche ihm förmlich ins auge.
    auch höre ein gegenstand nicht auf, entgegen zu stehen. das mache ihn unwiderstehlich. das ziehe die mädchen magisch an. das mache den gegenstand zum machthaber der mädchen. und die wissen längst, dass nicht er es sei, der warte. dass er sie warten lasse. genau so lange, wie sie brauchen, um zu ihm zu gelangen. nicht länger. aber auch nicht weniger lang.


zweimal warte jedes mädchen. wenn es fernsehe, zum ersten mal. wenn es vor einem gegenstand stehe, zum zweiten mal. der gegenstand, vor dem es stehe, sei derselbe, den es schon aus der ferne gesehen habe.
    wenn es fernsehe, halte es ausschau nach gegenständen. nach gegenständen, gegen die es sich gehen lasse. auf gegenstände lasse sich nämlich schlecht warten. sie kommen nicht entgegen. wohl aber lasse sich gegen gegenstände warten. doch müsse es dafür schon bei einem sein. hinzukommen, sei jedoch nicht schwer. gegen gegenstände lasse sich trefflich gehen. geradewegs dafür stehe den mädchen ein jeder im weg. soviel stehe außer zweifel. das wisse jedes mädchen.
    und so sei eben jedes mädchen, das fernsehe, ein mädchen, das sich fernsehne. auf der suche nach einem gegenstand zu sein, das sei seine sucht. woher einer entgegenstehe, dahin gehe es. dort warte es zum zweiten mal. so voll sehnsucht sei da das mädchen noch immer. doch jetzt sei sehnsucht dehnsucht. jetzt, wo es ganz nah am gegenstand stehe, sei keine sehsucht mehr in ihm. da dehne es sich. und so manches fluche dann. ob es passe oder nicht, sei da die frage.
    die sehnsucht nach der gelegenheit, sich zu dehnen, sei eine der mädchen. keine der gegenstände. was es zu unterscheiden gelte. die gelegenheiten freilich stellen die gegenstände.
    zwischen den mädchen und den gegenständen, da sei es nämlich so: gegenstände stehen zwar entgegen. aber kein gegenüber halten sie auf abstand. vielmehr holen sie es zu sich her. so nah, wie es nur irgend gehe. dabei seien mädchen ihr liebstes gegenüber.
    es sei der raum, der jedes mädchen an seinen gegenstand klebe. der raum, durch den es seinen ersten blick auf ihn werfe. derselbe raum, durch den es sich auf den weg mache. hin zu ihm. raum sei klebstoff zwischen mädchen und gegenständen. durchsichtig und ungeheuer dehnbar.


mit einem gegenstand fange alles an. doch brauche auch der seinen anfang. sein anfang seien die mädchen. jeder gegenstand fange mit einem mädchen an. mit einem mädchen, das er in der ferne sehe. mit einem mädchen, das er aus der ferne auf sich zukommen sehe. sein anfang liege in dem, das komme. welches es denn sein werde? das könne er mit bestimmtheit nicht sagen. er wisse es vorher nicht. es könne jedes sein.
    dass aber eines komme, worauf er gar nicht gewartet habe, das wolle keiner. das wolle ein gegenstand auf keinen fall. das eine mädchen wolle er. nur das eine. kein anderes. das, welches ihm passe. das, welches ihm solchermaßen bereits bekannt sei. darauf warte er. mit einem, das komme, ohne dass er darauf gewartet habe, könne er gar nichts anfangen. das sei sein anfang nicht. den nämlich erkenne er wieder. welches mädchen dafür kommen müsse, wisse er so doch. ob es das sei oder nur ein anderes, merke er sofort.


was warten wolle, das sei, dass etwas wiederkomme. auf dass sein mädchen wiederkomme, warte der gegenstand. warten wolle wiederholen. im warten wirke der wille zur wiederholung. der wille, etwas zu wiederholen, sei der wille, etwas wieder zu holen. etwas, das schon einmal da gewesen sei. das wolle warten wieder einholen. freilich hole kein gegenstand sein mädchen wieder ein, indem er ihm hinterher laufe. zu so etwas sei er gar nicht imstande.
    damit er anfangen könne, sein mädchen wieder einzuholen, müsse es ihm zuerst einmal vorausgelaufen sein. nicht zu wenig weit. aber auch nicht zu weit. weit genug: bis in die ferne. genauso weit reiche auch der gegenstand. der ferne stehe er genau gegenüber. sein hier hole er sich von dort her: aus der ferne.
    für das wiedereinholen maßgebend sei der wille des wartens. der wille dessen, das vorausgelaufen sei, zähle dabei wenig. der anfang sei, für sich genommen, willenlos. er hänge an einem band. am band dessen, das ihn sich zum anfang gemacht habe. warten ziehe an dem, worauf es warte. was sich entfernt habe, hole es so ein. warten hole ferne nah. auf der stelle hole es sie ein. was sich entfernt habe, das sei in ihm sofort wieder zur stelle.
    deswegen sei ferne im warten auch keine wirkliche ferne. sie hänge an seinem band. daran halte es sie fest. das band sei unsichtbar. doch gebe sich deutlich zu sehen, wie es an ihr ziehe und wie es sie dann auch immer wieder loslasse.
    denn warten wolle weiter warten. was zu ihm hin unterwegs sei, mache es jedoch vorläufig. und genau das werde ihm zum problem. sein wille sei nämlich, nicht aufzuhören. niemals. auf dauer wolle es sein. im warten sei die sucht nach unaufhörlicher ferne. eben danach sei es unentwegt auf der suche. auf etwas, das nicht fern sei, lasse sich schlecht warten.
    während der gegenstand seinen anfang einhole, bewege er sich nicht. allein der raum bewege sich. der raum, der zwischen ihm und der ferne liege. doch bewege der sich nicht von selbst. es sei das warten, das ihn bewege. das rühre daher, dass der gegenstand eben doch nicht ganz still stehe. immer gehe er hin und her. das sei zwar schon eine form des stillstandes. jedes her, das einem hin folge, hebe dieses wieder auf. die innere bewegung aber, vom hin zum her und wieder vom her zum hin zurück, die bleibe. sie sei es, die das wiedereinholen dessen bewirke, worauf der gegenstand warte. in ihr wickle sich auch der raum auf, der dazwischen liege.


wo immer ein gegenstand sei, da sei auch warten auf den fall. am gegenstand freilich nur. vorher nicht. am gegenstand sei durchaus aber dem gegenstand rundum. warten auf den fall sei rundum etwas, das stehe. als ob, dass da etwas stehe, nicht schon fall genug sei. der eigentliche fall aber, auf den alles warte, das sei der unfall. von dem gebe es zwei arten: den umfall und den herunterfall. häufiger komme der herunterfall vor. ein umfall sei selten. deshalb koste warten auf einen umfall auch zuviel zeit. mancher boden erlebe das nicht. warten auf einen herunterfall komme da schon billiger.
    dem gegenstand und den mädchen freilich gelte der herunterfall für den fall selbst. der umfall sei ihnen die einzige form des unfalls. schließlich sei sie auch dessen endgültige form. weitere fälle schließe der umfall nämlich aus. vom baum, der umgefallen sei, fallen keine mädchen mehr. der baum, der umgefallen sei, locke auch keine mädchen mehr her. wo aber kein fall mehr sei, da sei auch keine welt mehr. denn die welt sei, was der fall sei. wo mädchen von bäumen herunter fallen, sei so die welt noch in ordnung.


mädchen fallen aus bäumen, wenn sie rote äpfel pflücken. man könne darauf warten. es sei alles nur eine frage der zeit. bevor ein mädchen vom baum herunterfalle, sei warten. vor dem fall sei warten auf den fall. warten sei der fall, bevor etwas falle. bevor das mädchen vom baum herunter auf den boden falle. warten sei sein, bevor sein könne, was der fall sein werde. warten auf den fall sei vor allem zeit vor dem fall: vorfallzeit. nichts als warten sei in der vorfallzeit. nach dem fall sei nachfallzeit. da sei dann kein warten mehr.
    mädchen, die herumgehen, gehören zur vorfallzeit. auch mädchen, die auf bäume steigen, gehören noch zu ihr. selbst welche noch, die schon rote äpfel pflücken. mädchen, die schon von bäumen gefallen seien, gehören zur nachfallzeit. nur im fallen selbst gehören mädchen zu dem, was mit der welt der fall sei. mädchen, die auf bäume steigen, seien auf dem weg dahin. und mädchen, die rote äpfel pflücken, seien auf diesem weg schon weit gekommen.
    mädchen, die zur vorfallzeit auf dem boden hin und her gehen, seien viele. das freue den boden. je mehr es seien, desto besser für ihn. obschon der sich für solche noch nicht allzu sehr interessiere. hinter mädchen, die fallen, sei er her. doch warte er zumindest schon darauf, dass welche von ihnen auf die bäume steigen. und für welche, die es tun, steigere sein interesse sich gewaltig. danach gehe alles ziemlich schnell. was danach vorfalle, das sei, was herunterfalle: ein mädchen. und kaum habe es zu fallen angefangen, schon höre es damit auch wieder auf.
    was warte, werde dennoch nicht überrascht. niemals gerate, was warte, unter etwas, das zu rasch komme. kein fall eines mädchens könne den boden je überraschen. so sehr sei er voller erwartung, dass er ein jedes, wenn es nur in den baum steige, sofort schon bemerke und es auch nicht mehr aus den augen lasse. jedes mädchen, das komme, komme erst, wenn es falle. und keine vorgeschichte eines falls bleibe unbemerkt. dafür sorge er schon von grund auf.
    wohl rechne warten damit, dass, worauf es warte, schon einmal zu früh komme. aber es warte darauf nicht. schließlich sei zu früh sein im warten selbst und nicht in dem, worauf es warte. warten müsse sein, bevor, worauf es warte, ankomme. das verstehe sich von selbst. freilich, mit einem mädchen, das auf einen baum steige, noch ohne dass seine äpfel rot geworden seien, rechne der boden nicht eigentlich. dass es so manches mal ganz allein seinetwegen geschehe, dem boden zuliebe, wenn ein mädchen auf einen baum steige, der noch keine roten äpfel trage, schmeichle dem boden nicht. daran ändere auch nichts, wenn es daraufhin mehr von selbst sich herunterfallen lasse, als dass es von da oben zu fall gebracht sei. im übrigen habe noch keiner gehört, dass ihm je ein mädchen zu früh gekommen sei.


mädchen fallen von bäumen, wenn sie rote äpfel pflücken. man könne darauf warten. es sei alles nur eine frage der zeit. wann die zeit dafür reif sei, wisse der boden genau. und bis dahin habe alles seine zeit.
    es gebe die zeit der äpfel. und es gebe die zeit der mädchen. und es gebe eine zeit, in der die zeit der äpfel zugleich auch die zeit der mädchen sei. dennoch sei die zeit der äpfel von der zeit der mädchen verschieden. die zeit der äpfel, da sie rot werden, liege vor der zeit der mädchen, da sie auf die bäume steigen. aber die zeit der mädchen, da sie von den bäumen fallen, liege vor der zeit der äpfel, da sie von selbst fallen.
    warten sehne sich nach der rechten zeit. warten jongliere zwischen den zeiten. wenn mädchen hin und her gehen, das sei für den boden noch nicht die rechte zeit. da warten diese selber noch: einem gegenstand zu begegnen. und wissen noch nicht, dass sie ihm bestimmt seien.
    warten zwischen den zeiten, das sei gegenwart. und nichts sei gegenwart, wenn nicht warten. gegenwart sei sogar nur, so lange warten sei. wenn keines mehr sei, dann sei vergangenheit. doch sei auch sie ohne warten nicht gewesen. zukunft sei ohne warten überhaupt nicht zu haben. in gegenwart sei warten nicht nur zwischen einer zeit davor und einer zeit danach. gegenwart selbst warte zwischen verschiedenen gegenwarten.
    von allerlei möglichen vergangenheiten sei nur eine grundlegend. nämlich die, da viele mädchen den gegenständen vorausgelaufen seien. an verschiedenen gegenwarten gebe es daraufhin viele. gegenwart, da viele mädchen seien, die keinen gegenstand warten lassen. gegenwart, da viele mädchen seien, die gegen gegenstände gehen. gegenwart, da viele mädchen seien, die sich vor gegenständen dehnen. gegenwart, da der boden alle gegenstände für bäume halte. gegenwart, da viele mädchen seien, die auf die bäume steigen. und schließlich gebe es auch zukunft. das sei dann so manches mädchen nur, das vom baum fallen werde.
    wie es um die gegenwart der mädchen stehe? das frage sich der boden ständig. viele gegenstände stelle er um sie herum. das sei für mädchen der rechte garten. und auf jeden gegenstand in ihm komme es an. auch kommen auf jeden gleich mehrere von ihnen. er müsse ihnen den garten nur recht bereiten, der eine oder andere fall werde sich dann schon finden. wie lange der auch immer auf sich warten lassen möge.


vor jedem fall sei warten lange. lange, bevor etwas falle. lange warte der boden, bis das mädchen vom baum herunter falle. bis es ihm vom baum her zufalle. zufall freilich sei das keiner. da unter dem baum warte der boden auf den fall, der ihm zustehe. als rechtmäßiger gegenstand des mädchens, das vom baum falle, fühle der sich. mit dem mädchen, das vom baum falle, erfülle sich seine zukunft. die einzige, die der boden habe.
    dafür warte er. dafür lege sich der boden um gegenstände herum. um alle gegenstände. so weit er welche sehe. dass jeder gegenstand wie ein baum sei, glaube er. wie ein baum, von dem ein mädchen herunterfallen könne. und so breite er sich um alles, was nur irgend stehe. wo es auch sei, wenn es soweit komme, dass ein mädchen herunterfalle, wolle er zur stelle sein. und damit es soweit komme, müsse er vorher schon zur stelle sein. den mädchen müsse er den weg ebnen. allen mädchen. hin zu allen gegenständen. sonst erreichen sie diese nicht. und was sie nicht erreichen, das können sie auch nicht besteigen. und was sie nicht besteigen, von dem können sie auch nicht herunterfallen. so einfach sei das. ganz so einfach zu erreichen, freilich nicht. gründlicher vorbereitung bedürfe das schon.
    darum liege der boden um jeden gegenstand herum. er sei die ebene, die hin führe, und er sei auch die ebene, die entgegenstehe. beides sei er zugleich. er stehe schon entgegen, während er noch hin führe. und das könne er auch nur, weil er liege. als gegenstand, der nicht stehe, sondern liege. der aber nicht etwa liege, weil er träge sei. als gegenstand, der auf der lauer liege, warte er.
    und als solcher mache er den mädchen seine aufwartung. und die meinen sie wohl zu erkennen. doch entgehe ihnen ihr hintersinn. dass er sie zum gegenstand geleiten wolle, den sie eigentlich im auge haben, halten sie für selbstverständlich. zu den bäumen mit den roten äpfeln bringe er sie. wenn es weiter nichts sei? was brauche es sie zu kümmern? dass er mit den bäumen im bunde stehe, dass er am ende mit jedem gegenstand, zu dem er sie bringe, gar sich selber meine, übersehen sie ganz.


rundum gebe der boden als oberster der gegenstände sich zu sehen. allem stehe er entgegen. allen gegenständen und allen mädchen. zuunterst liege er. unter ihm, da sei kein gegenstand mehr. und auch kein mädchen. unter ihm, da sei nur noch umfassung.
    auch reiche der boden weiter als alle anderen gegenstände zusammen. als alle gegenstände, die da stehen. als mächtigster aller gegenstände reiche er sogar bis über die ferne selbst noch hinaus. von überall her, auch von dort her, wo kein gegenstand noch sei, hole er sich die mädchen. seine ebene sei endlos und bestehe aus bändern. auf ihnen hole er sich die mädchen heran. auf jedem band ein mädchen. manchmal auch gleich mehrere hintereinander. so ziehe er sie buchstäblich auf die bäume hinauf. auch auf andere gegenstände. die er sämtlich für bäume halte. so komme es denn nicht selten vor, dass mädchen nicht nur aus bäumen fallen. ab und an fallen selbst aus hochhäusern welche.
    in solchen fällen habe er einige mädchen wohl von innen ganz nach oben gezogen. doch handle es sich nicht eigentlich um ein versehen. wenn es da, was wahrscheinlich sei, keine roten äpfel zu pflücken gebe, verleite er sie eben dazu, noch einmal genauer nachzusehen. und manch eines, das zu nahe an ein fenster trete und zu weit sich vorbeuge, falle dann. von einem verhängnisvollen irrtum des bodens könne deshalb keine rede sein. ob baum oder hochhaus, das sei für ihn die entscheidende frage nicht. ihm gehe es um den fall eines mädchens. und dafür komme ihm ein jeder gegenstand gelegen.


warten des bodens darauf, dass seine zeit komme, sei warten auf ein mädchen, das zeit für ihn habe. zunächst sei es gar nicht viel zeit, die es für ihn haben müsse. etwas zeit, um in die bäume zu steigen. etwas zeit, um die roten äpfel zu pflücken. was sei das schon? und dass diese zeit überhaupt schon zeit sei, die es für ihn habe, merke es dabei noch nicht einmal. für das mädchen sei es zeit, die es mit sich verbringe. und wenn es dann herunter falle, so koste es das am wenigsten zeit von allem. erst wenn es gefallen sei, ihm zugefallen, und nicht wieder aufstehe, erst wenn es liegen bleibe, habe es wirklich zeit für ihn. dann widme es ihm viel mehr als nur etwas zeit.
    durchaus rechtmäßig geschehe es nach ansicht des bodens, wenn ein gefallenes mädchen seine ganze zeit ihm widme. schließlich stehe er dem mädchen, das falle, so entgegen, dass es nicht mehr weiter falle. und da, wo es nicht mehr weiter falle, wolle er es auch gerne behalten. das sei selbstverständlich und ohnehin seine eigentliche absicht.
    liegend wolle er es behalten. so, dass es auf ihm liege. das gefalle ihm. wenn er nur könne, so wolle er sich schon auch auf es legen. das wolle ihm wohl noch besser gefallen. doch wolle ihm das einfach nicht gelingen. wie er es auch anstelle. bis er schließlich merke, dass es ihm auf keinen fall gelingen dürfe. denn, gelinge es ihm, werde er dem mädchen nicht mehr boden sein. das mädchen werde unter ihm liegen. seine stelle nehme es dann ein. und damit zugleich auch seine stellung. ihm, der dann keiner mehr sei, werde es der boden sein. soweit aber dürfe es niemals kommen.
    was er denn überhaupt davon zu haben gedenke, wenn ein mädchen auf ihm liege? das wisse er zuvor selbst nicht so genau. das wisse er erst jedes mal, wenn es soweit sei. und er wisse es auch nur währenddessen. nur, so lange eines auf ihm liege. hinterher wisse er es auch nicht mehr. und von den mädchen, die ihm bislang zugefallen seien, habe keines je darüber sprechen wollen.


um den fall der mädchen stehe es am besten, wenn die bäume schon rote äpfel tragen. das wisse der boden wohl. bis dahin warte er voll zuversicht. dann aber sei es zeit. von da an falle alles warten immer schwerer. angst komme in ihm auf. wenn diese für den fall der mädchen fruchtbarste zeit nun einfach vorbeigehe, ohne dass auch nur eines falle? wenn die äpfel zwar rot werden, aber keine mädchen kommen? oder wenn zwar mädchen kommen, aber keine in die bäume steigen? oder wenn, obwohl welche kommen und obwohl auch welche in die bäume steigen, eben einfach keines von ihnen herunterfalle? was dann?
    in seinen schlimmsten träumen sehe er mädchen kommen und gehen, ganz ohne dass welche auf seine bäume gestiegen seien. dann fühle er sich von ihnen bestohlen. der diebstahl, den sie begehen, bestehe darin, dass sie keine zeit für ihn haben. denn seine zeit sei ihre. eine eigene habe er gar nicht. die zeit des bodens sei die zeit der mädchen. einem mädchen müsse er sie stehlen. und immer, wenn er neue mädchen kommen sehe, beschleiche ihn dieselbe angst. wenn wieder keines von ihnen in seine bäume steige, werde seine zeit auch mit diesen nicht gewesen sein.
    manchmal jedoch, da habe er einen noch schlimmeren traum. abermals entfernen sich die mädchen, ohne dass auch nur eines gefallen sei. doch bevor sie ganz sich entfernen, erzählen sie ihm noch davon, wie irgendwo da hinten, von woher sie kommen, gefallene mädchen zuhauf liegen. zusammen mit den überreifen roten äpfeln seien sie da schon von den bäumen gefallen. da, von woher sie kommen, sei kein warten des bodens mehr. da seien keine mädchen mehr, die noch fallen müssen. gefallen seien sie alle. was für ein paradies des bodens! das sei jedes mal das letzte, was er von ihnen zu hören bekomme. da seien die mädchen längst schon nicht mehr zu sehen. über so viel glück, das einem seiner fernen nachbarn da beschieden sei, fange er beinahe zu weinen an. doch dauere das nicht lange. sehr schnell packe ihn dann der blanke neid.
    je länger sein warten dauere, desto enger werde auch der raum um ihn. es sei, als ob der raum auf die zeit reagiere. er schnüre sich ein, wenn sie weniger werde. worauf der boden warte, das kanalisiere ihm der raum und beschleunige es so. das ziehe die mädchen schneller auf die bäume. und herunter fallen lasse es sie auch schneller.


wenn nur die mädchen schon einmal auf den bäumen seien. dann könne auch die zeit für den fall nicht mehr weit sein. wenn keines mehr auf seinen gegenstand zu warten habe, dann seien sie alle bereit. kein warten mehr auf ein ankommen sei am gegenstand. warten auf ein loskommen entstehe da. warten kehre sich da um. dann sei es zeit für das, was der fall sei.
    und nur ein mädchen, das falle, genüge dem boden schon. mit nur einem, das falle, nehme er gerne vorlieb. mit einem einzigen, das falle, nahe die zeit des bodens. im fallen verkünde es ihm, dass ihr anfang bevorstehe. unwiderruflich und in aller kürze. schon sehe er das mädchen auf sich zu kommen. doch gekommen sei seine zeit damit noch nicht. eine spur von warten sei da noch übrig. das mädchen, das falle, sei noch nicht sein mädchen. das mädchen, das gefallen sei, sei seines. das mädchen, das liegen bleibe, sei ganz seines. zeit des bodens sei nach dem fall. zeit des bodens sei nachfallzeit. das fallen des mädchens selbst gehöre noch zu ihrem vorspiel. es sei des vorspiels ende.
    vom ende des falls des mädchens wisse man nicht gerade viel. er gehe mit einem einschlag zu ende. das warten erfülle sich im abdruck des ankommens. und so sei es eine wunde, die das mädchen dem boden schlage. schmerz entstehe daraus keiner. jedenfalls nicht ihm. nicht dem boden. in der freude seiner erfüllung fühle er keinen schmerz. wie es um den schmerz des mädchens stehe, darüber wisse man gar nichts.
    die wunde, die das ankommen schlage, sei aber nichts gegen die wunde, die das loskommen reiße. die wunde, die das mädchen dem boden schlage, wenn es vom baum falle, nichts gegen die wunde, die es in ihn reiße, wenn es wieder aufstehe. als stück seinerselbst reiße es sich dann aus ihm heraus. das schmerze ungeheuer. und nicht nur vom boden reiße das mädchen sich los. es zerreiße dabei auch das band, an dem er es zuvor vom baum zu sich herunter gezogen habe. so nehme es ihm die möglichkeit, es jemals wieder auf einen baum hinauf zu ziehen.
    im fallen nämlich liege die falle. in dem, das da liege, wenn es gefallen sei, liege sie. im gefallenen mädchen. irgendwann, stehe es nämlich wieder auf und gehe. dass es schon einmal da gewesen sei, liege dann zurück. kein mädchen mehr, das auf ihm liege. kein mädchen mehr, das ihm doch zugefallen sei. gerade so, wie es sein müsse. ein mädchen von ferne nur noch. eines, das ihm nie mehr zu gefallen sein werde?
    welche zukunft habe ein boden dann noch, wenn sich sein warten auf etwas richten müsse, das zurückliege? wie könne er denn nun auf dasselbe mädchen weiter warten, wenn es doch gerade aufgestanden sei? wie könne er es je wieder einholen? ganz und gar unmöglich sei das. auf ein anderes mädchen müsse er fortan warten.
    und dennoch werde es wieder das mädchen sein, das ihm zufalle. wie schon einmal zuvor werde er auf das mädchen warten, das vom baum falle. das vom baum falle, wie einer der vielen roten äpfel. und ebendieses mädchen, das falle, werde das sein, welches ihm bestimmt sei. eines von vielen, die nicht fallen oder die, wenn sie fallen, erst später fallen. eines werde zuerst fallen. das erste werde seines sein. und es werde sein, wie wenn davor noch keines gefallen sei. vielleicht werde auch danach keines mehr fallen. ihm könne es einerlei sein. ob noch welche fallen werden oder nicht. er werde sein mädchen haben. das erste werde seines sein. das erste werde wieder seines sein!

©  Marc Mer        19.04.2006          Print

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