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Wulf Kirsten
gespräch zaunüberwärts

der hausmeister von nebenan
kehrt laub herbsthin-herbsther,
nichts als laub wie auch ich,
das die alte buche abwirft,
die uns sommers schützt und schirmt
vor straßenlärm und staub,
sauber gefegt sein revier
in lärmloser handarbeit,
wir reden leichthin über dieses
und jenes, also über nichts,
das von belang wär für die welt-
läufe, bis er gesteht, er arbeite
tag für tag ohne jedwedes salär,
nur um als arbeitsloser
unter leuten zu sein und
um der arbeit willen, nachdenklich
berg ich das gehäufte laub,
das mir nicht gehört, der mann
hinterm zaun steigt in meiner achtung,
noch tagelang geht mir
durch den kopf, irgendwas stimmt nicht
in dieser weltordnung,
die doch gemeinhin für die beste
aller möglichen gehalten wird.

totensonntag 2009

Erschienen in poet nr. 8

Wulf Kirsten    29.04.2010    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
Wulf Kirsten
Lyrik