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Ulrich Koch
Der Kaiser spricht

Wenn es Gedichte gibt,
bin ich der Kaiser von China.

Wenn es Gedichte gibt,
kommt Brahms noch einmal
zu Fuß nach Winsen,
Elise Giesemann besuchen.

Wenn ihr an Gedichte glaubt,
baue ich euch Leichtgläubigen eine Kirche aus Styropor
und fasse in die Sonne,
als kratzte ich mich am Arsch.

Wenn ich ein Gedicht geschrieben habe,
streichelt mich im Schlaf
die Hand des Präparators.

Wer Gedichte verbrennt,
wird wiedergeboren:
steif wie Gunther von Hagens
auf dem Vivisektionstisch von Francis Bacon.

Wenn ich ein Gedicht lese,
läuft mir mein toter Hund entgegen,
im Maul die Zeitung
vom Tag meiner Geburt.

Aus: Ulrich Koch. Uhren zogen mich auf. poetenladen 2012

Ulrich Koch    2012    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
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