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Tristan Marquardt

beinahe angefasst, ins unreine gesprochen, lag die last auf unsren
armen, auf einmal, noch einen schluck. fraternaler anschluss, du
warst nicht mein bruder, ich hätte dein sohn sein können, kippten
zerrbilder, wo wir die straßenflucht betraten oder war es doch der

park, wir nahmen das ernst. wo ist hier die klinke. gib her. griff
zum schrittfehler, umtrunk, heute nicht zum hals, heute muss der
bauch raus, gefühlt. koinzidenz, umschlungen. wechselten schlag-
lichter schneller, als wir laufen konnten, zogen wir uns ihre körper

an. setzten fußabdrücke in spuren und folgten ihnen blind. in einer
bewegung, die nur im raum stattfand, glitten uns kurven durch fin-
ger, schnitten pfähle wie gras. jede verkehrsinsel war katalysator für
unumständlichkeit, was wir streiften, hatte die straße längst liegen

gelassen. manchmal kam es uns wie ein kniff vor, blinker zu setzen,
als würden wir den puls am richtungswechsel messen, daumen vor-
aus, beschäftigung den jagdgründen entsprechend: ortsunübliches
geht vonstatten, wir können nichts dafür. flüchtige bekanntschaften,

die in die eigene tasche wirtschaften, sanfter händedruck, kaum zu
bremsen, so nahe am baum: dass wir den arm verlängern, bis er sich
auswächst. wurzeln schlägt, im durchdrungenen raum. vielleicht ist
das nicht der park, aber mit ein, zwei änderungen könnte er es sein.

Tristan Marquardt   2011/2013    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Tristan Marquardt
Lyrik