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Tabea Xenia Magyar

ich entnahm mein bein einer maserung

ich barg behutsam ein ohr aus einem buch
in welchem es zum trocknen lag
entnahm mein bein der maserung
eines tisches, der mir gefiel
meine lider hingen
wie dunkle, leblose falter über dem bett
bevor ich sie aufsetzte

die teile berühren sich kaum
schnittmuster einer marionette, glieder
mit zwei stichen geheftet
die fäden sollten bleiben
bis alles an gewicht zunimmt
die ränder zu schwulsten wachsen
und darunter gewebe
ineinander greifen

bisher biete ich wenig widerstand
reinblasen ergibt keinen balg
dafür entweicht die luft zu schnell
was man mir sagt, bleibt nicht hängen
und hebt mich wer an einer stelle
falte ich um seine hand

auch scheuen meine augen manchmal
scheren aus, so dass ich an tagen
die stromlinien förmlich nicht erkenne
oder wenn ich nach etwas greife
sind meine sohlen verwachsen
und ich muss sie abstreifen
stecklinge setzen

Tabea Xenia Magyar   21.06.2013    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Tabea Xenia Magyar
Lyrik