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Sina Klein

Der Kaffee ist definierbar


Sonne schlitzt mir ihren Gruß in die Pupille,
lichte Krallen treffen mich verschmitzt
auf der Caféterrasse – sitze ich,
dämmernd im Aufgang, alleine-still.

Ich rühre mit zwei baren Fingern
in der braunen Brühe rum: Kaffee,
kalt ist mir, von innen bin ich schnee-
erfüllt und grau noch von der letzten Dunkelheit.

Lieder kippe ich aus Zuckerkorn
in meine soupe à la tristesse.
Am Sumpf aus allen Farben
nippe ich und bade lippenlang
am lauen Ufer dieser Tasse.

Muss lächeln: bin ein schiefer Ton
in einem Zwischenraumkonzert,
kein Paukenschlag, nur fehlplatziert,
nur definiert in Abgrenzung zu Passendem –
Kaffee, sehr bitter an diesem Mittagmorgen:

im Zenit jetzt brüllt das Sonnentier mit mir
ein Ensemble aus garen Paraphonien.
Sina Klein   24.12.2009    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
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Lyrik