POETENLADEN - neue Literatur im Netz - Home
 
 
 
 
 
 
 
Simone Unger
Stilles Tun
Wir lagen nebeneinander dicht und schliefen weniger, als dass wir die Augen nur schlossen, weil wir wussten, dass Grenzen erst gefährlich sind, wenn sie sichtbar werden. Und alles, was ich bilden wollte, waren Echos, um verzögern zu können, was sich nicht wiederholen ließ. So hielt ich fest die Lider, Decken, selbst die Spiegelung im Fensterglas, mit reflektierten Wolken und Flugzeugen darin. Bis in den Tag hinein fiel Wasser, bis ich aufstand um zu gehen. Wohin denn, fragte man. Zurück, antwortete ich und erhielt Begleitschutz bis nach Haus: Konzentrier Dich auf die Verben, nicht auf Orte, flüsterte man zum Abschied mir ins Ohr.

Simone Unger  15.12.2009   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen Diese Seite weiterempfehlen

Simone Unger
Prosa