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Sabine Imhof
gedicht über einen dichter, der über die liebe schreiben wollte

ich bin nicht wie du
reite nicht auf gedichten
um dich einzuholen
und dich zu verwunden
ich werfe dich aus keiner zeile
um dich unten aufzufangen
mit einer einzigen hand

als ablenkungsmanöver des helden
kurz bevor der schwindel auffliegt

hältst du mich wieder fest
in deiner wut
deren augen nur noch eitern
stehst in der fußgängerzone
stiehlst einem blinden
den hut voller licht

wo hast du deine linke hand versteckt
in all der zeit
in der ein zufall
zu deinen worten tanzte
er wollte doch nur seine neuen schuhe zeigen
das hast du falsch verstanden:

liebe ist eine freiwilligkeit
und ein versprecher kein versprechen

ich bin jetzt die richtige
die deine gefühle korrigiert
am ende dieses satzes
springt schon wieder eine hure
dichtest ihr ein kehliges lachen an

es wirkt, ich lache, verstehe es als kompliment

nicht als missbrauch von gedichten

die wie kinder sind
schweigen vor dem schrei
und lassen sich an windigen tagen
von bärtigen fortnehmen
es sind die falschen töne, aber das richtige lied
und verzeihen ist ein biss in die geballte faust

wen bestrafst du heute
für meine liebe
gibt es jetzt einen ort

an dem mit ganzen körpern
geschrieben wird
weil ich es will:

deine ferne und die nähe zu ihm.

 

Sabine Imhof    19.05.2006    Druckansicht Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen empfehlen

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Lyrik