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Ruth Johanna Benrath
Themenabend

Für L.C.

Frühling. Woran erkennt man ihn? Geschrei, Knospen. Baugerüste. Wenn die Arbeiter doch wenigstens Klavier spielen würden. (Hier legt mein Lektor seine Stirn in Falten). Es könnte so schön sein. Hätte so schön sein können. (Dies wird er streichen, zuviel Konjunktiv, eine Umdrehung zu weit). Wo war ich stehen geblieben? Ich könnte auf der Stelle einschlafen. (Mein Lektor lächelt gequält und spitzt die Zunge). Was ist der Mensch? Phasenweise Helm ab zum Gebet, phasenweise feingliederiges Denken. Und Gebrüll. Im Frühling sind wir durchlässige Fenster. Es kommt Lärm hinein und zerhäckselt das Denken. (Übertreibung, ruft mein Lektor, halten Sie sich an die Wirklichkeitsform). Alles, was uns umgibt, ist täuschend echt. So wirklich wie ein Leibnizkeks. (Versuchen Sie's noch mal, muntert er mich auf). Frühling: Jeder will irgendwo hin. Ich kann jetzt nicht wegfahren, knabbere auf Leibniz herum und schlafe eingerollt in meine Einbildungskraft, eine Fototapete aus der Karibik. Träume vom Frühling. Er ist's. Klavierspielende Kinder, ein Möglichkeitsbier und Sonne auf der richtigen Straßenseite. Viel Spaß in unserer knackigen Kekswelt mit Produktinformationen, Spielen, Ausflugstipps und vielem mehr! (Lieber Lektor, sagen Sie jetzt nichts).

Ruth Johanna Benrath  2011    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Ruth Johanna Benrath
Lyrik
Prosa