dachmusik
blechgesänge
über dem exil
anderer dächer
weil heimat
im kopf
sitzt
dazwischen ein
uhrenhaus
und efeugeflochtenes lockenband
über
der stirn
das leben
von morgen
um die ecke
gebogen
vor dem tunnel
ein gestrichener
traum
wie es ist
zwischen kotflügel und
rad das ende
der spieluhr
erst in der
ferne erholt sich
die straße vom
schmerz
kein hirt ist
der mond
er hütet und er
verdirbt nicht
keine schuld hängt
an ihm
die freundin in
fremden schuhen um
die schultern durchlöchertes
licht
ein balkon an
die salzluft gelehnt vor
dem zimmer der
fische
hammer und
zange im kopf aus
der mitte gebrochen das
bild
bonjour
der besen
auf dem haken
im flur
stromschnellen durchs
haus als fiele
dein lächeln
ein
das immerwährende
licht
und
ein schuß verrutscht
in den prismen der
luft
bei offenem feuer
rundet sich eine
schulter
hantiert tag für tag
eine beschreibung
fraglich
wohne hier
ein webstuhl
drei äpfel hinter
der tür
über die kante
gezogen
himmel hölle und
haus
knopf und
nadel im
ohr
huflattich halb
unterm
schnee
lippenweit
zirrusgirlanden
immer / heute
nur katzensilber
und
haut durch
gitterstäbe gesiebt
wie regen
laufgeschwindigkeit
überschlägt jedes
geländer schösse
voll luft trügen
halt erstickter
asphalt der himmel
darüber
und die blinde
waage der tag
sinkt zu spät
um ein wort
ungerührt
in den
abspann
dezembermorgen
inseln
die aufblauen
ins stromnetz
der bäume
tellerhut
einer säule
über den farbtrieben
der stadt
angststarr
später
die luft
schwarze diamanten
im schnee
die abgedunkelten seelen
der rabenkrähen *
am scheitel
der ufer
verspiegeltes strandgut
aus
verschwommenen
stunden
für Sarah Kirsch
* aus Das simple Leben von Sarah Kirsch
salzburg
eilige blindenschrift
stadt
vorbei an den
straßen
während jenseits
der häuser
der schnee
blockt wörter
sich bauschen
als wären sie
wirklich
zu leben
winzige treibeisriffe
im teich –
nach innen geschliffene
stille –
singen weiß
einen langsamen
regenbogen zur
nacht
den der kauz
in seine ohrfittiche
flicht
salzburg II
drapiert
die wasserhaut
über münzkonfetti
und schlamm
zarte vampirgestänge
die der frost
ins gebälk
hängt
zittrig und krumm
schwenkt
der zug einen
fernen
schrei