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Magazin 8 bestellen | erschienen!  Frühjahr 2010 2009
 
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Calwer Hermann-Hesse-Preis 2010. Gefördert durch die
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen


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Gedichte | Geschichten | Gespräche


Wie erleben Schrift­steller anderer Ländern die deutsche Sprache und Literatur? Gibt es den kosmo­politischen Autor oder wird angesichts einer alles nivellierenden Globali­sierung das Regionale in der Literatur wichtiger? Schafft Sprache Heimat? Der Autor des Welten­sammlers, Ilija Trojanow, definiert im poet-Gespräch Heimat als das, was im Text eines jeden Autors entsteht.

Über die Grenzen blickt der poet gewohntermaßen auch in seinem Dossier, das der russischen Gegenwartslyrik gewidmet ist. Alexander Nitzberg hat elf Dichter aus dem großen Stimmenchor ausgewählt und übersetzt. Immer noch, so Nitzberg, sei die zeitgenössische russische Lyrik hierzulande weitgehend unbekannt.

Im deutschsprachigen Lyrikteil setzen nicht nur Hans Bender, Wulf Kirsten oder Gerhard Falkner Akzente – im Zusammenspiel mit der jungen und mittleren Gene­ration ergibt sich ein lyrisches Lese­abenteuer jenseits festge­zurrter Positionen. In der Prosa stellt der poet diesmal aus­schließlich junge AutorInnen vor. Das hat nichts zu besagen – außer dass junge Erzählerinnen wesentlich die Gegenwartsliteratur prägen.


»Ich habe immer wieder etwas Neues gesucht, wollte mich auf keinen Fall wiederholen.«
(Jan Faktor im poet-Interview)

 


Gerhard Falkner
Ignatia 2

Und immer wieder sind es Reiherschnäbel
gespenstisch gewetzt
an den Glatzen der alten Eiszeiten
immer wieder linguistische Funde
Knochen versteinerte Silben und Buchenstäbchen
angekokelt vom Angstlachen
verschollener Frühmenschen
ein Rudel Hirsche, Gazellen oder Springböcke
das hinaustobt bis in die Fingerspitzen
der Höhlenbemaler
Stiere und Zeichen, datiert
von den Zerfallsgeschwindigkeiten
der Holzkohle, glühende Isotope
den Sternen verborgen
dass nur die Steine
ihre Spuren zeigen

Gerhard Falkner in poet nr. 8
 
 


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