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Norbert Hummelt
vorfrühling

mein kind war krank. nur eine nacht lag es bei hohem fieber.
jetzt sieht es veilchen wo noch keine sind. die frühjahrsstürme
sind noch nicht vorüber u. an den tonnen reißt im hof der wind.

seltsame dinge sind in seinem wehen .. ich soll mich nach den
veilchen bücken, befiehlt mein kind. es weiß noch nichts von
meinem rücken u. daß wir eingeschlossen sind. wir hören radio

u. spielen karten. die elster auf dem dach. mein kind gewinnt.
jetzt soll ich still sein, denn mein kind singt lieder. ich soll ein
anderer sein u. wär es gern. mir selber will an diesem tag nichts

glücken. dann sehen wir für eine stunde fern .. u. früher stand ich
selbst einmal im garten. da war ein goldregen, es war im mai. auf
einem foto schaue ich beklommen .. dann sehen wir nach mond u.

abendstern. wir sitzen unterm hollerbusch u. warten. u. kommen
erst die mauersegler u. jagen sich bis untern first u. ist mir dann
was mich bedrückt genommen, dann winke ich, dann winke ich.

Norbert Hummelt  06.06.2008   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen Diese Seite weiterempfehlen