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Norbert Hummelt
monolog

nacht ist es. drüben huschen die schatten, wir liegen wach.
woher diese innere unruhe stammt, weiß man nicht, oder?
ist es das sonnenlicht mitten im winter, das uns irgendwie

fertig macht? fängt jetzt das herzklopfen wieder an? hörst
du denn noch meine armbanduhr ticken? worüber denkst du
im dunkeln nach? einmal, ich wohnte noch nicht in berlin,

sah ich riesige schwärme krähen über der stadt am himmel
ziehen. ich ging allein durch die leere mitte, werderscher
markt, am außenamt, u. die straßen zogen mich weiter, ich

war nur immer zum gehen verdammt. einmal, da lebte noch
meine mutter u. wir spazierten am bahndamm entlang, da
kamen die alten gedanken wieder u. gingen mir ständig neu

durch den sinn, so daß ich ihr nicht gut zuhören konnte,
aber sie redete so vor sich hin. u. eine krähe rief aus den
zweigen zu einer anderen krähe im gras, was meine mutter

nicht gerne hörte, denn es erinnerte sie an was. drüben sehen
wir wieder die schatten, riesenhaft huschen sie an der wand
u. ich kann die unruhe spüren u. ich brauche jetzt deine hand.

Norbert Hummelt  06.06.2008   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen Diese Seite weiterempfehlen