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Wochenschau, News 343
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Wochenschau 4 A. Heidtmann         14.11.2008
Großer Preis, kleines Geld (und umgekehrt)


Atiq Rahimi
Erde und Asche
Übersetzer:
Susanne Baghestani
Claassen Verlag 2004
Das Buch bei Amazon  externer Link
1
Der wichtigste französische Literaturpreis, der Prix Goncourt, geht an den afghanische Exil-Schriftsteller Atiq Rahimi. Er wurde dem 46-Jährigen für seinen Roman „Syngué sabour“ verliehen. Auch der Spiegel weiß zu berichten. Die Dotation des berühmtesten franzö­sischen Literaturpreises betägt übrigens 10 Euro.

2
Dagegen darf man beim Adalbert-von-Chamisso-Preis 15.000 Euro mitnehmen. Das Preisgeld geht an den Schriftsteller Artur Becker. Der 1968 im polnischen Bartoszyce (Masuren) geborene Autor kam 1985 nach Deutschland und erhält die Auszeichnung für seine Arbeit als Romancier, Erzähler und Lyriker. Mit dem Adalbert-von-Chamisso-Preis werden Autoren gewürdigt, die in deutscher Sprache schreiben, deren Muttersprache aber eine andere ist.

3
Großzügiger noch dotiert ist der Kranichsteiner Literaturpreis, den der Deutsche Literaturfonds vergibt. Am Samstag, den 15. November 2008, wird der Preis an Gerhard Falkner verliehen. Ulrike Draesner hält die Laudatio. Falkner, Jahrgang 51, veröffentlichte seit Mitte der 70er Jahre Gedichte und debütierte mit dem Gedichtband „so beginnen am körper die tage“. Zuletzt erschien die Novelle „Bruno“ im Berlin Verlag. Die Preis­summe: 20.000 Euro.

Heiß umkämpft

1
Am Wochenende (15. und 16. November) unbedingt in die Wabe hineinhören. Dort gehts um den Open-Mike-Preis der literaturwerkstatt Berlin. (Siehe Wochenschau 3).

2
Und am Freitag (14. November) bereits wird beim Floriana Wettbewerb gelesen. Thema: LITERATUR UND UTOPIE. Von Donnerstag bis Samstag lesen Adelheid Dahimene, Michaela Falkner, Carola Gruber (Der poetenladen veröffentliche in diesem Herbst ihr Debüt: Alles an seinem Platz), Wolfgang Helmhart, Kerstin Kempker, Lydia Mischkulnig / Sabine Scholl, Ulrich Schlotmann und Lisa Spalt. Es stehen 12.500 Euro an Preisgeldern zur Verfügung.

3
Ja, und wem das nicht reicht, der darf am Sonntag den Wecker stellen und um 11 Uhr nach Basel schauen, wo der Schweizer Buchpreis vergeben wird (Siehe Wochenschau 3).


Literatur zum Abreißen


Michael Braun (Hrsg.)
Deutschlandfunk-Lyrikkalender
Das Wunderhorn 2008
Das Buch bei Amazon  externer Link
Für Leute, die schon jetzt an Weihnachten denken – wie wäre es mit einem Literaturkalender? Man findet alles von bilderreich und textarm bis textreich und bilderarm. Natürlich ist unser Favorit der Deutsch­land­funk-Lyrikkalender von Michael Braun: Man stelle sich vor – für jeden Tag ein Gedicht. Das 365 mal für einmalig 23,80 Euro bei Wunderhorn.

Plakativ dagegen der Artemnis & Winkler Literaturkalender. Ein wohl­aufbereitetes Zitat pro Woche. Heiner Müller klopft einen Spruch („Ich habe einen großen Spaß daran, Illusionen zu zerstören.“). Ansonsten alles munter durch die Bank von Hölderlin über Jules Verne zu Sartre. Für 18,00 Euro.

Verwand vom Konzept der Arche Literatur-Kalender nach dem Motto: Bilder und Zitate. Thema 2009: 25 Jahre Arche Kalender: Neu- und Wieder­entdeckungen, Randständiges und Über­raschendes, Gewohn­tes mit anderen. Für 19,00 Euro

Wer es stimmungsvoll mag, greife zu Kafkas Prag 2009. Ein Kalender mit zwölf Pragbildern und Texten von Kafka. Nicht originell, aber bunt. Ackermann Kunstverlag. Für 24,95 Euro

Ansonsten: Ein klassisches Sortiment an Goethe-Schiller-Hermann-Hesse-Kalendern. Origineller vielleicht die literarischen Städte-und-Regionen-Kalender der Edition Ebersbach: Literarisches Berlin, Hamburg, München oder Westfalen. Für je 20 bzw. 22 Euro.

Eine Palette der genannten Kalender findet man hier bei Amazon externer Link


Drei Bücher statt ein Auto


SuKuLTuR-Leseheftreihe
Und wenn wir schon beim Einkaufen sind, sollten wir die Wirtschaftskrise im Auge behalten. Wie wirkt sie sich auf den Buchmarkt aus? Kein Problem: Schenken Sie Ihrer Frau statt des geplanten Zweitwagens zu Weihnachten einfach drei Bücher. Meint KiWi-Verleger Helge Malchow im Interview mit der FR online.

Fragen wir besser nicht, was derjenige kauft, der seinem Lebenspartner eigentlich drei Bücher schenken wollte. Da bleibt wohl nur ein Abriss­kalender … Oder ein Buch aus der SuKuLTuR-Leseheftreihe. Die Exemplare passen in jede Tasche und kosten nur 1 Euro. Und haben so tolle Titel wie: Elf hirschförmige Kekse, gedichtet von Sarah Manguso und übersetzt von Ron Winkler. Wer es kürzer mag, kann es mit Myriam Keils SuKuLTuR-Büchlein Sonntags probieren.


Klicktipps

Thomas Bernhard – Ausgrabungen
Suhrkamp kündigt Unveröffentlichtes von Thomas Bernhard an.
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Peter Härtling – Feiert den 75. Geburtstag.
An wen hat er sich nicht alles vergangen: Lenau, Hölderlin, Franz Schubert, E.T.A. Hoffmann, Waiblinger und Mörike.
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Carlos Fuentes – Feiert den 80. Geburtstag.
Weltbürger und Grandseigneur der mexikanischen Literatur. Schon 1987 erhielt er den Cervantes-Preis.
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Elke Heidenreich – Liest weiter.
Auf einem anderen Sender. Unterdessen soll Dieter Bohlen ihre Lesen-Sendung beim ZDF übernehmen – so ihr Vorschlag.
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Adolf Muschg – Literatur hat mit Unruhe zu tun.
Spricht in der ZEIT über Kapitalismus, Barack Obama und die Verantwortung der Intellektuellen. Und steht auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises
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Wie sagte Kafka so schön – alles außer Literatur langweilt mich.
Bis zur nächsten Wochenschau!

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