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monika rinck
der letzte tag im süden

wir werden dir ein mittel spritzen
an diese bank im ferienhaus fixiert
sieh mal hier, wie deine stirne leuchtet
o – der schläfen glanz im stillen
widerschein des weißen lampenschirms
wie schön du bist, wie gut und
unvermutet ist das licht
durch deine adern läuft ein schimmer
und in der dunklen kammer nistet
radium – deine kleine grüne angst.

überall, bei allen anderen, regen sich visionen
doch nicht bei dir. bei dir ist alles
klar und scharf zu sehn, die ettiketten, die kakteen.
alles da im broken glass der letzten nacht
die figurinen des begehrens, die zarten schäume
hier hat der liebe herrgott selbst mit seiner zunge
dir die deinige gelöst, du sprichst, wie schön
vom pharmakon, vom wedeln der platanen
und vor der türe stehn sie schon,
die schuhe die wir haben,
die säcke mit dem müll und der passat.



Monika Rinck    09.01.2007    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht
Verzückte Distanzen. zu Klampen Verlag 2004

 

 
Monika Rinck
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Verzückte Distanzen