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Michael Buselmeier
Wider die Panikmache

Kommentar zum Aufruf gegen Massenüberwachung

  Kommentar
  Michael Buselmeier sieht Panikmache in dem prominenten Aufruf


Wider die Panikmache

Treibt diese Leute Naivität an oder Wichtigtuerei? Ich kann jedenfalls in das Empö­rungs­pathos, den Alarmismus der selbst­ernannten Präzeptoren angesichts der Daten­aus­spähung nicht einstimmen.
 Auch das Feuilleton der FAZ vom 10. Dezember ist davon infiziert („5 Nobel­preis­träger, 560 Schrift­steller: Gegen Massen­über­wachung – ein Aufruf an die Welt“ – siehe unten). Dass unsere Demokratie gerade massiv „gefährdet“ sei und „verteidigt“ werden müsse, ist pure Panik­mache. Die Geheimen Dienste aller Länder sammeln nun mal, ihrer Aufgabe gemäß, sämt­liche erreichbaren Daten und lassen sich dabei nur ungern kontrollieren; das war schon immer und überall so.
  In meinen linksradikalen Jahren wurde ich vom bundesdeutschen Ver­fassungs­schutz abgehört und konnte mich darüber nicht beklagen. Vier Jahrzehnte später fühle ich mich weder über­wacht noch bedroht noch gar in meiner „Würde“ verletzt. Die verschiedenen Dienste können ruhig wissen, dass ich 107 Euro Rente beziehe, kein Auto und kein Handy besitze, dreimal pro Woche meine Enkel betreue und als alternder Autor eine Pfründe um die andere verliere. Jeder kann meine E-Mails lesen, es ist nichts Relevantes, die Demokratie Gefährdendes dabei.
 Viele derjenigen, die sich nun öffent­lich so aufblasen und breit moralisieren, als überwache Big Brother jeden ihrer Schritte, bewegen sich doch schon seit Jahren auf den Plattformen des Inter­net und geben dabei freiwillig persön­liche Daten preis. Wundert es sie wirklich, dass ihre (vermut­lich höchst bescheidenen) Lebens­spuren irgendwo gespeichert und ausgewertet werden?

Artikel in der FAZ online  externer Link



PRESSEMITTEILUNG

Öffentliche Interv­ention: 560 Autoren weltweit fordern Einhal­tung der Bürgerrechte im digitalen Zeitalter

560 der weltweit prominen­testen Schriftsteller unterzeichnen einen Aufruf gegen Massen­über­wachung.

Unter den Unterzeichnenden befinden sich 5 Literaturnobelpreisträger: Orhan Pamuk, J.M. Coetzee, Elfriede Jelinek, Günter Grass und Tomas Tranströmer.

Unter den namhaften Autoren und Autorinnen sind auch Umberto Eco, Margaret Atwood, Don DeLillo, Daniel Kehlmann, Nawal El Saadawi, Arundhati Roy, Henning Mankell, Richard Ford, Javier Marias, Björk, David Grossman, Arnon Grünberg, Angeles Mastretta, Juan Goytisolo, Nuruddin Farah, João Ribeiro, Victor Erofeyev, Liao Yiwu und David Malouf.

Geplant und durchgeführt wurde die gesamte Aktion von einer siebenköpfigen Autorengruppe um Juli Zeh, Ilija Trojanow und Eva Menasse.

Berlin, Paris, London, New York, Sydney, Bombay, Hongkong: 500 inter­national aner­kannte Autoren haben sich zu einer öffent­lichen Inter­vention gegen die Gefahren der systematischen Massen­überwachung zusammen­geschlossen.
Unter dem Namen „Writers Against Mass Surveillance“ hat die Initiative am heutigen Dienstag, 10. Dezember 2013, in über 30 internationalen Zeitungen einen Aufruf veröffentlicht. Darin fordern sie, „dass jeder Bürger das Recht haben muss mitzuentscheiden, welche seiner persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem.“ Zum Schutz von Bürgerrechten im digitalen Zeitalter verlangen sie die Verabschiedung einer verbindlichen „Internationalen Konvention der digitalen Rechte.“
Diese einmalige globale Schriftsteller-Aktion wurden von einer kleinen Autorengruppe (Juli Zeh, Ilija Trojanow, Eva Menasse, Janne Teller, Priya Basil, Isabel Cole, Josef Haslinger) in wenigen Wochen geplant und nur auf Basis persönlicher Kontakte und Netzwerke erarbeitet.
„Überwachung ist ein Angriff auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit“, sagt die deutsche Autorin Juli Zeh. „Wir alle müssen uns wehren. Als Schriftsteller tun wir das, was wir am besten können: mit dem geschriebenen Wort öffentlich intervenieren.“
Der Aufruf wurde am 10. Dezember 2013 zeitgleich in mehr als 30 Zeitungen veröffentlicht, darunter F.A.Z., LeMonde, The Guardian, El País, NZZ, der Standard u.a.
Zudem rufen die Autoren auf der internationalen Kampagnenplattform Change.org alle Bürgerinnen und Bürger der Welt auf, sich dem Aufruf unter change.org/ueberwachung anzuschließen.
PRESSEKONTAKT für Interviewanfragen
Paula Hannemann, paula@change.org, 0176 843 226 28


Michael Buselmeier   14.12.2013    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 


 

 

 
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