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Jan Volker Röhnert
Regen


Es regnet, Robert Creeley
schrieb ein Gedicht, während
es regnet, übersetze ich:

Die Worte sind klar aber
zweifelhafter als die
Vogelstimmen, die laut

aus den Wiesen kommen –
Es ist vorbei und wir
wissen was in den Briefen steht,

die für morgen versprochen sind.
Das Gefühl ist ein klares
Fenster, nur die Umgebung

anhaltend trüb. In den ungewissen
Augenblicken danach, auf
dem leeren Kopfsteinpflaster, da

man im Echo höchstens
seinen Namen rufen hört, schnappen
wir uns die Kirschen, rot

aus den übervollen Zweigen, und
die Gefahr scheint gebannt, der
Schlaf willkommen.

Aus: Metropolen. Edition Lyrik Kabinett, 2007

Jan Volker Röhnert  05.05.2009   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen Diese Seite weiterempfehlen

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Lyrik