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Gabriel Rosenstock
An meine Freunde, die Dichter

Ihr wißt schon:
Wenn ich Gedichte angeln geh,
Lasse ich die Fische
Höchstwahrscheinlich entwischen.
Ich präsentiere euch die Fische, die ich nicht gefangen habe,
Für den Tag, wenn der Hunger nagt ...

Früher dachte ich, wir alle hätten einen Angelschein;
Riß einem von uns die Leine,
Oder ging ein Köder verloren,
Brauchte man nur –
Aber heute weiß ich es besser.
Ich sehe die Spuren von Stiefeln im Schlamm
Und kenne sie nicht,
Und der Schatten am anderen Ufer
Schweigt.

Einsame Rituale in der Rauheit des Morgens.

 

Ein Archivar großer Taten. Edition Rugerup 2007
Aus dem Irischen von Hans-Christian Oeser

Gabriel Rosenstock   19.04.2007   Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht

Gabriel Rosenstock
Lyrik