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Cornlelia Schmerle
Die Treue des Tags
Das Halten von Hunden studiert, gelesen –
trotz aller Hand, dem Eimer voll Reinigung: die Böden
bleiben ein Pfuhl drahtigen Haars und ausgeströmten Fetts;
Und ich eine Wäscherin, die undicht geht.

Das Loch in der Stirn, die Verletzung –
seit Herbsten den einzigsten Herbst in den Sommern,
der auswelkt jetzt mit den eigenen Küssen,
dem eigenen Mund auf eigener Haut.

Ein Sinnlied gedacht, da du kamst –
das Haar wie von Wilden; das Haar, das ich wühlte und wühle
noch immer im Neuen, noch immer geheim,
das ich denke an Nacktem.

Du noch so ungefähr, eine Metapher, bleibst
mir in Stunden, in Tagen, in Nächten, den Worten, bleibst
in den Ungelenken, dieser Dosis Versuch
dich ins Auge zu fassen für ständig.

 

Cornelia Schmerle       27.06.2007       Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht

Cornelia Schmerle
Lyrik