poetenladen    poet    web

●  Sächsische AutobiographieEine Serie von
Gerhard Zwerenz

●  Lyrik-KonferenzDieter M. Gräf und
Alessandro De Francesco

●  UmkreisungenJan Kuhlbrodt und
Jürgen Brôcan (Hg.)

●  Stelen – lyrische GedenksteineHerausgegeben
von Hans Thill

●  Americana – Lyrik aus den USAHrsg. von Annette Kühn
& Christian Lux

●  ZeitschriftenleseMichael Braun und Michael Buselmeier

●  SitemapÜberblick über
alle Seiten

●  Buchladenpoetenladen Bücher
Magazin poet ordern

●  ForumForum

●  poetenladen et ceteraBeitrag in der Presse (wechselnd)

 

Clemens Umbricht
Nabokov in Montreux

Durchsichtige Dinge, bis jenseits des Lac Léman.
Im Grand Hotel führt die Luft
ein Leben als Harlekin, und am Stehpult
ziehen auch die Liftboys ihre Käppis.
Auf einer Bank im Garten sitzen Romanfiguren
und komponieren Schachprobleme.
In wenigen Zügen setzen sie sich matt
und erzählen die nächste Geschichte.

Jemand hört Rachmaninow, hoch über dem See.
Die Berge lassen sich auf dem Balkon
zum Tee nieder – viel Zucker, wie immer,
und die Ferne weiss wie ein offenes Hemd.
Ein Spätnachmittag mit Schmetterlingen,
die auf der Unterseite der Flügel
den Namen ihres Entdeckers tragen –
ohne sie wäre die Literatur ein Irrtum.

Aus: Die Augen über dem Bildrand. San Marco Handpresse, Neustadt 2005

Clemens Umbricht   28.12.2012    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Clemens Umbricht
Lyrik