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Christine Langer

Im Park

Daumen, Graben, das Schenkelbett,
Den weichsten Punkt kennst du im Schlaf,
Ich hab dir noch die Rosen im Park gezeigt,
Dort gab es Blüten als volle Knollen,
Angefüllte Kelche sahen aus
Als wären sie bereit bald zu entblättern, Sonnenlicht,
Es sammelte sich Tau, ich beobachtete ob ich
Tropfen erfühlen konnte, den Tau in den Blüten,
Ich nahm den Finger in den Mund und leckte und wollte
Die feuchte Tiefe schmecken, dabei schaute ich
Erst in die Wolken und dann auf die dunkelgrünen
Rosen Stock Blätter, ihre Konturen waren sehr fein
Und zeigten kleinste Ritzen, Fältchen und
Alle ihre Eigenarten wie braune Flecken und Wasserränder,
In der Vielfalt der Formen suchte ich wieder nach frischer Farbe
Und blieb hängen in einer Lebendigkeit die vielfach
Umschlungen und gewunden und ineinander verschachtelt und
Doch gegliedert war, ich ließ mich einstimmen
In junge Düfte, bei so viel Geblüh
Hörte es irgendwann auf zu riechen

Aus: Lichtrisse, Gedichte. Klöpfer & Meyer Verlag, 2007

Christine Langer    08.12.2007    Druckansicht Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen empfehlen

 

 
 
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