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Carl-Christian-Elze

forensische ballade


moritz macht die höhlen auf, zieht das fell ab, brust & bauch
moritz schneidet herzen raus, alle lungenflügel fliegen hoch.
moritz schöpft die säfte ab, pfützen mit der kelle ab, tupft tupft
mal schnell den magen trocken, wie das gallenbläschen grünt
aus der schwarte wie ein zweig; die leber dieser hundehaufen.

max am becken, eins zwei drei, spült die wasserleichen frei
von grobem unrat die mechanik (was der moritz maxen reicht)
schneidet eins zwei drei für die labore die organik in 3-D.
max schaut sich den kehlkopf an (hat der moritz rausgeholt)
sind die hörnchen abgebrochen, hat wer irgendwann gewürgt.

moritz schneidet um die stirnen mit dem messer rote fäden
zieht die kopfhaut einfach über all die toten augen drüber
sägt & hebt den deckel ab, legt den deckel rechts vom topf
max nimmt das wie keine krone dem verschwitzten moritz ab
bricht die zacken raus & ohne glanz im auge macht er das.

moritz hat da eine kugel, aus papier gerollt & weich, die passt
genau in jede schädelschale, deckel zu & aufgepasst, der letzte
streich, der kommt (erst muss die dicke nadel noch) sogleich
(um die höhlen stechen weben, wie ein reißverschluss geht das)
ganz zuletzt, fast im verborgenen, max & moritz machen noch

ein fingerkreuz.
schicht-ende.

(aus: stadt/ land/ stopp, Mitteldeutscher Verlag 2006)

Carl-Christian Elze   02.10.2010     Druckansicht   Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
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