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zum frühzug

an der alten
fabrik vorbei.
weiße höfe,
häuser mit stillen
fenstern, am überweg
friert licht, orange,
vor der zeit.
weiter vorne der laufende
motor eines lasters
auf dem leeren parkplatz
des supermarkts,
dann ist alles
wieder ruhig -
bis auf das sirren
der kälte. mit leisen
schuhen eine enge
spur hinter sich lassen
im schnee.
kein hund. nur schlaf
hinter dunklen fassaden.
allein mit dem nächtlichen
gesicht den ausgestoßenen
atem zerteilen,
kleine fahnen
um das geschulterte
leben für einen
tag. von fern
ein helles dreieck,
das begleitende
rauschen der luft.
ein langes
quietschen.
es könnte der apfel
erfrieren. personen-
schaden steht anderntags
im lokalteil.

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Bess Dreyer
Lyrik