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Anna Kaleri

Märzsturm

Das Meer braust
Über dem meerfernen Ort
Auf seinen Wellenbergen
Nimmt es die Nässe,
Trägt es den Schnee
Aus der schattigen Niederung fort

Ein wütender Reigen
Der Vorjahresblätter
Frau Holle schüttelt
Die Teppiche aus
Steinchen und Staub
Knarrende Sparren
Gezeter von Planen

Was mit Ach und Krach
Hielt, hebt nun
Zu fliegen an
Und wer niemanden
Zum Halten hat
Denkt an Revolution

Die Mutter erweitert
Im Schummerlicht
Ihre Frühlingskleider
Der Vater denkt
Mit einer Sorgenfalte
An seinen Sohn

Die Festtagsglocken kommen
Heimlich ins Schwingen
Im tonlosen Toben
Klingt vom Turm ihr Bordun

Ein Vorklang
Auf sattgrüne Flächen
Auf Wärme und Wolllust
Blühende Weiden
Und Hummelgebrumm
Anna Kaleri    15.09.2010    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
Anna Kaleri
Lyrik