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Anja Kampmann
    
Manchmal, wenn du reist, und du sprichst mit niemandem ein Wort. Oder manchmal, wenn du reist, und sprichst mit einem ein Wort. Oder benutzt solch ein Wort, oder einen Satz, oder vielleicht eine Frage, die, für dich, weder Wort, noch Frage, noch Satz bedeuten. Und manchmal, wenn du einem Fremden in das Gesicht siehst, oder mehreren. Und du sagst zu dem Fremden einen Satz oder ein Wort. Oder du siehst ihn bloß an. Oder wie aus einem Förmchen ein Wort. Oder manchmal lächelt der Fremde dazu. Und manchmal stockt er und fragt. Oder manchmal sieht er auf den Boden und nickt und scharrt mit der Schuhspitze im Sand. Oder du drückst die Schultern durch zu einem Satz. Oder manchmal sprichst du diesen Satz, und der Fremde nimmt deine Stimme. Und vielleicht siehst du die Augenbrauen des Fremden sich heben. Oder du stehst vor dem fragenden Gesicht und sprichst. Und mit niemandem ein Wort. Oder du siehst über Tage den einen oder den anderen nicken. Oder manchmal brichst du mitten im Satz ab. Und manchmal siehst du ihn dann nicken zu der gewohnten Zeit. Oder hörst dich weiterreden in demselben Ton. Oder hörst eine Stimme. Oder vielleicht deine. Ein dir bekannter Ort.
Anja Kampmann 2011    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Anja Kampmann
Lyrik (2011)
Gespräch (2011)
Texte (2010)