André Schinkel
APFEL UND SZEPTFR
Eines Traumes in Ranis, ich sah:
Die Wildäpfel deiner Brüste
Rollten durchs Blickfeld, dein
Weich-falber Leib rann,
Ein unendlich zarter, duftender
Herd durchmakelter Schön-
Heit, im schwindenden Licht, nährte
Mich taub den übrigen Abend.
Du räkeltest dich, dein Bauch
Hob sich und senkte sich
Leicht, die Galeeren der Schenkel
Schwankten im Schatten; –
Dein Atem ging leicht und ging
Schwer, die feuchten Kristalle
Der Augen bebten und blitzten; von
Draußen sahen die Dohlen dir zu.
Die Sonne fiel über den Burgrand ins
Nichts, die Talsperren rauschten;
Ich lag, du lachtest und trankst,
Die Fleischfächer wehten, –
Und beugtest dich auf mich, im Traum,
Warst mir, wie ungreifbar, nahe;
Und du führtest das Szepter behend
Durch die Flur der Begierde.
Aus: Unwetterwarnung. Raniser Texte. Lese-Zeichen, 2007
André Schinkel 17.10.2007 Druckansicht Seite empfehlen 
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