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Achim Stegmüller
Ein barocker König
ließ sich tausend exotische Vögel einschiffen,
im Vergnügungssaal ließ er sie aus den Käfigen,
ein bunter, schillernder Teppich,
der sich unter der Decke bewegte.

Reichlich mit Pistolen bestückt,
fast nackt und mit festem Entschluss,
nicht eher zu ruhen, bevor nicht
alle Vögel am Boden tot,
trat der König
in den Vergnügungssaal. Er schoss
wild und begeistert,
musste ja
gar nicht zielen,
und sanft
aussteifte sein Penis.

Das erzählst du mir im Kloster Maulbronn,
wie Federflaum am Schweiß des Königs klebt.
Du schwelgst in deiner Fantasie
und ich versuche, in deine Augen zu sehen.
Sie halten nicht still, scheinen
die Vögel zu verfolgen,
wie sie von der Decke
auf den Klosterboden fallen.

Maulbronn, 26. Juli 2000

 

Achim Stegmüller   14.08.2007   Druckansicht Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen empfehlen

Achim Stegmüller
Lyrik